"Dort, wo wir sein wollen": Audi startet ins Formel-1-Abenteuer

Für Audi beginnt in Australien das Abenteuer Formel 1
Für Audi beginnt in Australien das Abenteuer Formel 1Foto von GIUSEPPE CACACE / AFP

Für Audi beginnt in Australien das Abenteuer Formel 1. Nach soliden Tests reist das deutsche Werksteam verhalten optimistisch nach Melbourne.

Nico Hülkenberg hat ein gutes Gefühl, und schon das ist ja ein kleiner erster Erfolg. Nach einer monatelangen, komplexen und herausfordernden Vorbereitung rollt Audi in Australien in das Abenteuer Formel 1 - und dürfte beim mit Spannung erwarteten Saisonstart in Melbourne (Sonntag, 5.00 Uhr MEZ/Sky) nicht nur hinterherfahren.

"Wir haben im Laufe der Tests erhebliche Fortschritte erzielt, jeden Tag dazugelernt und wichtige Schritte nach vorne gemacht", sagte Hülkenberg. Erstmals in seiner auch im Motorsport reichen Geschichte hat Audi einen Formel-1-Boliden gebaut. Routinier Hülkenberg (38), 2026 wieder der einzige deutsche Stammfahrer auf dem Grid, fährt beim Werksteam einen der beiden R26 getauften Boliden.

"Nicht hier, um herumzualbern"

Das Projekt ist ambitioniert, die Ziele könnten größer nicht sein. Audi will um die WM fahren und - so hat es Teamchef Jonathan Wheatley selbst formuliert - zum "erfolgreichsten Team der Formel-1-Geschichte" werden: "Wir sind nicht hier, um herumzualbern."

Ernsthaft eingreifen in den Kampf um die WM will Audi erst ab 2030. In vier Jahren, wenn man an der Spitze mit Top-Teams wie Mercedes, McLaren oder Red Bull konkurrieren möchte, will man aber in guter Erinnerung an die Debütsaison in der Königsklasse zurückblicken. 2026 sei letztlich bloß der "Anfang einer sehr langen Reise", sagte Hülkenberg, der weiterhin das Fahrerduo mit dem brasilianischen Toptalent Gabriel Bortoleto (21) bildet.

Audi, das für den Einstieg das Schweizer Sauber-Team übernommen hat, blickt auf dieser Reise schon vor dem ersten Rennen auf intensive Monate zurück. Die Entwicklung des Rennwagens im neuen Reglement, der Bau der komplexen hybriden Power Unit im Motorenwerk in Neuburg, die Schaffung von Strukturen und Arbeitsabläufen - all das war und ist mit Rückschlägen verbunden.

"Entwicklung sehr ermutigend"

851 Testrunden sind seit Januar zwischen Barcelona und Bahrain abgespult worden. Die Zeiten zeigen: Ein Platz im Mittelfeld ist trotz vereinzelter Rückschläge möglich. Audis Formel-1-Boss Mattia Binotto, der viel Erfahrung von Ferrari mitbringt, spricht von "bedeutenden Fortschritten" in der Vorbereitung: "Wir haben zwar noch nicht alle Probleme gelöst, aber die Entwicklung und die Einstellung des gesamten Teams sind sehr ermutigend."

Auch Audis Technischer Direktor James Key ist optimistisch. "Die Fahrer fühlen sich mit dem Auto wohl", das Auto sei eine Plattform, "mit der man arbeiten kann". In Bezug auf Zuverlässigkeit und Leistung gebe es noch Verbesserungspotenzial, "aber das ist in dieser Phase nichts Unerwartetes. Insgesamt sind wir in etwa dort, wo wir zu diesem Zeitpunkt der Saison und in unserer Entwicklung als Team sein wollten."

Wo das Team wirklich steht, zeigt sich letztlich aber erst in Melbourne. Ein erstes Zwischenfazit ist erst nach einigen Rennen möglich. Nico Hülkenberg zumindest hat ein gutes Gefühl.