Beste Freunde waren Zverev und der grüne Untergrund bislang wahrlich nicht, daran war aber nie der Schnupfen schuld. Das Spiel auf dem schnellsten aller Beläge behagte Zverev nicht, kein einziges Turnier hat er auf Rasen gewonnen, in Wimbledon war spätestens im Achtelfinale Schluss. Doch seit der Erlösung von Paris hat sich vieles verändert, Zverev tritt an der Church Road mit einem ganz neuen Selbstverständnis an - und lässt das trotz juckender Nase die starke Konkurrenz um Jannik Sinner und Novak Djokovic genau wissen.
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Ja, Wimbledon sei "schon immer das Grand-Slam-Turnier" gewesen, bei dem er sich "am schwersten getan" habe, sagte der 29-Jährige vor seinem Auftakt am Dienstag gegen den Belgier Alexander Blockx: "Persönlich habe ich dieses Jahr allerdings ein anderes Gefühl."
Sinner kommt mit Selbstvertrauen
Zverev spürt nach seinem Triumph in Frankreich "mehr Freude und Freiheit", er ist bereit für einen Siegeszug auf Rasen. Doch auch er weiß, dass der Weg zum möglichen Titel hart wird. Denn während die Tenniswelt freudig der Rückkehr von Serena Williams entgegenblickt, feiert bei den Männern mit dem italienischen Weltranglistenersten Sinner ein weiterer großer Name sein Comeback - wenngleich eines der etwas anderen Art.
Der Weltranglistenerste kommt einen Monat nach dem schockierenden Zweitrundenaus in der brütenden Hitze von Paris als Titelverteidiger zurück in den All England Club. "Ich fühle mich gut", sagte Sinner, der am Montag auf dem Centre Court gegen den Serben Miomir Kecmanovic (14.30 Uhr MESZ/Prime Video) sein erstes offizielles Match seit dem denkwürdigen Einbruch bei den French Open bestreitet. Dass er im Vorfeld kein Vorbereitungsturnier auf Rasen absolviert hat, bereitet ihm keine Bauchschmerzen. "Letztes Jahr bin ich in Halle in der zweiten Runde ausgeschieden. Ich bin hierhergekommen - und habe sehr gut gespielt", sagte Sinner selbstbewusst.
Doch nicht nur der Italiener wittert seine Chance auf den nächsten Triumph, in seinem Schatten nimmt Grand-Slam-Rekordgewinner Djokovic seinen bereits achten Titel im Stadtteil SW19 ins Visier. "Ich glaube, ich bin hier besser vorbereitet als für Roland Garros, das sehr anspruchsvoll und kräftezehrend war", sagte der Serbe, der in Paris wie Sinner früh ausgeschieden war: "Ich hatte vor, in Wimbledon meine Bestform zu erreichen, nachdem mich die Schulterverletzung mehrere Monate lang von der Tour ferngehalten hatte."
Die Rivalen sind bereit - doch Zverev will sich von Kampfansagen nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Am Ende des Tages, wenn ich auf dem Platz bin, möchte ich meinen Job zu einhundert Prozent machen und mein bestes Tennis zeigen", sagte der Hamburger. Dass das in Wimbledon auch mit einer Rasenallergie geht, hat schon Sabine Lisicki bewiesen: Vor 13 Jahren schaffte sie es ins Finale.
