Trotzdem ließe sich nun anführen, dass bislang nur das Minimalziel erreicht ist. Die Rede war einmal von einer Medaille. Als dieses Ziel kommuniziert wurde, war die Situation jedoch noch eine andere. Es war davon ausgegangen worden, dass Starspielerin Satou Sabally dabei sein könnte, alle anderen WNBA-Profis bei 100 Prozent wären. Nun fehlt Sabally verletzt, ihre Schwester Nyara und Leonie Fiebich sind gerade erst nach längeren Pausen zurückgekehrt.
Sollte das Turnier nun nach dem Viertelfinale gegen Europameister Belgien für den Gastgeber vorbei sein, was stünde dann unter dem Strich? Wäre die WM trotzdem ein Erfolg? Ja, ganz sicher. Denn diese WM ist schon jetzt unschätzbar wertvoll.
Match-Center: Belgien vs. Deutschland
Die sensationellen Titelgewinne der Basketball-Männer aus 2023 und 2025 können den Blick auf die Lage der Dinge schon mal verzerren, die Erwartungen an die Frauen beeinflussen. Denn in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung findet Frauen-Basketball erst seit Platz sechs bei der EM 2023 so richtig statt. Fernab breiter Berichterstattung war es die Geburtsstunde der Generation um Fiebich und Co., die natürlich schon viel länger für Deutschland spielte, aber nie wirklich gesehen wurde.
Vorbild für eine neue Generation
Nach der ersten Olympiateilnahme 2024, 3x3-Gold im gleichen Jahr und Platz fünf bei der EM 2025 schauen in Berlin plötzlich nun viele Menschen hin, die Hallen waren bei den Gruppenspielen ausverkauft und das Medieninteresse hierzulande ist groß. Das gab es vorher in dieser Form nicht.
Was die Fans sehen, sind Frauen, die sich nicht nur als Basketballerinnen aufopfern, wie das jede Sportlerin nun einmal tut, wenn sie ihr Land vertritt. Ihnen ist bewusst, dass sie kleine Mädchen auf den Tribünen inspirieren, sie zum Basketball bringen. Nicht wie Dennis Schröder oder Franz Wagner wollen die Kleinen sein, hinten auf ihren Trikots steht "Sabally" oder "Fiebich".
Die deutschen Basketballerinnen sind zu den Vorbildern geworden, die sie selbst nie hatten. Wenn das mal kein Erfolg ist. Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf muss auch die Sensation gegen Belgien kein Traum bleiben.
