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Union Berlin zieht Kopf aus der Schlinge – Siege für Mainz, Gladbach und Darmstadt

Union Berlin vermied ein frühes Aus in Braunschweig
Union Berlin vermied ein frühes Aus in BraunschweigČTK / imago sportfotodienst / Ayman Alahmed

Fußball-Bundesligist Union Berlin hat seinem Trainer Mauro Lustrinelli mit Mühe ein erfolgreiches Debüt beschert. Die Berliner meisterten im ersten Pflichtspiel unter dem Schweizer am Sonntag die Auftakthürde im DFB-Pokal und zogen mit einem 4:2 (1:1) beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig in die zweite Runde ein.

Neuzugang Zeno van den Bosch (31.), Tom Rothe (63.) und der eingewechselte Marin Ljubicic (72./90+4.) trafen für den Favoriten, der sich gegen den mutig aufspielenden Underdog jedoch schwer tat. Dennoch können die Köpenicker mit einem Erfolg im Rücken am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Eintracht Frankfurt in die Bundesliga-Saison starten.

Zum Match-Center: Eintracht Braunschweig vs. 1. FC Union Berlin

Der Doppelpack von Max Marie (11./54.) reichte Braunschweig nicht, um erstmals seit der Saison 2022/23 die erste Runde zu überstehen. In den vergangenen Jahren waren die Niedersachsen in Duellen mit dem VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt an Erstligisten gescheitert.

Das Momentum zum Spiel
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Trotz einer durchwachsenen Vorbereitung inklusive einer Niederlage beim Regionalligisten Carl Zeiss Jena sowie der missglückten Generalprobe gegen den Premier-League-Klub Ipswich Town (2:4) hatte Lustrinelli, der im Juli die Nachfolge von Interimstrainerin Marie-Louise Eta angetreten hatte, vor seiner Pflichtspiel-Premiere am Sky-Mikrofon betont: "Die Mannschaft ist ready."

Doch nach starken Anfangsminuten der Berliner übten die Gastgeber zunehmend Druck aus und Marie traf gegen Matheo Raab, der statt des zuletzt angeschlagenen Frederik Rönnow zwischen den Pfosten stand, zur verdienten Führung. Union war um eine Antwort bemüht, van den Bosch war schließlich nach einer Ecke per Kopf erfolgreich.

Doch Braunschweig zeigte sich unbeeindruckt, Noah Katterbach sorgte mit einem Lattentreffer (36.) für das nächste Ausrufezeichen. In einer muntereren Partie bot der Zweitligist den Berlinern Paroli, auch weil Union den Braunschweigern wie beim nächsten Gegentreffer durch Marie zu viel Platz ließ. Die Berliner bewiesen beim erneuten Ausgleich durch Rothe jedoch wieder einmal ihre Standardstärke, wenig später sorgte Ljubicic zehn Minuten nach seiner Einwechslung für die erste Führung der Gäste.

Schneller Tietz-Hattrick: Mainz ohne Probleme auf dem Dorf

Ein Hattrick von Phillip Tietz in nur 13 Minuten hat dem FSV Mainz 05 zu einem entspannten Saisonauftakt verholfen. Dank seines treffsicheren Stürmers geriet das Erstrundenspiel des Fußball-Bundesligisten im DFB-Pokal beim Dorfklub VfB Krieschow mit 9:0 (5:0) zu einem Sonntagsspaziergang in der brandenburgischen Provinz.

Zum Match-Center: VfB Krieschow vs. Mainz 05

Tietz sorgte mit seinen drei Toren (19./26./32.) schon früh für klare Verhältnisse im Duell mit dem Fünftligisten, in der zweiten Halbzeit legte 29-Jährige seinen vierten Treffer nach (57.). Nadiem Amiri (39./48.), Sheraldo Becker (43.), der eingewechselte Neuzugang Ransford Königsdörffer (73.) und William Böving (88.) erhöhten außerdem für die Gäste, die am Samstag (15.30 Uhr/Sky) daheim gegen Aufsteiger SC Paderborn in die Bundesliga starten.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einer Chance des Außenseiters durch Martin Zurawsky (7.) ging der Favorit durch einen Kopfball von Tietz nach einer Flanke von Philipp Mwene in Führung. Sieben Minuten später erhöhte der Stürmer nach einer Hereingabe von Anthony Caci mit dem rechten Fuß. Wieder mit dem Kopf machte der 29-Jährige seinen Hattrick perfekt. Damit war die Partie entschieden, Mainz spielte aber seriös weiter.

Krieschow, 15 Kilometer entfernt von Cottbus, ist mit knapp 500 Einwohnern das kleinste Dorf in der Geschichte des DFB-Pokals. Der 1921 gegründete VfB, der in DDR-Zeiten BSG Traktor Krieschow hieß, spielt seit 2017 in der Südstaffel der Oberliga Nordost. Mit dem Sieg im brandenburgischen Pokalfinale gegen Energie Cottbus gelang dem Team des ehemaligen Zweitligaspielers Robert Koch erstmals der Sprung in die erste Hauptrunde.

