NBA: Orlando verliert deutlich – Thunder bestätigen Status als Titelfavorit

Oklahomas Shai Gilgeous-Alexander (l.) und Jalen Williams (r.) während der Partie gegen die New York Knicks
Oklahomas Shai Gilgeous-Alexander (l.) und Jalen Williams (r.) während der Partie gegen die New York KnicksNate Billings / CTK / AP

Orlando Magic hat in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA erneut einen schweren Dämpfer erlitten. Dem Sieg über die Sacramento Kings, mit dem das Team aus Florida eine Serie von sechs Niederlagen in Serie beendet hatte, folgte ein deutliches 87:139 bei den Toronto Raptors. Die direkte Qualifikation für die Playoffs gerät damit außer Reichweite.

Toronto Raptors 139:87 Orlando Magic

Im ersten Viertel hatte Orlando zunächst 18:11 in Führung gelegen, brach dann aber völlig ein. Tristan da Silva gelangen in 25 Minuten Spielzeit zwölf Punkte, Moritz Wagner kam in zwölf Minuten Spielzeit auf sieben Punkte und vier Rebounds. Mit 39 Siegen und 35 Niederlagen haben die Magic aber zumindest die Teilnahme an den Playins längst sicher.

Die Raptors luden zur großen Offensiv-Party und Orlando musste unfreiwillig zusehen. Mit einem historischen 31:0-Lauf (!) zwischen dem ersten und zweiten Viertel schoss Toronto die Magic aus der Halle. RJ Barrett (24 Punkte) und Scottie Barnes, der mit 23 Punkten und 15 Assists ein Monster-Double-Double auflegte, dominierten nach Belieben.

Für Orlando war es ein Abend zum Vergessen: Paolo Banchero erwischte einen rabenschwarzen Tag (9 Punkte, 3/14 aus dem Feld) und das Team leistete sich allein im ersten Viertel 12 Ballverluste. Toronto feierte damit den höchsten Sieg der Saison und bleibt als Tabellenfünfter im Osten voll auf Kurs für die direkte Playoff-Qualifikation.

Oklahoma City Thunder 111:100 New York Knicks

Isiah Hartenstein weist mit den Oklahoma City Thunder weiter die beste Bilanz in der NBA auf. Mit dem 111:100 gegen die New York Knicks gelang dem NBA-Champion der 14. Sieg in den vergangenen 15 Spielen und der 59. insgesamt. Hartenstein kam in 24 Minuten auf sechs Punkte und 13 Rebounds, bester Werfer der Thunder war MVP Shai Gilgeous-Alexander mit 30 Punkten, davon gelangen dem Kanadier allein zehn im letzten Viertel.

Mit seinen 30 Zählern gegen die Knicks baute er seinen NBA-Rekord auf 135 aufeinanderfolgende Spiele mit mindestens 20 Punkten aus. Obwohl er anfangs Probleme mit seinem Wurf hatte, übernahm er im vierten Viertel die volle Kontrolle und sicherte OKC den Erfolg.

Die Knicks kämpften tapfer und blieben dank Jalen Brunson (32 Punkte) lange in Schlagdistanz, doch die Freiwurf-Diskrepanz (31 zu 13 für OKC) brach ihnen letztlich das Genick. Oklahoma City festigt damit den Thron in der Liga und steuert mit Riesenschritten auf die beste Bilanz der regulären Saison zu.

Milwaukee Bucks 113:127 Los Angeles Clippers

Tag der offenen Tür in Milwaukee: Die Bucks mussten ohne acht Spieler auskommen, darunter Superstar Giannis Antetokounmpo, und beendeten die Partie nach zwei weiteren Fouls mit nur noch sechs einsatzfähigen Profis. Die Clippers ließen sich nicht zweimal bitten: Angeführt von Bennedict Mathurin (28 Punkte) und Kawhi Leonard (20 Punkte) trafen sie traumhafte 58,4 % aus dem Feld und fuhren ihren fünften Sieg in Folge ein.

Besonders bitter für die Bucks: Gary Trent Jr. erwischte mit 36 Punkten zwar einen Sahnetag, doch 22 Ballverluste waren gegen die abgezockten Clippers schlichtweg tödlich. Während L.A. ungefährdet siegt, rutscht Milwaukee nach der zehnten Niederlage aus den letzten zwölf Spielen immer tiefer in die Krise. Da half auch das emotionale Video-Tribute für Ex-Champion Brook Lopez bei seiner Rückkehr wenig – zumal er sich passenderweise noch ein technisches Foul abholte.

Indiana Pacers 135:118 Miami Heat

Wer braucht schon eine komplette Rotation, wenn er Pascal Siakam hat? Der Pacers-Star lieferte mit 30 Punkten, 11 Rebounds und 6 Assists eine Gala-Vorstellung ab und führte sein Team zu einem seltenen Erfolgserlebnis. Indiana feuerte in der ersten Halbzeit ein wahres Drei-Punkte-Gewitter ab (13 Treffer) und zog Miami am Ende mit einem furiosen 14:3-Lauf den Stecker.

Für die Heat wird die Luft im Kampf um die direkten Playoff-Plätze derweil immer dünner. Trotz der 31 Punkte von Tyler Herro kassierte Miami die siebte Niederlage aus den letzten acht Spielen. Die Hoffnung, das ungeliebte Play-In-Turnier noch zu vermeiden, schwindet zusehends, während Indiana mit dem 17. Saisonsieg zumindest ein kleines Lebenszeichen im Tabellenkeller der Eastern Conference von sich gab.

