Unfassbares Allen-Drama mündet im Decider: Wu Yize steht im WM-Finale

Aktualisiert
Wu Yize jubelt nach Match-Ende.
Wu Yize jubelt nach Match-Ende.Action Images via Reuters/Andrew Boyers

Wu Yize zieht mit 22 Jahren ins WM-Finale ein. Der Youngster schlägt Mark Allen nach zwischenzeitlichem 14:16-Rückstand in einem unfassbar dramatischen Match mit 17:16 im Decider. Allen versagt unter Druck komplett und schenkt das Match hintenraus her.

Was für ein Drama! Mark Allen verspielt eine 16:14-Führung, obwohl er mehrere dicke Chancen hatte, das Match vorzeitig zu entscheiden und unterliegt Wu Yize letztlich mit 16:17 im Decider. Wu steht damit mit 22 Jahren im WM-Finale, nur Stephen Hendry war bei seiner erstem ersten WM-Titel ein jüngerer Finalist.

"Ich muss mich jetzt erstmal beruhigen, eigentlich bräuchte ich Beruhigungstabletten. Ich weiß nicht, wie ich sonst schlafen kann", sagte ein erleichteter Wu im Interview mit "TNT Sports".

Zum Match-Center: Allen vs. Wu

Mark Allen schmeißt sicher geglaubten Sieg weg

Aber die Geschichte des Matchs ist Allen, der im 32. Frame eigentlich alles klar machen konnte, dann aber eine normalerweise sichere Schwarze vom Spot verschoss, statt das Match für sich zu entscheiden. Mehrfach versagten ihm nach seiner 16:14-Führung die Nerven.

"Das wird eine ganze Weile schmerzen", sagte Allen im Interview nach dem Match. "Ich will es nicht schönreden, ich hab einfach mit dem Druck nicht umgehen können. Ich war bei der Schwarzen im vorletzten Frame nicht nervöser als bei anderen Bällen, aber ich hab sie einfach verschossen."

Allen über Wu: "Erinnert mich an Stephen Hendry"

Allen zollte Wu für dessen Comeback großen Respekt. "Wu hat seine ganze Klasse gezeigt, von 14:16 aufzuholen und auch die letzte Clearence im Decider war fantastisch. Nicht viele Spieler können diesem Druck bestehen. Wu hat das Finale verdient, er erinnert mich mit seiner nervenstärke etwas an den jungen Stephen Hendry. Auch wenn ich niedergeschlagen bin, mit Wu ist der richtige im Finale."

Wu erklärte, dass er nie damit gerechnet hat, bei der WM so weit zu kommen. "Ich hatte keine großen Erwartungen vor dem Turnier, daher habe ich bislang wenig Druck verspürt." Er konnte sein Glück kaum fassen, als Allen beim Stand von 16:15 die letzte Schwarze verschoss. "Als Allen vor der finalen Schwarzen im vorletzten Frame stand, war ich eigentlich schon bereit, ihm die Hand zu schütteln. Selbst als er gestoßen hat, ging ich auf ihn zu, um ihm zu gratulieren. Es war unglaublich."

Allen und Wu lange ausgeglichen

Nachdem Wu und Allen mit einem 11:11 in die finale Session gingen, blieb das Match lange ausgeglichen. In den ersten sieben Frames wechselten sich die beiden Kontrahenten fair mit den Frame-Gewinnen ab. Wu konterte drei Mal eine Allen-Führung. Allen spielte dabei Breaks von u.a. von 82, 57 und 65, Wu glänzte mit einer 126 und 74. Wirklich eng war bis dahin nur der erste Frame des Abends, den Allen auf dramatische Art und Weise nach einem 50er Break von Wu noch stahl.

Das gleiche Kunststück glückte Allen im 30. Frame, dieses Mal reichte dem Chinesen ein 58er Break nicht. Der Nordire kam erst mit 21 Punkten zurück, ehe eine 45er Clearence Allen das 16:14 brachte.

Wu nutzt Allen-Fehler eiskalt

Allen führte im 31. Frame bereits mit 45:0, verschoss dann aber eine Rote auf die Mitte und zeigte erstmals Nerven. Wu nutzte die Gelegenheit nervenstark aus und kam mit einer 67er Clearence auf 15:16 heran.

Dann folgte der Frame, den Allen wohl nie vergessen wird. Nachdem Wu mit einem 51er Break in Führung ging, kam Allen bis auf 37:52 zurück. Nach einem Foul von Wu bekam der Nordire dann die Chance, mit einem offenen Tisch das Match erneut zu entscheiden. Doch Allen verschoss eine simple Rote und hielt Wu im Match. 

Allen scheitert am Druck

Der Shooting Star räumte alle Kugeln bis Blau ab, verschoss dann aber mit Pink den Frameball zweimal. Daraufhin lochte Allen Pink und stellte perfekt auf Schwarz, die ihm das Match gebracht hätte - doch Allen verschoss die Kugel vom Spot und ließ sie lochbar liegen, sodass Wu den Decider erzwang.

In diesem ging Allen mit einem nervenstarken 47er Break in Führung, blieb bei einem Split aber glücklos und stieg sicher aus. Wenig später unterlief ihm dann aber ein grober Safety-Fehler, der Wu ins Break brachte und das der Chinese mit einer sicheren 71er Clearence zum Match beendete. Damit ist auch bei seiner dritten Halbfinal-Teilnahme für Allen in der Vorschlussrunde Endstation, während Wu morgen auf Shaun Murphy trifft.