Gauff wollte die Niederlage aber nicht auf die Anfeindungen zurückführen und betonte, sie habe "einfach nicht gut gespielt." Sie berichtete über ihren Umgang mit einer solchen Situation: "Ich schalte einfach mein Handy aus und mache weiter. Dagegen kann man nichts tun."
Match-Center: Coco Gauff vs. Elise Mertens
Auslöser der Angriffe war am Dienstag offenbar eine strittige Szene im ersten Satz ihrer Partie gegen die Chinesin Sun Xinran (16). Gauff hatte nach einem Punktverlust mit erhobener Hand die Wiederholung eines Punktes gefordert, weil die LED-Banden sie geblendet hatten. Die Überprüfung der Situation bestätigte den Standpunkt Gauffs, die gegen ihre mitgenommen wirkende Kontrahentin kurz darauf den Satz und später auch das Match gewann.
Rückendeckung von Boris Becker
Man könne sie nicht mögen und bezüglich des umstrittenen Punktes auch anderer Meinung sein, ohne rassistisch zu sein, schrieb Gauff auf ihrem X-Kanal: "Es ist wahnsinnig, wie viele rassistische Kommentare und Direktnachrichten ich deswegen bekommen habe. Aber ich bin weder eine Betrügerin noch eine Diebin." Von Deutschlands Tennis-Ikone Boris Becker hatte sie für ihren Konter gegen die rassistischen Attacken nachdrücklich Rückendeckung bekommen: "Geh weiter mit erhobenem Kopf", schrieb Becker bei X.
Auch die WTA sprang Gauff zur Seite. Angesprochen auf den Vorfall sagte eine Sprecherin, die Dachorganisation der Profispielerinnen sei "entsetzt über die rassistischen Beleidigungen gegen Coco Gauff und stehe mit ihr in Kontakt, um ihr unsere volle Unterstützung anzubieten." In einer Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP fügte die WTA an, dass es im Tennis "keinen Platz für Rassismus, Diskriminierung oder Beleidigungen" gebe und dass man "Maßnahmen" gegen die beleidigenden Inhalte ergreifen werde.
