Wembanyama "einfach schlecht": Knicks landen Auswärts-Coup beim Außerirdischen

Wembanyama war sich selbst zu "schlecht."
Wembanyama war sich selbst zu "schlecht."https://www.flashscore.com/match/basketball/new-york-knicks-WCNO4nbt/san-antonio-spurs-IwmkErSH/?mid=4zPsYSbC

Die New York Knicks hoffen nach ihrem Auftaktsieg in den NBA Finals mehr denn je auf den ersten Titelgewinn seit 1973 - auch weil Spurs-Superstar Victor Wembanyama sein Potenzial nicht abrief.

Victor Wembanyama stapfte frustriert in die Kabine, der NBA-Superstar schüttelte unentwegt den Kopf. "Ich war heute Abend einfach schlecht", schimpfte Wembanyama nach der 95:105-Heimpleite gegen die New York Knicks über sich selbst. Der Fehlstart seiner San Antonio Spurs in Spiel eins der NBA-Finals hatte "Wemby" arg zugesetzt.

Der 22 Jahre alte Überflieger, der im Halbfinale den Titelverteidiger Oklahoma City Thunder fast im Alleingang rausgekegelt hatte, ist von den abgebrühten Knicks unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt worden.

Match-Center: San Antonio Spurs vs. New York Knicks

Wembanyamas Aktionen wirkten fahrig, im Frost Bank Center von San Antonio traf er nur sechs von 21 Würfen aus dem Feld. Auch weil Knicks-Routinier Karl-Anthony Towns ihn ein ums andere Mal abkochte und den "Außerirdischen" immer wieder verdammt menschlich aussehen ließ. Das, kommentierte Legende Charles Barkley auf ESPN, war "der Schlüssel zum Spiel".

Von diesem Rückschlag will sich Wembanyama auf dem Weg zum ersten Spurs-Titel seit 2014 aber "nicht aufhalten lassen. Jedes Team verteidigt mich anders", sagte er und versprach: "Ich werde eine Lösung finden." Am besten schon im nächsten Heimspiel am Freitag, wenn die Basketball-Welt erneut gebannt nach San Antonio blickt. Dann kämpfen der französische 2,24-m-Riese und sein blutjunges Team (der jüngste Finalteilnehmer seit den Portland Trail Blazers 1977) gegen das drohende 0:2 an.

"Zusammenhalt" als Schlüssel der Knicks

Welpenschutz dürfte der Final-Rookie auch weiterhin nicht bekommen. Die Knicks brennen schließlich auf ihren dritten NBA-Titel, den ersten seit 1973. New Yorks aktuelle Serie von zwölf (!) Playoff-Siegen in Serie ist beeindruckend, die sogenannten "Sweeps" (4:0-Erfolge) in den letzten beiden Runden sorgen für enormes Selbstvertrauen. Gegen die Spurs ließen sich Topstar Jalen Brunson (30 Punkte) und seine Mitspieler auch von einem zwischenzeitlichen 14-Punkte-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen und setzten bei der ersten Knicks-Finalteilnahme seit 1999 gleich ein kleines Zeichen.

"Es gibt viele Dinge, die wir hätten besser machen können, aber ich glaube, unser Zusammenhalt war wirklich der entscheidende Unterschied", sagte Brunson. Center Ariel Hukporti, der als insgesamt erst sechster Deutscher im Finale um die Larry O'Brien Trophy spielt, kam bei New York nicht zum Einsatz. Der Big Man aus Stralsund könnte sich nach Dirk Nowitzki (2011) und Isaiah Hartenstein (2025) zum dritten deutschen NBA-Champion krönen.

Und Wembanyama? Der gab sich betont gelassen. Mit Blick auf die Best-of-seven-Serie sei er "nicht im Geringsten besorgt. Wir werden uns deutlich steigern. Und ich werde mich deutlich steigern."