Felix Gall schreibt beim Giro d'Italia österreichische Radsport-Geschichte

Felix Gall
Felix GallČTK / AP / Andrew Medichini

Felix Gall hat beim Giro d’Italia 2026 ein neues Kapitel in der Geschichte des österreichischen Radsports aufgeschlagen. Der Osttiroler sicherte sich bei der 109. Auflage der Italien-Rundfahrt den zweiten Platz in der Gesamtwertung und erreichte damit die beste Platzierung eines Österreichers auf diesem Level.

Während die traditionelle Schlussetappe in Rom ohne Veränderungen in der Gesamtwertung blieb und der Italiener Jonathan Milan den Tagessieg im Sprint holte, durfte Gall über einen Meilenstein seiner Karriere jubeln. Im Endklassement fehlten ihm lediglich 5:22 Minuten auf Gesamtsieger Jonas Vingegaard.

Vom ambitionierten Ziel zur historischen Leistung

Bereits vor dem Giro hatte Gall keinen Hehl aus seinen Ambitionen gemacht. Nach Platz fünf bei der Tour de France und Rang acht bei der Vuelta im Vorjahr formulierte er sein nächstes Karriereziel klar: „Der nächste Schritt in meiner Karriere ist das Podium bei einer Grand Tour.“

Was damals noch wie ein ehrgeiziger Wunsch klang, setzte der 28-Jährige nun eindrucksvoll um. Über die gesamten drei Wochen präsentierte sich Gall als einer der konstantesten Fahrer des Feldes. Gleich fünfmal belegte er auf einer Etappe den zweiten Rang und zeigte insbesondere in den Bergen seine außergewöhnliche Stärke.

Eine Leistung für die Geschichtsbücher

Mit seinem zweiten Platz sorgte Gall für eine historische Marke. Noch nie zuvor hatte ein österreichischer Fahrer eine Grand Tour auf einem besseren Rang beendet. Gleichzeitig ist es der erste Podestplatz eines Österreichers bei einer der drei großen Landesrundfahrten seit 1957, als Adolf Christian bei der Tour de France Dritter wurde.

 

Felix Gall (re.) im Duell mit Jai Hindley
Felix Gall (re.) im Duell mit Jai HindleyFabio Ferrari/LaPresse / Shutterstock Editorial / Profimedia

 

Entsprechend groß war die Begeisterung entlang der Strecke. Besonders auf der vorletzten Etappe nach Piancavallo säumten zahlreiche österreichische Fans die Anstiege und feuerten ihren Landsmann lautstark an.

„Ich habe meinen Namen oft an der Strecke gehört, das ist sehr cool“, sagte Gall nach der entscheidenden Bergetappe.

Mühlberger als wichtiger Faktor, Vingegaard in eigener Liga

Einen entscheidenden Anteil am Erfolg hatte auch Gregor Mühlberger. Der Oberösterreicher erwies sich während der Rundfahrt als unverzichtbarer Helfer für seinen Teamkollegen.

So stark Gall auch fuhr, an Jonas Vingegaard führte in diesem Jahr kein Weg vorbei. Der zweifache Tour-de-France-Sieger dominierte seine erste Giro-Teilnahme nahezu nach Belieben, gewann fünf Etappen und sicherte sich souverän das Rosa Trikot.

Für Österreich stand dennoch ein anderer Name im Mittelpunkt. Felix Gall hat sein großes Ziel erreicht, den Sprung auf das Podium einer Grand Tour geschafft und dabei österreichische Radsportgeschichte geschrieben.