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US Open: Rodionov fordert French-Open-Halbfinalist Mensik

US Open: Rodionov fordert French-Open-Halbfinalist Mensik
US Open: Rodionov fordert French-Open-Halbfinalist MensikČTK / Belga Press / VIRGINIE LEFOUR

Jurij Rodionov hat bei seinem US-Open-Debüt bereits für eine Überraschung gesorgt. In der zweiten Runde wartet nun eine noch größere Aufgabe. Der Österreicher fordert den Weltranglisten-18. und French-Open-Halbfinalisten Jakub Mensik.

Rodionov beeindruckt gegen Aufschlag-Riesen

Schon das Erreichen des Hauptbewerbs war für Jurij Rodionov ein Erfolg. Im fünften Versuch überstand er erstmals die US-Open-Qualifikation. Im entscheidenden Match schlug der Niederösterreicher Jacob Fearnley nach Satzrückstand mit 4:6, 6:4, 6:4.

In der ersten Hauptrunde legte Rodionov noch einmal nach. Gegen den gefürchteten Aufschläger Giovanni Mpetshi Perricard setzte er sich mit 7:6, 6:0, 7:6 durch. Besonders bemerkenswert war, dass Rodionov während der gesamten Partie kein einziges Servicegame abgab und keinen Doppelfehler produzierte. Außerdem verwertete er drei seiner neun Breakchancen.

Damit steht der Österreicher erst zum zweiten Mal in seiner Karriere in der zweiten Runde eines Grand Slams. Zuvor war ihm das lediglich bei den French Open 2020 gelungen. Damals gewann er zum Auftakt nach 0:2-Satzrückstand gegen Jeremy Chardy.

Die Formkurve stimmt ebenfalls. Rodionov hält 2026 mittlerweile bei 38 Siegen und 21 Niederlagen, auf Hartplatz lautet seine Bilanz 9:3. Im Juli gewann er in Kitzbühel erstmals seit 2024 wieder ein ATP-Hauptfeldmatch, nun gelangen ihm in New York bereits vier Siege in Serie.

 

Jurij Rodionov möchte auch in der zweiten Runde jubeln
Jurij Rodionov möchte auch in der zweiten Runde jubelnČTK / imago sportfotodienst / Juergen Hasenkopf

 

Mensik mit Grand-Slam-Durchbruch in Paris

Die nächste Hürde ist allerdings deutlich höher. Jakub Mensik gilt mit 21 Jahren bereits als einer der stärksten Spieler seiner Generation. Sein Karrierehoch liegt bei ATP-Rang zwölf, aktuell wird der 1,94 Meter große Tscheche auf Position 18 geführt.

Spätestens seit seinem Triumph beim Masters-1000-Turnier in Miami 2025 ist Mensik auch einem breiteren Publikum bekannt. Im Finale bezwang er ausgerechnet sein Jugendidol Novak Djokovic zweimal im Tiebreak. In dieser Saison gelang ihm schließlich auch auf Grand-Slam-Ebene der endgültige Durchbruch. Bei den French Open erreichte Mensik erstmals ein Major-Halbfinale. Im Viertelfinale besiegte er Joao Fonseca mit 6:4, 6:3, 7:6.

Auch auf Hartplatz präsentiert sich der Tscheche konstant. In Montreal erreichte er im August das Viertelfinale und unterlag dort Ben Shelton. In Cincinnati schaffte er es ins Achtelfinale. Seine Hartplatzbilanz 2026 steht bei starken 22:9 Siegen. Dabei hat Mensik in New York bereits einen Titel gewonnen. Noch vor Beginn des Einzelbewerbs holte er gemeinsam mit Karolina Muchova den Mixed-Doppel-Titel. Im Finale setzte sich das tschechische Duo gegen Belinda Bencic und Flavio Cobolli durch.

 

 

Rodionov muss erneut einen starken Aufschläger knacken

Auch im Einzel ließ Mensik zum Auftakt wenig anbrennen. Gegen den Japaner Shintaro Mochizuki gewann er mit 6:1, 6:4, 7:5. Dabei schlug der Tscheche 18 Asse und verwertete sieben seiner elf Breakchancen. 74 Prozent der Punkte nach seinem ersten Aufschlag gingen an Mensik.

Damit wartet auf Rodionov erneut ein Spieler, dessen Aufschlag zu seinen größten Waffen zählt. Anders als Mpetshi Perricard besitzt Mensik allerdings auch von der Grundlinie deutlich mehr Stabilität. Mit seiner Körpergröße, dem druckvollen ersten Service und einer aggressiven Vorhand versucht der Tscheche, Ballwechsel früh zu bestimmen.

Für Rodionov wird deshalb entscheidend sein, erneut bei eigenem Aufschlag stabil zu bleiben und Mensik möglichst viele Returns spielen zu lassen. Ein Vorteil könnte auch die fehlende gemeinsame Vergangenheit sein. Mensik und Rodionov treffen erstmals aufeinander. Der Tscheche ist klarer Favorit, kennt das unangenehme Linkshänder-Spiel des Österreichers aus einem Match aber noch nicht.

Für Rodionov ist die Ausgangslage ohnehin komfortabel. Nach drei Siegen in der Qualifikation und dem ersten US-Open-Hauptfeldsieg seiner Karriere hat er bereits eine erfolgreiche Turnierwoche hinter sich. Ein Erfolg gegen Mensik wäre nun einer der größten Siege seiner Karriere. In der dritten Runde würde auf den Gewinner das Duell zwischen Learner Tien und Gael Monfils warten.