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Bayern-Sieg im Supercup: "Morgen sind wir wieder hungrig"

Luis Diaz jubelt mit der Supercup-Trophäe
Luis Diaz jubelt mit der Supercup-TrophäeFoto von INA FASSBENDER / AFP

Bayern München gewinnt den Supercup und will mehr. Doch auch Borussia Dortmund ist nicht unzufrieden.

Vincent Kompany fummelte sich das Gold-Konfetti auf dem Siegerpodest schnell wieder aus dem T-Shirt-Kragen. Schön und gut, den Supercup nahm der Trainer des unersättlichen Double-Gewinners Bayern München gerne mit, er winkte auch fröhlich in den Fanblock - aber das Titelchen soll nur die erste Trophäe einer größeren Saison-Sammlung sein. "Heute sind wir zufrieden", sagte Kompany, und er drohte der Konkurrenz: "Aber morgen sind wir wieder hungrig. Wir haben noch nichts gewonnen."

Außer eben den Franz-Beckenbauer-Supercup, der das Duell zwischen deutschem Meister und DFB-Pokalsieger sein soll. Weil aber der FC Bayern gegen sich selbst hätte spielen müssen, durfte Borussia Dortmund teilnehmen. Beim Vize-Meister gewannen die Münchner dank herausragender individueller Klasse 2:1 (2:0). Auch der BVB klopfte sich auf die Schulter: Er hatte sich gewehrt und erfolgreich seine millionenschweren Zugänge vorgeführt.

Brown überzeugt, Offensiv-Stars mittendrin

"Dortmund wird nächste Saison viele Punkte machen", sagte Kompany anerkennend. Er konnte dieses Lob generös aussprechen, denn wie üblich wird seine Mannschaft höchstwahrscheinlich noch mehr Punkte holen, vergangene Saison war es ein Abstand von 16. Kompany hatte trotz Trainingsrückstandes die volle Star-Power gebracht: Harry Kane, Michael Olise, Luis Díaz. Es war die einzige Chance der großen Drei, sich für den Ligastart gegen den VfB Stuttgart am Freitag einzuspielen.

Mitten in seinem Superstar-Dreizack wagte Kompany ein ungewöhnliches Experiment, das er wohl fortsetzen wird: Linksverteidiger Nathaniel Brown überzeugte auf der Zehner-Position. Der Nationalspieler sei "unfassbar schlau", lobte Kompany. Serge Gnabry und Lennart Karl fehlten verletzt, Jamal Musiala fällt bekanntermaßen aus, Ismael Saibari war noch nicht richtig fit - da schob er eben Brown in die Mitte, der das 1:0 erzielte. "Bei uns sind die Räume der Außenverteidiger ähnlich wie bei einer Zehn. Er ist sehr klug zwischen den Räumen", sagte Kompany zur Erklärung.

Das konnte auch Joshua Kimmich anerkennen, der als einziger am Spiel herummäkelte ("mit der Art und Weise sind wir schon noch weit weg"). Brown könne "links hinten, rechts hinten, er kann auf außen spielen, er kann auf der Zehn spielen", sagte der Kapitän der Nationalmannschaft. Derart flexibel einsetzbare Profis werden von Trainern geliebt.

BVB wehrt sich zu spät - Neuzugänge begeistern

Auch Niko Kovac hat im Mittelfeld einige neue Optionen, deshalb zeigte sich der BVB-Trainer keineswegs geknickt. Seine Mannschaft hatte die Bayern in einer starken zweiten Halbzeit ins Wanken gebracht, und besonders die neuen Juwelen für insgesamt 110 Millionen Euro machten Lust auf mehr.

Konstantinos Karetsas und Joane Gadou in der Startelf, Giannis Konstantelias und Joey Veerman als Einwechselspieler: "Alle vier haben gezeigt, warum wir sie verpflichtet haben", stellte Kovac fest. "Bei Kostas hat man gesehen, welchen Spielwitz er hat. Giannis hat das auch richtig gut gemacht. Wie er das Tor (von Fabio Silva, d. Red.) vorbereitet hat, war hohe Schule", lobte er.

Gadou überzeugte schnell und kompromisslos auf der rechten Abwehrseite, Veerman zog nach seiner Einwechslung gekonnt die Fäden im Mittelfeld. Hätte Maximilian Beier nicht in der Nachspielzeit aus bester Position übers Tor geschossen, wäre es zum Elfmeterschießen gekommen.

In hohem Maße ärgerlich war für Kovac allerdings das 0:2 (45.+2). Jobe Bellingham hatte einen folgenschweren Fehlpass gespielt, Olise war nicht mehr zu halten. Bellingham wird zum Bundesligastart gegen den Hamburger SV in einer Woche wohl nicht in der Startelf stehen.

Bei den Bayern bleibt vor der Pokalfinal-Revanche gegen den VfB das große Rätsel Musiala, der wegen seiner "Absencen" aufgrund einer neuronalen Dysfunktion nicht im Kader stand. Wann er wieder spielen kann, ist offen.