Vladimir Petkovic (Algerien)
GEBURTSDATUM: 15. August 1963
NATIONALITÄT: Schweiz / Bosnien-Herzegowina
IM AMT SEIT: Februar 2024
TAKTISCHES PROFIL: Balance und kontrollierter Spielaufbau
GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Gewinn Coppa Italia 2013 (Lazio), EM-Achtelfinale 2016, WM-Achtelfinale 2018, EM-Viertelfinale 2021 (Schweiz)
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"Doktor" und Meister der Analyse
Nach dem überraschenden Vorrunden-Aus beim Afrika Cup 2024 stand der algerische Fußball-Verband unter großem Druck. Die Sehnsucht der stolzen Fußball-Nation nach einem Titel wuchs ins Unermessliche. Dementsprechend große Bedeutung hatte die Trainerfrage erhalten.
Dass schließlich der langjährige Schweizer Nationaltrainer zum neuen Coach der Algerier bestellt wurde, galt als Überraschung. Doch es gelang ihm schnell, die Mannschaft auf seine Seite zu bringen. Das verdankt er auch seinem ungeheuren Sprachtalent. Pektovic spricht fließend Italienisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Spanisch und Kroatisch.
Da zahlreiche der algerischen Nationalspieler in Frankreich aufgewachsen sind, hatte er also kaum Probleme, sich in der Kabine Respekt zu verschaffen. Bald besänftigte er mit seiner ruhigen und doch offenherzigen Art auch die Öffentlichkeit und verschafft damit auch einer verunsicherten Mannschaft neues Selbstvertrauen.

Petkovic – der in der Schweiz den Spitznamen "Doktor" bekommen hat – gilt als Taktikfuchs, der den Erfolg seiner Teams stets über die eigenen Prinzipien stellt. Obwohl er eigentlich eine Dreierkette bevorzugt, lässt er Algerien zumeist mit einer Viererkette spielen – weil er erkannt hat, dass diese Formation besser zu den Stärken der Mannschaft passt.
Der Erwartungsdruck in Algerien ist weiterhin riesig, zumal im Team vorhandene Talent extrem ausgeprägt ist. Petkovic gelingt es aber, auf Pressekonferenzen den Druck rauszunehmen. Im Zweifelsfall stellt er sich stets vor die eigene Mannschaft, Kritik wird im Regelfall nur innerhalb der Kabine geäußert.
Petkovic zeichnet sich auch durch eine ausgeprägte Bodenständigkeit aus. Bevor er Profi-Trainer wurde, arbeitete er fünf Jahre in Locarno bei der christlichen Hilfsorganisation Caritas. Er war dort als Sozialarbeiter tätig, leitete Programme für Arbeitslose und half schwer vermittelbaren Menschen, wieder auf die Beine zu kommen.
