Formel-1-Favorit Russell rechnet mit erneuter Konkurrenz durch Verstappen

Russell ist der Titelfavorit für die kommende Saison
Russell ist der Titelfavorit für die kommende SaisonČTK / AP / David Buono/Icon Sportswire

Formel-1-Pilot George Russell geht gelassen mit seiner Rolle als Titelfavorit um und rechnet auch in dieser Saison mit harter Konkurrenz durch Max Verstappen. Der Mercedes-Fahrer betonte am Montag, dass er den viermaligen Weltmeister von Red Bull weiterhin zu den heißesten Anwärtern auf den Titel zählt.

Mercedes, im vergangenen Jahr klarer Gesamtzweiter hinter McLaren, hinterließ beim Shakedown-Test einen starken Eindruck. Mit zahlreichen gefahrenen Kilometern und einem insgesamt überzeugenden Auftritt zeigte sich Russell zufrieden mit dem neuen W17, der aus seiner Sicht in allen Bereichen Potenzial erkennen lässt.

Trotz der positiven Eindrücke warnte der Brite jedoch vor verfrühter Euphorie, insbesondere mit Blick auf die Konkurrenz. Vor allem Red Bull habe ihn überrascht. Das Team steht nach der Trennung von Honda vor der großen Aufgabe, erstmals einen eigenen Antrieb zu entwickeln, habe dabei aber offenbar gute Arbeit geleistet.

"Wir waren ziemlich überrascht von dem, was wir bei einigen Konkurrenten gesehen haben. Besonders der Red-Bull-Antrieb wirkt sehr beeindruckend", sagte Russell vor dem Online-Saisonauftakt seines Teams. "Dafür gebührt ihnen Respekt. Unser Test verlief sehr zuverlässig, aber nun müssen wir abwarten, ob das Auto die Erwartungen auch wirklich erfüllt."

Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich vorsichtig optimistisch. Zwar habe das Team positive Signale erhalten, doch er wolle die Erwartungen zu diesem frühen Zeitpunkt bewusst dämpfen.

"Natürlich steht man mit einem breiteren Grinsen auf, wenn das Auto schnell ist", erklärte der Österreicher. "Die ersten Anzeichen sind positiv. Zumindest sieht es nicht nach einem Fehlgriff aus, und wir bewegen uns nicht im Niemandsland des Feldes. Es scheint, als hätten wir eine solide Basis, auf der sich aufbauen lässt."

Gelassen trotz Favoritenrolle

Bei britischen Buchmachern gilt Russell aktuell als Titelfavorit, noch vor Titelverteidiger Lando Norris. Der Mercedes-Pilot misst diesen Einschätzungen jedoch keinerlei Bedeutung bei. "Das löst ehrlich gesagt gar nichts in mir aus", sagte er. "Ich sage schon lange, dass ich mich bereit fühle, um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Ob man uns dieses Etikett gibt oder nicht, ändert nichts an meiner Herangehensweise."

Verstappen hatte im vergangenen Jahr seinen fünften Titel in Folge nur um zwei Punkte verpasst. Die Ungewissheit rund um den neuen Red-Bull-Motor wirft zwar Fragen im Hinblick auf die Zukunft auf, doch für die laufende Saison rechnet Russell weiterhin fest mit dem Niederländer.

Hinzu kommt, dass McLaren als amtierender Titelträger mit einem Mercedes-Antrieb fährt, der im Rahmen des neuen Reglements als Referenz gilt. Viele Beobachter gehen daher davon aus, dass sich der Titelkampf vor allem zwischen diesen Teams entscheiden könnte.

"Es sieht so aus, als hätten die anderen Motorenhersteller gute Arbeit geleistet", sagte Russell. "Und wir wissen, dass Red Bull schon immer ein fantastisches Auto hatte. Selbst in den Jahren, in denen Mercedes dominiert hat, war es eher der Motor, der sie zurückgeworfen hat, nicht das Chassis. Und wir alle wissen, wie stark Max ist."

Russell ist überzeugt, dass Verstappen auch 2026 wieder ganz vorne mitmischen wird. "Natürlich wünscht man sich manchmal, es wäre etwas einfacher", fügte er hinzu. "Aber es sollte nie einfach sein. Wenn man gewinnen will, dann fair, auf der Strecke und aus eigener Kraft."

Mercedes geht auch in dieser Saison mit einem unveränderten Fahreraufgebot an den Start: Russell bildet weiterhin das Stammduo mit dem Italiener Kimi Antonelli, der längst kein Rookie mehr ist und nun den nächsten Entwicklungsschritt machen soll. Als Ersatzfahrer steht der Däne Frederik Vesti bereit.

Die neue Formel-1-Saison beginnt am 8. März mit dem Grand Prix von Australien.