Frisch wirkte Zverev beim 6:4, 7:6 (7:3) gegen den zähen Kroaten Matej Dodig in der Auftaktpartie der zweiten Runde des Davis Cup gegen Kroatien nicht, brachte Deutschland aber in Führung. Weil danach aber Daniel Altmaier sang- und klanglos verlor, geht das DTB-Team nur mit einem 1:1 in den zweiten Tag - der Weg Richtung Finalturnier ist noch weit.
Gefordert ist am Sonntag auch wieder Zverev, der sechs Tage nach seinem US-Open-Triumph doch härter kämpfen musste als erwartet. "Matej hat ein unglaubliches Match gespielt, so habe ich das nicht erwartet", sagte Zverev bei Prime Video. Er sei sicher, Dodig, aktuell Platz 171 der Weltrangliste, stünde bald unter den Top-20.
Altmaier unterliegt Prizmic
Zverevs zwischenzeitliche 1:0-Führung für die Auswahl des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) wurde durch das 4:6, 3:6 Altmaiers gegen Dino Prizmic im Anschluss entwertet. Auch die zunächst beste Stimmung unter den Zuschauern war damit teils dahin. Auch wenn die Chancen auf den Einzug in das Finalturnier von Bologna noch intakt sind.
Zum Match-Center: Daniel Altmaier vs. Dino Prizmic
Offenkundig war dabei, wie sehr Zverev den Erfolg samt all seiner Konsequenzen genießt. Im Angesicht des Mammutprogramms vergangener Wochen ist dem 29-Jährigen der Tenniszirkus momentan lieber als zwei Wochen Urlaub. Das bisweilen schwierige Verhältnis zwischen ihm und dem Publikum? Vergessen. Der Zverev-Hype war in Halle deutlich zu spüren.

Trotz zehrender Grand-Slam-Strapazen hatte Zverev seine Zusage mit der Konservierung seiner starken Form begründet. Auf dem Center Court der Heristo-Arena ging dem 29-Jährigen, der mit der ersten Weltranglistenführung eines Deutschen seit Boris Becker (1991) liebäugelt, jedoch zunächst die Selbstverständlichkeit voriger Wochen ab. Zwar gelang Zverev das frühe Break zum 2:1, mühte sich aber, seinen Rhythmus zu finden. Der 21 Jahre alte Dodig erwies sich derweil als zäher Gegner, machte wenig Fehler und ließ den Deutschen mehrfach kopfschüttelnd hadern.
Zum Match-Center: Alexander Zverev vs. Matej Dodig
Ernsthaft ins Wanken geriet Zverev allerdings nicht. Zu seriös agierte er bei eigenem Aufschlag - und blieb in kleineren Drucksituationen konzentriert. Mit dem Publikum im Rücken bewies er schließlich im Tiebreak - wie schon bei den US Open - Nervenstärke.
Gegen die Kroaten, bei denen mit dem früheren US-Open-Sieger Marin Cilic der klangvollste Name verletzt fehlt, brauchen Zverev und Co. im Best-of-five-Modus mindestens drei Siege zum Einzug ins Finalturnier in Bologna. Nach dem Auftakt stehen am Sonntag sowohl ein Doppel als auch zwei Einzel an: Ab 12.00 Uhr treffen die US-Open-Finalisten Kevin Krawietz und Tim Pütz auf die Tokio-Olympiasieger Nikola Mektic und Mate Pavic. Danach stehen zwei weitere Einzel an.
Für Deutschland, im Davis-Cup-Ranking hinter Rekordsieger USA und Final-Gastgeber Italien auf Rang drei, ginge es unter den besten acht im November um Davis-Cup-Titel Nummer vier – der letzte Erfolg liegt 33 Jahre zurück.
