Im September schien der Traum jedoch bereits in weite Ferne gerückt – beim Training in Zermatt hatte sich die 28-Jährige das Sprungbein (Talus) gebrochen und das Außenband gerissen. Nun fährt Hofmeister am Sonntag im Parallel-Riesenslalom in Livigno (Finale ab 13.00 Uhr/ZDF und Eurosport) um die Medaillen.
Dass sich die viermalige Gesamtweltcupsiegerin trotz mehrmonatiger Trainings- und Wettkampfpause in Windeseile zurück in den Kreis der Favoritinnen katapultiert hat, verwunderte sogar sie selbst. Bei ihrem Weltcup-Comeback Anfang Januar fuhr Hofmeister im schweizerischen Scoul auf Anhieb auf Platz eins, es folgten vor Olympia ein weiterer Sieg sowie je ein zweiter und ein dritter Rang.
"Damit habe ich nicht gerechnet", sagte sie am Freitag im Gespräch mit dem SID, "das hat mich ziemlich überwältigt." Allein dass sie ihren Verletzungsrückschlag im Herbst erstaunlich gut hatte verarbeiten können, hat die Athletin vom WSV Bischofswiesen überrascht.
Die körperlichen Schmerzen, berichtet Hofmeister, seien eine Herausforderung gewesen, "aber mental ging es mir von Anfang an gut. Es gab kein Loch." Im Moment der Verletzung habe sie sich gedacht: "Es ist erst September. Nicht Dezember. Dann wäre es unmöglich gewesen."
Glück und Form entscheiden den Wettbewerb
Trotz ihres furiosen Comebacks verspürt Hofmeister, die bei den Spielen 2018 in Pyeongchang Bronze gewann, in Livigno aber keinen Druck. Den Race-Boardern bietet sich bei Olympia mit dem Parallel-Riesenslalom nur eine Medaillenchance, "es ist tagesformabhängig, vielleicht gehört auch ein bisschen Glück dazu", sagt Hofmeister deshalb.
Zumal es gleich mehrere internationale Topathletinnen mit Chancen auf Gold gibt: Für Hofmeister zählen die zweimalige Olympiasiegerin Ester Ledecka aus Tschechien, Tsubaki Miki aus Japan sowie die Italienerinnen um Elisa Caffont zu den stärksten Konkurrentinnen. Und doch hätte sie wohl nichts dagegen, sich am Sonntag ein weiteres Mal selbst zu überraschen.
