Hartnäckige Knöchelprobleme haben dafür gesorgt, dass Wagner 43 der vergangenen 47 Partien verpasste. Insgesamt stand der Welt- und Europameister bei nur 29 von bislang 76 Saisonspielen auf dem Parkett. Eine zu schnelle Rückkehr beim NBA-Auftritt Mitte Januar in seiner Heimatstadt Berlin hatte böse (Spät-)Folgen. Orlando nahm den Schlüsselspieler im Februar auf unbestimmte Zeit aus dem Geschäft, jetzt ist Wagner wieder da und muss schnell liefern. Sonst steht bald wieder eine lange Pause an.
Zum Match-Center: Orlando Magic vs. Atlanta Hawks
Wagner zeigte beim 101:130 eine ordentliche Leistung - in 20 Minuten Spielzeit gelangen ihm zwölf Punkte. "Ein bisschen rostig" sei er gewesen, meinte der Small Forward, habe sich grundsätzlich aber "okay gefühlt. Das ist Teil des Prozesses." Und dennoch hätte er natürlich "gerne besser abgeliefert". Die Niederlage wäre allerdings wohl auch mit einer Gala des Welt- und Europameisters kaum zu verhindern gewesen.
Play-In-Teilnahme für Orlando und Wagner in weiter Ferne
Nach passablem Start brach das Team vor eigenem Publikum in sich zusammen. 26:47 hieß es im zweiten Viertel, zur Pause war die Angelegenheit fast schon gelaufen. "Es ist nicht das ganze Spiel über schlecht, aber es gibt Phasen, die sind inakzeptabel auf diesem Niveau", analysierte Wagner. Die kriselnde Mannschaft glaube noch an eine Wende, "aber wir müssen auch in den Spiegel blicken."
Von den vergangenen zehn Begegnungen gingen acht verloren, gegen Charlotte (111:130), Toronto (87:139) und jetzt Atlanta gab es dabei heftige Abreibungen. Zwar hat Orlando sein Ticket für die Postseason sicher, aber eben nicht für die Playoffs. Sechs Spiele bleiben, um den Umweg über das Playin-Turnier zu verhindern, die Tendenz spricht dagegen. Unter anderem warten noch Duelle mit der Nummer eins (Detroit) und Nummer zwei (Boston) im Osten.
Beim Tabellenneunten der Eastern Conference, Platz sechs ist das Ziel, gehörte Wagner direkt wieder zur Startformation. Es fühle sich "gut an, zurück zu sein", sagte der Nationalspieler, die Pause habe genervt. "Es war frustrierend - teilweise schmerzhaft und langweilig zugleich", so Wagner, "du bekommst nicht die Chance, dich zu beweisen."
In solch schwierigen Zeiten sei sein Bruder Moritz "eine große Ressource für mich. Er hat mir gezeigt, dass man von Tag zu Tag denken und der Heilung Zeit geben muss", so Wagner. Dieser hatte im Januar sein Comeback nach über einem Jahr Pause wegen eines Kreuzbandrisses gegeben, derzeit spielt er in Orlando nur eine Kleinstrolle. Sieben Minuten (zwei Punkte) durfte der Big Man ran, Europameister Tristan da Silva erzielte in 23 Minuten neun Zähler. Jetzt geht es für das deutsche Trio nach Dallas, und der Sturzflug muss enden.
