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Alcaraz warnt: Formatänderung würde das Vermächtnis der Grand Slams zerstören

Carlos Alcaraz beim Laver Cup in London
Carlos Alcaraz beim Laver Cup in LondonREUTERS / Dylan Martinez

Carlos Alcaraz hat sich klar für den Erhalt des traditionellen Best-of-Five-Formats bei den Grand-Slam-Turnieren ausgesprochen. Eine Verkürzung der Herren-Matches würde den Charakter der vier Majors nachhaltig beschädigen. Handlungsbedarf sieht die Nummer drei der Welt vielmehr beim überfüllten Turnierkalender.

Die Debatte über die extremen Belastungen der Profis, nächtliche Matches und die Dichte des Spielplans gewann zuletzt bei den US Open erneut an Fahrt. Dort endete Alcaraz’ Titelverteidigung im Viertelfinale gegen Ben Shelton erst um 3:33 Uhr morgens.

Zwar befürwortet der Spanier Maßnahmen gegen Matches, die sich bis in die frühen Morgenstunden ziehen, eine Aufweichung des traditionellen Formats lehnt er jedoch strikt ab. Am Mittwoch betonte er bei den Japan Open in Tokio: "Die Faszination der Grand Slams liegt genau im Best-of-Five-Format. Wenn wir das abschaffen und stattdessen Best-of-Three spielen, zerstören wir das historische Erbe dieser Turniere und die Grand Slams selbst. Es wird seit jeher so gespielt – das macht sie einzigartig und besonders. Daran würde ich nichts ändern."

Andere Branchengrößen zeigen sich offener für Reformen. Novak Djokovic regte kürzlich an, zumindest in den ersten Runden auf Best-of-Three zu verkürzen. Auch Andrew Abdo, der neue Chef von Tennis Australia, deutete auf der Sport-NXT-Konferenz an, dass alternative Zählsysteme geprüft werden könnten.

Die Verantwortlichen der Australian Open ruderten daraufhin jedoch schnell zurück: Innovation gehöre zwar zur DNA der Grand Slams, der Modus über fünf Gewinnsätze stehe jedoch außer Frage. Weitere Details zur Ausrichtung sollen vor der Auflage von 2027 folgen.

Um den Sorgen der Spieler bezüglich Belastung und Vergütung zu begegnen, haben die vier Grand-Slam-Turniere einen neuen Spielerbeirat ins Leben gerufen. Die offizielle Besetzung ist zwar noch unbestätigt, Medienberichten zufolge gehören jedoch unter anderem Novak Djokovic, Elena Rybakina und Aryna Sabalenka dem Gremium an. Alcaraz und Jannik Sinner sind dort hingegen nicht vertreten.

Keine wöchentlichen Turniere mehr?

Alcaraz appellierte, den Fokus primär auf die Entlastung des elfmonatigen Spielplans zu legen. Der Spanier weiß, wovon er spricht: Wegen einer Handgelenksverletzung hatte er in der vergangenen Saison fast fünf Monate pausieren müssen, ehe er in New York sein Comeback gab.

Die Überlastung der Profis ist auch Gegenstand einer Sammelklage der Spielergewerkschaft PTPA (Professional Tennis Players Association) gegen die Spitzenverbände des Tennis. "Ich habe schon oft gesagt, dass sich am Kalender etwas ändern muss", unterstrich Alcaraz. "Ein etwas reduzierter Spielplan ohne die ständigen Turnierserien Woche für Woche – das wäre der richtige Ansatz."

Die Herren-Organisation ATP ließ eine Anfrage zur Stellungnahme zunächst unbeantwortet. ATP-Chef Andrea Gaudenzi hatte den dichten Kalender im Vorjahr jedoch verteidigt: Die genaue Terminplanung liege letztlich in der Hand der Spieler selbst, zudem arbeite die Tour an Anreizen für eine ausgewogene Anzahl an Jahresmatches.

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