Es läuft bei Spencer Reaves. Topscorer gegen Ulm, gegen Bamberg, auch gegen Rostock und Hamburg. Der Kapitän trägt den Syntainics MBC, ist derzeit der beste Werfer der Basketball Bundesliga (BBL) und das Gesicht des Aufschwungs. Denn die Wölfe sind nach einer bemerkenswerten Siegesserie Dritter.
Dabei hatte es vor gut zwei Monaten schlecht ausgesehen. Der 30-Jährige, älterer Bruder von NBA-Star Austin Reaves (28/Los Angeles Lakers), zog sich in der Vorbereitung einen doppelten Bänderriss im linken Sprunggelenk zu. Erst im Oktober kehrte Reaves zurück – und wie.
Gegen Ulm machte der US-Amerikaner aus Newark/Arkansas 19 Punkte, 15 durch Dreier, allein 13 in der zweiten Hälfte. Doch das war nur der Anfang.

23,3 Punkte pro Spiel
Der Shooting Guard war 2021 aus Spanien nach Deutschland gegangen, kam drei Jahre später über die Stationen Leverkusen, Bamberg und Vechta nach Weißenfels. Beim MBC, mit dem er 2025 Pokalsieger wurde, ist der Publikumsliebling nicht mehr wegzudenken, lieferte zuletzt eine Gala nach der anderen.
Im Schnitt legt Reaves pro Spiel 23,3 Punkte und 4,5 Assists auf, bisheriges Highlight war sein Auftritt gegen Rostock. Der Linkshänder brachte sein Team beim Sieg (103:98 n.V.) mit zwei Dreiern binnen 26 Sekunden in die Verlängerung, machte dann an der Freiwurflinie den Deckel drauf. "Irre Reaves-Show", titelte die BBL anschließend.

"Der lustigste Vater"
Nach der Gala schloss Reaves in der Stadthalle seine Familie in die Arme. Ehefrau Kaci und Töchterchen Ruby waren mit dabei. Bald sind sie zu viert, Kaci ist zum zweiten Mal schwanger.
"Wir sind total aufgeregt", sagte Kaci Reaves im MDR-Interview. Ihr Mann Spencer sei "der lustigste Vater, er ist einfach albern. Absolut seriös auf dem Basketballcourt, sonst ein lustiger Kerl."
Deutsche Wurzeln
Reaves gefiel das. "Ihr könnt jetzt jede Woche meine Frau interviewen. Wenn ich 33 Punkte mache und wir gewinnen, kein Problem", sagte der Matchwinner, der wie seine Großmutter einen deutschen Pass besitzt.
Diese wurde einst in der Ukraine geboren, kam über Polen nach Berlin und erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft, ehe sie in die USA ging. Wegen der Wurzeln war Austin Reaves eine Zeit lang Kandidat für das deutsche Nationalteam, entschied sich aber letztlich für sein Heimatland USA.
"Für ihn war es eine klare Sache. Seine persönliche Verbindung zu Deutschland war einfach nicht stark genug", sagte Spencer Reaves damals. Die Konzentration des Schlüsselspielers, der seit diesem Jahr Kapitän ist, gilt ganz dem MBC. Bis zum Sommer ist er an den Klub aus Sachsen-Anhalt gebunden.
Match-Center: Kapfenberg vs. Syntainics
