Vingegaard gewinnt den Giro d'Italia – Milan siegt auf Schlussetappe

Aktualisiert
Jonas Vingegaard nach der Zieleinfahrt
Jonas Vingegaard nach der ZieleinfahrtREUTERS/Jennifer Lorenzini

Jonas Vingegaard hat den 109. Giro d'Italia gewonnen und als erst achter Fahrer der Radsportgeschichte bei allen drei großen Rundfahrten triumphiert. Der 29 Jahre alte Däne vom Team Visma-Lease a bike hielt sich auf der flachen letzten Etappe über 131 km mit Start und Ziel in Rom aus allem raus. Den Sieg bei der abschließenden 21. Etappe am Circus Maximus sicherte sich der italienische Star-Sprinter Jonathan Milan (Lidl-Trek).

Vingegaard war mit äußerst komfortablen 5:22 Minuten Vorsprung auf den Österreicher Felix Gall (Decathlon-CMA CGM)) auf das letzte Teilstück gegangen.

Erarbeitet hatte sich der Ausnahmekönner dieses Polster mit herausragenden Vorstellungen bei den Bergetappen, wo der zweimalige Tour-de-France-Sieger eine Klasse für sich war. Das Giro-Podium komplettierte Jai Hindley (Australien/Red Bull-Bora-hansgrohe) als Dritter.

Jetzt auch die Tour?

Mit 29 Jahren fährt Vingegaard in der Form seines Lebens, agierte nach den Siegen bei Paris-Nizza und Katalonien-Rundfahrt erneut in seiner eigenen Liga. Und muss dennoch damit leben, dass er bei der Tour nur Außenseiter sein wird.

"Ich glaube, dass Pogacar dieses Jahr noch die Nase vorne hat", sagte auch der deutsche Tour-Dritte Florian Lipowitz nun dem SID. Lipowitz verfolgte den Giro aus dem Höhentrainingslager heraus beeindruckt und mit Höchstinteresse. "Vingegaard hat genug Zeit, sich zu erholen. Er wird in Topform bei der Tour am Start stehen", sagte er.

Dass der Tour-Giro-Doppelschlag möglich ist, zeigte der diesmal nach dem Klassiker-Frühling pausierende Pogacar 2024. Damals gewann er sechs Giro-Etappen und die Rundfahrt mit fast zehn Minuten Vorsprung, dominierte also noch deutlicher als Vingegaard. Bei der Tour siegte er klar vor dem aus einer Verletzungspause zurückgekehrten Dänen.

Diesmal kann es Vingegaard seinem Rivalen schwerer machen, bei der womöglich ersten wirklich engen Tour-Entscheidung im Gigantenduell – bislang lagen mindestens 2:43 Minuten (2022) zwischen beiden. Mit Frankreich-Gedanken wollte sich der Mann in Rosa am Sonntag aber noch nicht befassen: "Wir werden erstmal unseren Feiertag in Rom genießen."

Fahrer mit Siegen bei allen drei großen Landesrundfahrten:

Gesamt-Giro-Tour-Vuelta

Eddy Merckx (Belgien): 11-5-5-1

Bernard Hinault (Frankreich): 10-3-5-2

Jacques Anquetil (Frankreich): 8-2-5-1

Alberto Contador (Spanien): 7-2-2-3

Chris Froome (Großbritannien): 7-1-4-2

Felice Gimondi (Italien): 5-3-1-1

Vincenzo Nibali (Italien): 4-2-1-1

Jonas Vingegaard (Dänemark): 4-1-2-1