"Es war Wahnsinn", sagte Struff nach dem epischen 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 7:5 in den Londoner Hitze gegen den favorisierten Russen Daniil Medvedev. Vor seiner Ankunft im All England Club hatte er seit Oktober auf zwei Siege bei einem Turnier im Hauptfeld gewartet, nun steht der Counter schon bei drei. "Es ist nicht cool, wenn man nicht so viele Matches gewinnt und in keinen Rhythmus kommt. Das kann aber leider mal passieren", sagte Struff. Dass es nun ausgerechnet in Wimbledon mit der lang erwarteten Siegesserie klappt, sei "natürlich sehr schön".
Zum Match-Center: Jan-Lennard Struff vs. Daniil Medvedev
Auf dem Weg ins Achtelfinale musste sich Struff dabei schon aus zahlreichen kniffligen, ja schier aussichtslosen Situationen rauskämpfen. Gegen Medvedev lag er in allen Durchgängen zurück, in Satz zwei und drei sogar mit 2:5. Doch dieser Tage ist der "Comebacker" nicht kleinzukriegen. "Dass ich ihn in drei Sätzen schlage", sagte Struff, "ist unglaublich."
Struff vor harter Aufgabe Hurkacz
Im fünften Anlauf gelang ihm auf der Insel endlich der ersehnte Drittrundensieg. Im Live-Ranking ist Struff bereits um 13 Plätze nach oben auf Rang 61 geklettert, alle Erwartungen sind erfüllt. Doch der Warsteiner spürt, dass die Reise noch länger gehen kann. "Jedes Match ist bei 50:50", sagte er vor seinem Duell am Sonntag mit der "brutal schweren" Aufgabe Hubert Hurkacz: "Ich werde alles auf dem Platz lassen und mir den Arsch aufreißen."
Gegen die polnische Nummer 96 der Welt glaubt "Struffi" an seine Chance. Und sollte er auch Hurkacz mithilfe seiner Nervenstärke und Coolness niederringen, könnte im Viertelfinale ein ganz besonderes Date mit dem italienischen Weltranglistenersten Jannik Sinner auf dem Centre Court warten. Ganz so weit will Struff aber noch nicht denken.
Zum Match-Center: Hubert Hurkacz vs. Jan-Lennard Struff
Nach den anstrengenden drei Runden freute er sich schließlich über einen bitter benötigten Tag Pause, mit seinen 36 Jahren sei er "nicht mehr der Jüngste". Und so stand neben ein bisschen Training vor allem Entspannung auf dem Programm. "Ich wohne ja relativ nah hier", sagte Struff. Er wolle ein bisschen "Zeit im Garten" und "mit dem Hund" verbringen, ein bisschen "ausruhen, schlafen, Fußball und Wimbledon schauen". Und inmitten der "Struffi-Mania" einfach mal durchatmen.
