"Es ist ein unglaublicher Traum in Erfüllung gegangen. Vor allem auf diese Art", freute sich Kayil am Sonntagabend bei Dyn nach dem sensationellen Sieg im entscheidenden fünften Finale der Basketball Bundesliga (BBL) beim FC Bayern (84:81). Besser hätte es für den 20-Jährigen mit Blick auf den bevorstehenden Abschied aus seiner Heimatstadt nicht laufen können.
Zum Match-Center: FC Bayern vs. Alba Berlin
Schon länger steht fest, dass Kayil seine Chance beim Draft in Brooklyn suchen wird. Die Zukunftsgedanken waren immer im Hinterkopf und damit eine mögliche Ablenkung in den engen Playoffs. "Man versucht, es auszublenden", sagte der Guard zur Chance, nach Nordamerika zu gehen: "Manchmal denkt man dran, mal weniger."
Kayil mit emotionalem Alba-Abschied
Es liegen harte Wochen hinter dem Nationalspieler. Dreimal musste Alba in ein fünftes Spiel, rang ab dem Viertelfinale erst Vechta, dann Bamberg und nun den großen Favoriten aus München nieder. Und das in München, "in der Höhle des Löwen", wie Geschäftsführer Marco Baldi den SAP Garden nannte: "Es ist irre." Von dort aus ging es mit dem (Party-)Zug zurück in die Hauptstadt, es sollte eine lange Nacht folgen.
Als erstes Team wurde Alba nach 15 Playoff-Spielen, also der Maximalzahl, Meister. Es war ein Marathon bis zum zwölften BBL-Titel. Es ist aus vielerlei Gründen ein ganz besonderer. "Wir wussten, das ist das letzte Spiel für uns alle in der Konstellation", so Kayil.
Nun geht der Youngster (wahrscheinlich) in die NBA, so wie vor ihm Moritz und Franz Wagner, die auch aus der Alba-Jugend stammen. Laut Prognosen wird Kayil früh in der zweiten Runde gepickt, vor ihm sind wohl Hannes Steinbach und Christian Anderson dran. Beide dürfen sogar in den Green Room, dort warten die potenziell interessantesten Spieler auf ihren Aufruf. Steinbach sieht etwa der Sender CBS an Position 13, Anderson an 16. Erst einmal wurden zwei Deutsche in der ersten Runde gezogen, in 1985: Detlef Schrempf (Nr. 8) und Uwe Blab (17). Beide gingen an die Dallas Mavericks, so wie Dirk Nowitzki (9) 13 Jahre später.
Wie der Champion von 2011 stammt Steinbach aus Würzburg, mit Nowitzki habe er "mal ein, zwei Bälle auf den Korb im Hinterhof geworfen", erzählte der 20-Jährige zuletzt. "Für mich war immer der Traum, in die NBA zu gehen", so Steinbach. So wie einst für Nowitzki und Maxi Kleber, der ebenfalls in Würzburg geboren wurde. Am Dienstag steht im Barclays Center die erste Runde des Drafts an, am Mittwoch die zweite. Es heißt nun warten, auch für Kayil. Nach der Party.
