NFL: Pfeffer und eine Prise Glück: Rams "überleben" in Chicago

Pfeffer und eine Prise Glück: Rams "überleben" in Chicago
Pfeffer und eine Prise Glück: Rams "überleben" in ChicagoGetty Images via AFP

Bei ekligem Wetter haben sich die Los Angeles Rams in Chicago durchgebissen und sind nur noch einen Sieg vom Sprung in den Super Bowl entfernt. Soll das klappen, muss eine Steigerung her.

Eiseskälte, Schneefall, und das in der Stadt der Winde. Da blieb den Los Angeles Rams nach der Anreise aus Kalifornien nichts anderes übrig, als in die Trickkiste zu greifen. Cayennepfeffer, in die Socken gestreut, sollte die Füße der Footballprofis bei minus acht Grad Celsius wärmen - sie hielten durch und quälten sich weiter, mussten aber zittern.

Mit 20:17 nach Verlängerung rangen die Rams die Chicago Bears im Soldier Field nieder, durch den Sieg bei ekligen Bedingungen steht das Team um Matthew Stafford im NFC Championship Game, im Halbfinale der NFL-Play-offs. Doch der Motor stotterte bedenklich, beinahe hätten die Rams zugelassen, dass die Gastgeber ein Comeback veredeln.

"Man würde natürlich gerne herkommen, für 450 Yards und vier Touchdowns werfen, aber hey, du musst einen Weg finden, das Spiel zu gewinnen, zu überleben und weiterzukommen", sagte Stafford, "und das haben wir geschafft." Der Quarterback, neben Drake Maye (New England Patriots) Favorit auf die MVP-Trophäe, strauchelte - ihm gelang etwa kein Touchdown-Pass.

Die Schuld nahm Sean McVay auf sich. "Bezüglich der Offense habe ich keinen guten Job für unsere Mannschaft gemacht", sagte der Headcoach. Er sei froh, dass seine Jungs das hätten "wettmachen" können. Am Ende war es Kicker Harrison Mevis, der das Spiel in der Overtime mit einem 54-Yard-Field-Goal beendete.

Zum Match-Center: Chicago Bears vs. Los Angeles Rams

In der Schlussphase des letzten Viertels war es dramatisch zugegangen. Die Rams führten 17:10, dann packte Bears-Quarterback Caleb Williams 18 Sekunden vor Ablauf der Uhr beim vierten Versuch einen schwierigen Wurf aus und fand Tight End Cole Kmet in der Endzone. Der Ball flog mehr als 50 Yards weit, eines der spektakulärsten Plays der gesamten bisherigen Saison. Letztlich umsonst.

"Ich bin definitiv nicht in meinen Rhythmus gekommen", sagte Stafford, "daran besteht kein Zweifel. Natürlich kann ich besser spielen." Und das muss er auch, will er wie 2022 mit den Rams im Super Bowl stehen. Damals war im eigenen SoFi Stadium der Titelgewinn gelungen.

Und damals wurde Cooper Kupp als MVP ausgezeichnet, inzwischen spielt der Wide Receiver für die Seattle Seahawks, den Gegner in der Nacht zum kommenden Montag (0.30 Uhr MEZ/RTL und DAZN). Seattle hatte die San Francisco 49ers am Samstag regelrecht überrollt, das 41:6 war das einzige wirklich klare Ergebnis im Viertelfinale.

Zweimal standen sich die Divisionsrivalen in der Hauptrunde gegenüber, es gab für die Rams einen Sieg (21:19) und eine Niederlage (37:38 n.V.) gegen die Nummer eins der NFC. Mehr Augenhöhe geht (eigentlich) nicht, die Auftritte am Wochenende sprechen aber eher für Seattle, das zu Hause im Lumen Field antreten darf.

"Es wird eine große Herausforderung für uns, und wir freuen uns darauf", sagte Rams-Receiver Puka Nacua, der in L.A. einst viel von Kupp gelernt hat. Auch McVay hat großen Respekt. "Wir müssen unser Bestes geben. Sie feuern auf allen Zylindern."