Laura Freigang trainiert von der ersten Minute an mit voller Konzentration, sie geht bei jeder Übung im Stile einer Kapitänin voran. Auch ein Lächeln huscht der Hoffnungsträgerin von Eintracht Frankfurt vor dem ersten Pflichtspiel nach Bekanntwerden der Doping-Problematik übers Gesicht - doch über Freigang schwebt weiterhin eine pikante Frage.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) prüft kurz vor dem Saisonstart noch immer ihre Versäumnisse bei den Anti-Doping-Meldungen. Die Ermittlungen des Kontrollausschusses seien "aufgrund des umfangreichen Sachverhalts und der komplexen medizinischen und rechtlichen Fragestellungen sehr zeitintensiv", teilte der DFB auf SID-Anfrage mit.
Bundesligastart wohl nicht in Gefahr
So wird die Nationalspielerin wohl auch am Mittwoch in der Champions-League-Qualifikation im heimischen Brentanobad-Stadion auflaufen. Freigang sei "bis zu einem möglichen Urteil ein fester Bestandteil unseres Kaders, eine wichtige Führungsspielerin und wird bis dahin selbstverständlich auch für uns in Pflichtspielen zum Einsatz kommen", sagte Eintracht-Direktorin Katharina Kiel: "Als Klub stehen wir hinter Laura und sie erhält von uns im Rahmen unserer Möglichkeiten die maximale Unterstützung."
Nach der Königsklassen-Quali gegen Omonia Nikosia (19.00 Uhr) wird Freigang ihrem Team dann wohl auch zweieinhalb Wochen später beim Bundesligastart gegen den 1. FC Köln helfen können. Ihre Rolle als Kapitänin scheint sie ebenfalls zu behalten. Nachdem Trainer Niko Arnautis beim Trainingsauftakt die Frage noch offen gelassen hatte, trug sie im letzten Testspiel "ihre" Kapitänsbinde wieder. Wie lange noch?
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Ausgang im "Fall Freigang" offen
Anfang Juni übertrug die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) den "Fall Freigang" an den DFB. Die Nationalspielerin hatte drei "Strikes" innerhalb von zwölf Monaten gesammelt, also Versäumnisse bei der verpflichtenden Meldung ihres Aufenthaltsortes für den Fall von Dopingkontrollen. Freigang (28) selbst hatte bei Instagram nach Bekanntwerden der Vorwürfe von "Missverständnissen" gesprochen. Ein Dopingverdacht gegen sie habe "zu keinem Zeitpunkt" bestanden.
Der DFB-Kontrollausschuss hatte dennoch "ein entsprechendes Verfahren gegen die Spielerin eingeleitet. Dieser wurde zunächst Gelegenheit gegeben, zu dem Vorgang eine schriftliche Stellungnahme abzugeben", erklärte der Verband zum Vorgehen seither. Der ganze Vorgang dauert allerdings lange. Es gingen im "Interesse aller Beteiligter Sorgfalt und Gründlichkeit vor Schnelligkeit", führte der Verband aus und verwies auf rechtliche Fristen.
Immerhin wird jedes einzelne Versäumnis Freigangs detailliert überprüft. Wann mit einer möglichen Entscheidung durch die unabhängigen Rechtsinstanzen des DFB zu rechnen ist, sei "momentan noch rein spekulativ". Wie es für Freigang weitergeht, die auch Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien hegt, ist komplett offen. Für das ihr vorgeworfene Vergehen kommt eine Sperre von bis zu zwei Jahren infrage.