Amiri erreichte das perfekte Rating
Amiri erreichte das perfekte RatingFlashscore

FSV-Trainer Urs Fischer, der mit dem Ex-Nürnberger Fabio Gruber nur einen Neuzugang in der Startelf aufbot, sprach vor dem Anpfiff auf dem mit mobilen Tribünen auf 4000 Zuschauer aufgestockten VfB-Platz von den "Reizen" des DFB-Pokals. "Die Kleinen ärgern die Großen", sagte er bei Sky, "für Krieschow ist es ein Fest." Lange ärgern ließ sich sein Team aber nicht.

Gladbach mit lockerem Sieg beim Fünftligisten Schott Mainz

Borussia Mönchengladbach hat seine vielversprechende Frühform auch im ersten Pflichtspiel bestätigt und die erste Hürde des DFB-Pokals locker übersprungen. Nach sieben Siegen in sieben Testspielen gewann Borussia problemlos mit 5:0 (2:0) beim Fünftligisten TSV Schott Mainz.

Zum Match-Center: TSV Schott Mainz vs. Borussia Mönchengladbach

Hugo Bolin überzeugte mit einem Doppelpack (22./48.), auch Daiki Hashioka (25.), Lukas Ullrich (61.) und der Teenager Wael Mohya (67.) trafen. Letztmals war Gladbach in der Saison 2013/14 in der ersten Pokalrunde gescheitert, damals mit 4:5 nach Elfmeterschießen gegen den SV Darmstadt.

Derlei dunkle Erinnerungen ließ der dreimalige Titelträger am Sonntag zu keinem Zeitpunkt zu. "Wir wollen zeigen, warum wir Favorit sind, das Spiel sehr professionell und mit Demut angehen und trotzdem mit einer gewissen Freude", hatte Trainer Eugen Polanski vorgegeben.

Die Stats zum Spiel
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Sein Team lieferte: Im Stadion des Ligarivalen Mainz 05 zeigte Gladbach eine konzentrierte Vorstellung - wie zuletzt beim 2:1-Erfolg im Test gegen Europa-League-Sieger Aston Villa. In der Bundesliga startet Gladbach am Samstag (15.30 Uhr) bei RB Leipzig.

Damstadt gelingt erster Saisonsieg

Der SV Darmstadt 98 hat nach einem schwachen Start in die 2. Fußball-Bundesliga seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Beim Viertligisten Carl Zeiss Jena gewann die Mannschaft von Trainer Florian Kohlfeldt ein umkämpftes Erstrundenspiel im DFB-Pokal 2:1 (2:1). In den beiden vergangenen Jahren hatten die Hessen, mit nur einem Punkt aus den ersten beiden Ligaspielen angereist, jeweils das Achtelfinale erreicht.

Zum Match-Center: Carl Zeiss Jena vs. SV Darmstadt

Jena, das zuletzt in der Saison 2015/2016 die zweite Runde erreicht hatte, hielt zunächst gut mit, geriet durch Milan Smit dennoch früh in Rückstand (11.). Dem unerwarteten Ausgleich der Thüringer durch einen 35-Meter-Schuss von Elias Löder (39.) folgte prompt der zweite Treffer der zunehmend überlegenen Lilien durch Lance Duijvestijn (41.).

Darmstadt tat danach wenig für die Offensive, die Gäste verwalteten lieber ihren knappen Vorsprung. Beim Bemühen um den erneuten Ausgleich gelang Jena nach der Pause allerdings auch kaum eine erfolgversprechende Aktion. Die beste Chance zum erneuten Ausgleich besaß der eingewechselte Tristan Teuber, der den Ball jedoch knapp neben das Tor lenkte (80.).

Dresden feiert Rekord-Schützenfest gegen Viertligisten

Dynamo Dresden hat mit einer eindrucksvollen Leistung die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht - und dabei ein historisches Schützenfest gefeiert. Beim völlig überforderten westfälischen Regionalliga-Neuling Westfalia Rhynern, der aus seinem kleinen Sportpark in Hamm in das rund 35 Kilometer Luftlinie entfernte Preußenstadion in Münster umgezogen war, gewann der Zweitligist 6:0 (5:0) - es war der höchste Sieg der Sachsen im DFB-Pokal.

Zum Match-Center: Westfalia Rhynern vs. Dynamo Dresden

Gegen den Meister der Oberliga Westfalen, der erstmals die erste Runde im DFB-Pokal erreicht hatte, erwies sich die SGD als gnadenlos. Jonas Sterner (8.), Niklas Hauptmann (17.) als Dreh- und Angelpunkt in der Offensive, Vincent Vermej (30.), Ben Bobzien (34.) und Kaan Inanoglu (39.) sorgten bereits vor der Pause für mehr als klare Verhältnisse für den drückend überlegenen siebenmaligen Pokalsieger der DDR. Danach folgte noch der Treffer von Robert Wagner (54.).

Rhynern, dessen Trainer Marco Stiepermann als Spieler von Borussia Dortmund 2011 deutscher Meister unter Jürgen Klopp geworden war, hatte den hoch seriös auftretenden Dresdnern und deren zunehmender Spielfreude nichts entgegenzusetzen. Dynamo übertraf trotz gemäßigterer Gangart in der zweiten Halbzeit seinen bisherigen Rekordsieg aus der Saison 1991/1992 - ein 5:0 gegen den Suhler SV.