March Madness: Die Erben der Weltmeister jagen den College-Titel

Die College-Meisterschaft March Madness ist in den USA ein Zuschauermagnet.
Die College-Meisterschaft March Madness ist in den USA ein Zuschauermagnet.IMAGN IMAGES via Reuters Connect

Die irre March Madness wird Hannes Steinbach nur als einer von Millionen basketballverrückten Zuschauern im Fernsehen verfolgen. Das deutsche Ausnahmetalent, von dem sogar Dirk Nowitzki schwärmt, drängt mit starken Leistungen am College zwar wohl schon diesen Sommer in die NBA – das prestigeträchtige Turnier um die Meisterschaft verpassten seine Washington Huskies jedoch.

"Er hat eine tolle Saison in Washington gespielt, war für mich als Freshman gleich der beste Spieler da", lobte Nowitzki zuletzt bei Amazon Prime. Er hoffe, so der NBA-Champion von 2011, "dass er den nächsten Schritt nimmt - und wir ihn dann hoffentlich bald in der NBA sehen werden." Doch erst einmal muss Steinbach - 19 Jahre alt und wie Nowitzki aus Würzburg stammend - tatenlos zusehen, wie über ein Dutzend andere Deutsche ab Donnerstag um den Uni-Titel spielen.

Gleich mehrere von ihnen könnten es mittelfristig in die NBA schaffen oder neben Steinbach in der Nationalmannschaft das Erbe der Welt- und Europameister antreten. Allen voran Point Guard Christian Anderson, den niemand Geringeres als Kapitän Dennis Schröder bereits als seinen legitimen Nachfolger bezeichnete. Schon vor der EM 2025 hatte der gebürtige US-Amerikaner zum erweiterten DBB-Kader gehört.

Kharchenkov und Wildcats und Favoriten

"Solange Dennis spielt, will ich von ihm lernen. Danach hoffe ich, seine Rolle übernehmen zu können – er ist einer der besten Spieler überhaupt", sagte Anderson jüngst der Sports Illustrated. In seinem zweiten Jahr am College soll es mit den Texas Tech Red Raiders weiter gehen als im ersten, damals war im Viertelfinale Schluss. In jedem Fall dürfte im Sommer die ganz große Bühne warten. Neben Steinbach gilt auch Anderson als möglicher Erstrundenpick im kommenden NBA-Draft.

Echte Titelchancen werden Anderson und Co. bei der March Madness aber kaum eingeräumt. Aus deutscher Sicht dürfte Ivan Kharchenkov (19) mit den topgesetzten Arizona Wildcats gute Aussichten haben. Der frühere Profi von Bayern München war wie auch Steinbach im Vorjahr aus Deutschland ans College gewechselt, dort lässt sich mit den eigenen Namen- und Bildrechten viel Geld verdienen. In der folgenden Debatte um diese sogenannten NIL-Deals (Name, Image, Likeness) hatte es durchaus Kritik aus der Bundesliga gegeben.

Titelfavoriten im diesjährigen Turnier, bei dem 64 Teams im K.o.-Modus auf das Final Four in Indianapolis (4. bis 6. April) zusteuern, sind neben den hoch gehandelten Duke Blue Devils um US-Jungstar Cameron Boozer auch die Wolverines von der University of Michigan, der Alma Mater von Franz und Moritz Wagner. Hier spielt in Malick Kordel erneut ein Deutscher, auch wenn er in der laufenden Saison bislang nur wenige Minuten sah. Auch Eric Reibe (UConn Huskies), 2025 Vizeweltmeister mit der deutschen U19 an der Seite von Anderson und Steinbach, sowie Sananda Fru (Louisville Cardinals) gilt es zu beachten.

Und vielleicht treffen sie sich irgendwann im DBB-Trikot wieder. Einige womöglich schon bei der WM im kommenden Jahr in Katar oder 2028 bei Olympia in Los Angeles.