Kraus fordert eine der besten Spielerinnen der Saison
Auf Sinja Kraus wartet bei ihrem US-Open-Debüt eine der schwierigsten Aufgaben der ersten Runde. Die 24-Jährige trifft am Grandstand ab 17 Uhr auf die als Nummer sieben gesetzte Karolina Muchova.
Kraus steht derzeit auf Rang 86 der Welt und hat sich 2026 erstmals dauerhaft in den Top 100 etabliert. Zwischenzeitlich kletterte die Wienerin sogar bis auf Platz 80. Ihre Jahresbilanz kann sich mit 38 Siegen bei 21 Niederlagen sehen lassen, wobei viele ihrer Erfolge auf Sand und bei kleineren Turnieren zustande kamen. Nach den French Open und Wimbledon ist New York erst ihr dritter Grand-Slam-Hauptbewerb. Ein Match auf dieser Bühne konnte sie bislang noch nicht gewinnen.

Muchova spielt dagegen eine ihrer besten Saisonen. Die Tschechin gewann 2026 die Turniere in Doha und Bad Homburg und erreichte das Wimbledon-Finale. Mit einer Bilanz von 35:9 und Weltranglistenplatz sieben gehört sie auch in New York zum erweiterten Favoritenkreis. Zudem ist Flushing Meadows ohnehin eines ihrer besten Turniere. Muchova stand 2023 und 2024 im Halbfinale und erreichte 2025 das Viertelfinale.
An die Bedingungen gewöhnen musste sie sich diesmal ebenfalls nicht lange. Gemeinsam mit Jakub Mensik gewann Muchova bereits vor Beginn des Einzelbewerbs den Mixed-Titel der US Open. Kraus und Muchova treffen erstmals aufeinander.
Tagger trifft erneut auf Korpatsch
Deutlich offener erscheint die Ausgangslage bei Lilli Tagger. Die 18-Jährige feiert auf Court 13 ebenfalls ihr Debüt im Hauptbewerb der US Open und bekommt es ab 17 Uhr mit Deutschlands Nummer eins Tamara Korpatsch zu tun. In der Weltrangliste trennt beide praktisch nichts. Tagger wird auf Rang 48 geführt und Korpatsch steht auf Position 47.
Beide erlebten im Sommer ihren bislang größten Karriereerfolg. Tagger gewann in Prag ihren ersten WTA-Titel und wurde damit zur ersten Österreicherin seit Yvonne Meusburger 2013, die ein Einzelturnier auf der WTA Tour für sich entscheiden konnte. Sie sprang dadurch erstmals in die Top 50. Korpatsch triumphierte zeitgleich in Hamburg und schaffte ebenfalls erstmals den Sprung unter die besten 50 der Welt.
Für Tagger spricht auch der direkte Vergleich. Beim WTA-Turnier in Jiujiang besiegte sie die Deutsche im vergangenen Oktober mit 6:3, 6:4. Damals war Korpatsch noch die deutlich besser klassierte Spielerin. Seitdem hat sich die Osttirolerin rasant weiterentwickelt.
Nach Erstrunden-Niederlagen bei den French Open und in Wimbledon bietet sich Tagger nun die nächste Gelegenheit, ihren ersten Sieg in einem Grand-Slam-Hauptbewerb einzufahren.
Grabher gegen formstarke Cirstea gefordert
Als dritte Österreicherin ist Julia Grabher im Einsatz. Die Vorarlbergerin trifft im dritten Match nach 17 Uhr auf Court 10 auf die als Nummer 16 gesetzte Sorana Cirstea.
Die Rollen sind klar verteilt. Grabher wird aktuell auf Position 114 geführt, Cirstea steht mit 36 Jahren so hoch wie nie zuvor und ist die Nummer 17 der Welt. Die Rumänin hält 2026 bei 36 Siegen aus 49 Matches. In Cluj-Napoca holte sie ihren vierten WTA-Titel, bei den French Open erreichte sie das Viertelfinale. Auch mit New York verbindet Cirstea gute Erinnerungen. 2023 stand sie hier unter den letzten Acht.
Grabher hat dagegen ihre besten Resultate traditionell auf Sand erzielt. In dieser Saison erreichte sie unter anderem das Finale des WTA-125-Turniers in Kitzbühel. Bei den Australian Open und French Open gelang ihr jeweils der Einzug in die zweite Runde. Bei ihrem bisher einzigen US-Open-Hauptbewerb 2024 war hingegen zum Auftakt Schluss.
Ganz unbekannt ist Cirstea für die 30-Jährige nicht. In Linz 2020 profitierte Grabher beim Stand von 3:2 von einer Aufgabe der Rumänin. Das bislang einzige vollständig ausgespielte Duell ging 2022 in Istanbul mit 7:5, 6:1 an Cirstea. Diesmal braucht Grabher wohl eine ihrer besten Hartplatzleistungen, wenn sie die gesetzte Rumänin erneut ins Wanken bringen möchte.
