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Remote-Coach und verletzte Stars: Basketballerinnen vor Heim-WM in schwieriger Lage

 Nyara Sabally
Nyara Sabally TODD KIRKLAND / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Vor der Heim-WM in Berlin müssen die deutschen Basketballerinnen mit Widerständen zurechtkommen. Der fehlende Bundestrainer und angeschlagene Stars dämpfen die Medaillenträume.

Die Rückkehr einer seiner Hoffnungsträgerinnen für die Medaillenmission bekam Bundestrainer Olaf Lange hautnah mit.

Als Nyara Sabally bei der 72:104-Klatsche von Toronto Tempo 14 Minuten lang auf dem Court ackerte und sich dabei zwischendurch an die verletzten Rippen griff, dürfte der Coach der deutschen Basketball-Nationalmannschaft  gleichzeitig auch Co-Trainer in Toronto – allerdings mit gemischten Gefühlen hingeschaut haben.

Nyara Sabally (M.) in Aktion
Nyara Sabally (M.) in AktionINDRAWAN KUMALA / NURPHOTO / NURPHOTO VIA AFP

Fünf Wochen vor der Heim-WM fehlt Lange noch immer die Gewissheit bei seinen wichtigsten Stars. Bei der Weltmeisterschaft in Berlin (4. bis 13. September) soll Sabally an der Seite ihrer älteren Schwester Satou und Leonie Fiebich die deutschen Basketballerinnen zur ersehnten Medaille führen.

Hoffnungsträgerin Fiebich
Hoffnungsträgerin FiebichSARAH STIER / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Das Trio zauberte zuletzt bei der durchaus erfolgreichen Olympia-Premiere in Paris 2024 gemeinsam und legte dort den Grundstein, der Hoffnung auf mehr schürte.

Verletzungssorgen

Doch die drei Starspielerinnen aus der nordamerikanischen WNBA sind allesamt angeschlagen. Allmählich wird die Zeit ein Faktor.

Nach Nyara Saballys Comeback in der Nacht zu Freitag attestierte Tempo-Trainerin Sandy Brondello, die 26-Jährige konnte "nur phasenweise spielen und hatte Schwierigkeiten mit der Atmung". Nach ihrer Rippenprellung zwei Wochen zuvor stehe Sabally "im Moment nur bei 50 Prozent Leistungsfähigkeit".

Ähnlich sieht es auch beim Duo Satou Sabally und Fiebich von New York Liberty aus. Satou – seit Olympia 2024 ohne Länderspiel – erlitt Ende Juni zum wiederholten Mal eine Gehirnerschütterung und pausiert seither.

Satou Sabally
Satou SaballyJORDAN BANK / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Fiebich fehlt seit zwei Wochen mit einer Knöchelverletzung. "Ich mache Fortschritte und es wird von Tag zu Tag besser", sagte sie zuletzt der New York Post, sie wolle "einfach sicherstellen, dass ich gesund in das Turnier gehe".

Lange wird WM-Start verpassen

Zwar lassen die angeschlagenen Spielerinnen wohl Vorsicht walten, um auf jeden Fall dabei zu sein, die mangelnde gemeinsame Vorbereitung bedeutet aber eine zusätzliche Hürde für die wenig eingespielte Mannschaft. 

Die WNBA-Profis sind quasi bis Turnierstart bei ihren Klubs eingebunden, die Einspielphase ist also maximal kurz. 

Auch Trainer Lange wird bis dahin in Toronto verweilen und sich als Remote-Coach aus der Ferne probieren müssen. In Luisa Geiselsöder und Frieda Bühner (beide Portland Fire) fehlen weitere junge Turnierhoffnungen zum Vorbereitungsstart am 9. August.

Lange (r.) hat alle Hände voll zu tun
Lange (r.) hat alle Hände voll zu tunMICHAEL REAVES / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Auch USA betroffen

Neu ist die Situation nicht. Auch Topfavorit USA muss bis nach den letzten WNBA-Spielen vor der WM-Pause am 31. August auf die besten Spielerinnen verzichten. 

Die drei Tests der DBB-Auswahl gegen WM-Auftaktgegner Spanien (15. August in Ludwigsburg), Ungarn (23. August/Göttingen) und die Türkei (27. August/Köln) können deshalb nur bedingt als solche gelten.

Die Vorzeichen könnten deutlich besser sein, die Marschroute aber bleibt die gleiche: Nach dem Viertelfinale bei Olympia und Platz fünf bei der EM 2025 soll nun der große Wurf gelingen. Im Idealfall mit Nyara Sabally und ihren Co-Stars.