Warum findet der Grand Prix von Bahrain in einem anderen Land statt?
Das Rennen am Persischen Golf war Mitte April aufgrund des Nahost-Krieges ausgefallen. Da sich die Lage vor Ort auch in den folgenden Monaten nicht verbesserte, konnte der Grand Prix nicht in der Wüste nachgeholt werden. Die Verantwortlichen suchten nach einer Alternative - und fanden diese mit Malaysia, wo zuletzt 2017 gefahren wurde. Doch weil das Königreich einen großen Teil der Kosten übernimmt, findet das Rennen unter diesem ungewöhnlichen Namen statt.
Gab es einen solchen Fall schon zuvor?
Dass ein Rennen in einem anderen Land stattfindet, ist nicht neu, auch wenn die Gründe dafür gänzlich andere waren. 1997 und 1998 fand zum Beispiel der Große Preis von Luxemburg auf dem legendären Nürburgring statt, von 1981 bis 2006 wurde der Grand Prix von San Marino in Imola ausgetragen - weil Deutschland mit dem Hockenheimring und Italien mit Monza jeweils schon offizielle Heimrennen hatten. Nun bot sich Malaysia als Ersatz an, weil das Land günstig auf der Reiseroute von Aserbaidschan bis zum anschließenden Nachtrennen in Singapur liegt.
Was bietet die Strecke?
"Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal in Malaysia fahren würde", sagte der dreimalige Sieger Fernando Alonso, der jüngst seinen Vertrag bei Aston Martin verlängerte: "Eine unglaubliche Strecke, ein anspruchsvolles Rennen, die Temperaturen, die Luftfeuchtigkeit – genau wie in Singapur, nur tagsüber."
Die 5,543 Kilometer werden den Piloten alles abverlangen, zudem hat die Vergangenheit gezeigt, dass starke Regenfälle quasi aus dem Nichts das Renngeschehen auf den Kopf stellen können.
Wer wird sich durchsetzen?
Auf Papier sind natürlich wieder die Silberpfeile ganz heiße Siegkandidaten. Spannend wird zu sehen sein, ob George Russell nach seinem starken Wochenende in Baku den Druck auf Teamkollege und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli, der in Aserbaidschan schwächelte, hochhalten kann. Noch liegt der junge Italiener aber komfortable 66 Punkte vor dem Briten.
Dahinter will sich Max Verstappen, der am Mittwoch seinen 29. Geburtstag feierte, ein nachträgliches Geschenk machen. Nachdem er in Baku nur ganz knapp den Sieg verpasst hatte, greift der Niederländer nun wieder nach seinem ersten Saisonerfolg. Ein gutes Omen: Den bislang letzten Grand Prix in Malaysia gewann der Red-Bull-Star.
Und die Konkurrenz?
Bei Ferrari hatten sie zuletzt ganz andere Probleme. Nachdem der langjährige Red-Bull-Teamchef Christian Horner zuletzt der Times erzählt hatte, dass ein Wechsel zur Scuderia "ein Traum" wäre, brodelte es wieder in der Gerüchteküche. Steht der aktuelle Amtsinhaber Fred Vasseur vor dem Aus?
Offenbar nicht - wie Ferrari in einer kurzfristig angesetzten Medienrunde erklärte. "Wir haben volles Vertrauen in Fred Vasseur und sein Team und werden dies auch weiterhin tun", sagte der Rennstall: "Derzeit ist es besonders wichtig, dass das Team geeint und geschlossen bleibt und wir unsere gesamte Energie auf die vor uns liegende Arbeit konzentrieren." Gute Ergebnisse von Lewis Hamilton und Charles Leclerc würden dabei wohl helfen.
