Während Agyekum seine erste große Medaille mit der Deutschland-Fahne um die Schultern feierte, war der erfolgsverwöhnte Warholm überglücklich: "Das bedeutet mir sehr viel", sagte der 30 Jahre alte Ausnahme-Athlet. U23-Europameister Owe Fischer-Breiholz landete in 48,56 Sekunden auf dem fünften Platz, zu Bronze fehlten ihm zwei Zehntel.
"Wir sind nicht hier, um Warholm hinterherzulaufen. Wir wollen zeigen, was wir drauf haben und dafür sind wir da", hatte Agyekum über sich und Trainingskollege Fischer-Breiholz nach dem Halbfinale gesagt. Letztlich war Tokio-Olympiasieger Warholm, dessen Weltrekord bei 45,94 Sekunden steht, aber eine Klasse für sich. Von Anfang an rannte er dem Feld davon, Agyekum hatte nie eine reelle Goldchance. Silber war der maximal mögliche Erfolg.
Warholm auf den Spuren von Schmid?
Warholm, der bereits mit der Mixed-Staffel der Norweger über 4x400 m triumphiert hatte, holte seinen vierte EM-Titel in Serie über die Hürdenrunde und überbot damit Schmid. Der Gelnhausener hatte von 1978 bis 1986 dreimal in Folge triumphiert - damals wurde die EM noch im Vierjahres- statt wie heute im Zweijahresrhythmus ausgetragen.
Von Schmids Erfolgen ist Agyekum noch ein ganzes Stück entfernt, nach 48 Jahren löste er ihn aber immerhin als Inhaber des deutschen Rekorden ab. 47,45 Sekunden lief Agyekum im Juli in London, drei Hundertstel unter Schmids letztgültigem Wert aus den Jahren 1982 und 1987.
