Im Sprint-Qualifying fuhren der Engländer Russell und sein italienischer Teamkollege Kimi Antonelli in ihrer eigenen Liga, Weltmeister Norris folgte im McLaren auf Platz drei, war aber völlig chancenlos. Schon zu diesem sehr frühen Zeitpunkt in der Saison betonte McLaren-Teamchef Andrea Stella daher, dass es derzeit einzig "um den Platz hinter Mercedes" gehe, denn die Silberpfeile sind "weit außerhalb unserer Reichweite."
Bereits in Australien war Mercedes überlegen, Russell siegte dort zum Auftakt vor Antonelli und Charles Leclerc im Ferrari. In Shanghai scheint der Abstand nun noch größer zu sein. Dabei haben die Piloten gerade einmal zwei Sessions absolviert: Im ersten Training wie auch im Sprint-Qualifying lag Russell vorne. Er ist im Sprint am Samstag (4.00 Uhr MEZ/Sky) der klare Favorit.
Ein wenig Hoffnung kann sich Ferrari machen, denn Lewis Hamilton (England) sicherte sich den vierten Startplatz, von dem aus er die Spitze angreifen könnte. Beim Start ist Ferrari schneller als alle anderen, das war bereits in Melbourne der Fall. "Wenn sie uns am Start schlagen, müssen wir sie im Rennen einfangen", sagte Wolff im Sky-Interview pragmatisch. Der Teamchef hat allen Grund, gelassen zu sein: Das neue Regelwerk hat Mercedes bislang am besten umgesetzt.
Max Verstappen hingegen war sauer und haderte. Der viermalige Weltmeister wurde nur Achter, diesmal schimpfte er aber nicht auf das neue Regelwerk, sondern auf seinen Red Bull. "Der ganze Tag war eine Katastrophe von der Pace", sagte er. Es fehlten "Grip und Balance. In den Kurven sind wir komplett weg." Genau dort wiederum ist Mercedes so bärenstark. "Unser Vorsprung kommt in den Kurven", betonte Wolff.
Russell bedankt sich für "großartige" Unterstützung
Für Nico Hülkenberg (Emmerich) reichte es im Audi zum elften Startplatz. Insgesamt waren die Abstände riesig, Leclerc im zweiten Ferrari war als Sechster bereits mehr als eine Sekunde langsamer als Russell.
Der Mercedes-Pilot hatte daher wie sein Chef beste Laune. "Supertoll" habe sich das Auto angefühlt. Vor den chinesischen Fans, die Russell besonders ins Herz geschlossen haben, habe es "richtig Spaß gemacht." Die Unterstützung sei "großartig", ergänzte er artig.
Wolff fasste bereits die nächsten Ziele ins Auge. Das Sprint-Qualifying und der Sprint seien so etwas "wie das kleine Rennen, und das richtige folgt erst noch." Doch wenn Mercedes auch am Sonntag (8.00 Uhr MEZ/Sky) beim Großen Preis von China ebenfalls vorne wäre, "würde es mich freuen." Derzeit spricht nichts dafür, dass Wolff eine Enttäuschung erlebt.