Brooklyn Nets 116:99 Sacramento Kings

Endlich Durchatmen in Brooklyn! Nach zehn Niederlagen in Serie konnten die Nets gegen die strauchelnden Kings wieder jubeln. Ein entscheidender 23:7-Lauf im zweiten Viertel legte den Grundstein für den Erfolg. Ochai Agbaji avancierte mit 18 Punkten von der Bank zum Topscorer eines Kollektivs, das vor allem defensiv überzeugte und Sacramento bei schwachen Quoten von der Dreierlinie hielt.

Bei den Kings hingegen herrscht Tristesse. Mit der vierten Niederlage in Folge rutschte das Team auf eine Bilanz von 19-57 ab. Das Duell der "Teams der Zukunfts" wurde so vor allem zu einer Sichtungsveranstaltung für die Trainer Jordi Fernandez und Doug Christie, die ihren jungen Talenten viel Spielzeit gaben. Am Ende reichten auch die 20 Punkte von Devin Carter nicht aus, um die Nets ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Charlotte Hornets 99:114 Boston Celtics

Die Celtics marschieren weiter Richtung Spitze. Auch ohne Jaylen Brown ließen Jayson Tatum (32 Punkte) und ein glänzend aufgelegter Payton Pritchard (28 Punkte) keine Zweifel an ihrem Sieg aufkommen. Charlotte, eigentlich als das gefährlichste Team von der Dreierlinie bekannt, erlebte einen kollektiven Kälteschock und traf nur 12 von 43 Versuchen aus der Distanz.

Tatum setzte das Highlight des Abends, als er im vierten Viertel einen Dreier über Miles Bridges versenkte und den Sieg mit einem provokanten Zeigefinger in die Menge besiegelte. Während Boston den dritten Sieg in Folge feiert, endete die Heimspielserie der Hornets mit zwei Dämpfern – immerhin haben sie den Play-In-Platz aber bereits in der Tasche.

Portland Trail Blazers 123:88 Washington Wizards

Das war kein Basketballspiel, das war eine Abreibung. Die Trail Blazers zerlegten völlig desolate Wizards mit 35 Punkten Differenz. Toumani Camara (23 Punkte) und Scoot Henderson (21 Punkte) führten ein Portland-Team an, das zeitweise mit 39 Punkten davonzog. Washington, das ohnehin schon lange aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden ist, musste auf eine ganze Armada verletzter Spieler verzichten (darunter Anthony Davis und Trae Young).

Die Bilanz des Grauens: Die Hauptstädter haben nun 18 ihrer letzten 19 Spiele verloren. Portland hingegen nutzt den Schwung aus der Heimatserie und festigt seine Form vor den anstehenden Aufgaben. Wizards-Coach Tiago Splitter konnte nur zusehen, wie sein Team nach einem kurzen Aufbäumen im zweiten Viertel komplett in sich zusammenbrach.

New Orleans Pelicans 102:134 Houston Rockets

Alperen Sengün ist momentan kaum zu stoppen. Der Center der Rockets zerlegte die Pelicans mit 36 Punkten, 13 Rebounds und einer ungewohnten Präzision von draußen (5 von 7 Dreiern). Houston entschied das Spiel bereits im zweiten Viertel mit einem brutalen 23:3-Lauf und kletterte damit auf den geteilten fünften Platz im Westen.

New Orleans hingegen befindet sich im freien Fall. Die elfte Niederlage aus den letzten zwölf Spielen offenbart tiefe Risse im Teamgefüge. Trotz solider 19 Punkte von Dejounte Murray hatten die Pelicans physisch nichts entgegenzusetzen: Houston dominierte die Bretter mit 59 zu 36 Rebounds und ließ den Gästen nicht den Hauch einer Chance.

Denver Nuggets 116:93 Golden State Warriors

In Denver trafen zwei Teams mit breiter Brust aufeinander: Die Warriors reisten mit drei Siegen im Gepäck an, während die Nuggets sogar fünf Erfolge in Serie vorweisen konnten. Ohne ihren Superstar Steph Curry versuchten die Dubs, den Angriff der Nuggets durch körperliche Härte zu stoppen. Das Konzept schien zunächst aufzugehen, denn zur Halbzeit führten die Gäste noch mit 53:46. Doch im dritten Viertel platzte der Knoten bei den Hausherren: Mit einem krachenden 40:21-Lauf übernahm Denver das Kommando und ließ Golden State am Ende keine Chance.

Der Mann des Abends war einmal mehr Nikola Jokic, der mit 25 Punkten, 15 Rebounds und 8 Assists nur knapp an einem Triple-Double vorbeischrammte. Unterstützung erhielt er von Jamal Murray, der 20 Zähler beisteuerte. Auf Seiten der Warriors stemmten sich Brandin Podziemski und Kristaps Porzingis (beide 23 Punkte und je fünf Dreier) gegen die Niederlage, während De’Anthony Melton einen Abend zum Vergessen erlebte und keinen seiner fünf Würfe traf. Mit einer Bilanz von 36-39 bleiben die Warriors damit auf dem 10. Platz der Western Conference festgefahren.

Es war ein Abend, an dem die Emotionen hochkochten: Schon im zweiten Viertel flogen die Fetzen, als ein Foul von Zeke Nnaji an Gary Payton II eine Kettenreaktion auslöste. Geschubse, technische Fouls für Melton, Payton und Nnaji – die Stimmung war geladen. Payton II stand wenig später erneut im Fokus, als er Peyton Watson mit einem harten Check zu Boden schickte und dafür ein Flagrant Foul kassierte.