Von Beginn an lieferten sich beide Engländer ein Match auf absolutem Weltklasse-Niveau. Humphries gelang sein perfektes Leg früh in der Partie mit der klassischen Kombination aus 180, 180 und 141. Das gab die Richtung für ein außergewöhnliches Duell vor, in dem beide Spieler durchgehend dreistellige Averages spielten.
Der Titelverteidiger beendete das Match mit einem Schnitt von 105 Punkten und zehn geworfenen 180ern. Woodhouse stand ihm kaum nach, erzielte einen Average von knapp 103 und setzte Humphries permanent unter Druck.
Der Neun-Darter brachte Humphries einen wichtigen Satzgewinn und sorgte für ausgelassene Stimmung in der Arena MK, doch entschieden war die Partie damit längst nicht. Als Humphries mit 3:1 in Führung lag, spielten beide Akteure bereits Averages von über 105.
Woodhouse bewies große Moral, kämpfte sich zurück und glich zum 3:3 aus. Humphries vergab anschließend drei Matchdarts und musste ins alles entscheidende Leg. Dort behielt der Weltranglistenerste jedoch die Nerven und machte mit einem eiskalten 54er-Finish mit seinem letzten Dart den Sieg perfekt – der Schlusspunkt unter eines der prägendsten Matches des Turniers.
"Als ich die beiden 180er geworfen habe, hatte ich einfach das Gefühl, dass es klappt", erklärte Humphries nach der Partie. "Es war ein großartiger Moment, aber wenn man das Match nicht gewinnt, zählt es nichts. Deshalb bin ich extrem froh, dass ich es am Ende geschafft habe."
Littler marschiert weiter
Am vollgepackten dritten Turniertag untermauerte Luke Littler eindrucksvoll seine Favoritenrolle. Der Youngster ließ Ross Smith beim souveränen 4:1-Erfolg kaum eine Chance.
Littler startete furios mit Legs von 11, 13, 12 und 13 Darts, ging schnell mit 2:0 in Führung und kratzte zeitweise sogar am Turnierrekord. In den ersten drei Sätzen spielte er einen Average von über 116 Punkten.
Smith, ehemaliger Europameister, konnte zwar einen Satz für sich entscheiden und kam dabei auf einen Schnitt von über 102, doch Littler ließ nichts mehr anbrennen. Mit sicheren 120er- und 92er-Finishes machte "The Nuke" den Sieg perfekt und beendete das Match mit einem starken Matchaverage von 107,88.
"Ich habe heute Abend deutlich besser gespielt als am Freitag", sagte Littler anschließend. "Gegen Ross musste ich das auch zeigen. Unsere Matches sind immer hochklassig, deshalb bin ich einfach froh, weiter zu sein."
Im Viertelfinale trifft Littler nun auf Josh Rock. Der Nordire setzte sich ebenfalls mit 4:1 durch und schickte Rob Cross mit einem Average von über 101 Punkten nach Hause. Rocks Erfolg basierte vor allem auf konstantem Scoring: lediglich sieben Aufnahmen ohne Triple leistete er sich im gesamten Match.
"Es wäre fantastisch, hier einen Lauf zu starten. Es ist mein erstes Viertelfinale und ich freue mich riesig auf morgen“, sagte Rock mit Blick auf eines der spannendsten Duelle der Runde der letzten Acht.
Noppert souverän, Price ringt Clayton nieder
Für das klarste Ergebnis des Tages sorgte Danny Noppert. Der Niederländer ließ Stephen Bunting beim 4:0 keine Chance und gab insgesamt nur ein einziges Leg ab. Vor allem auf die Doppel überzeugte Noppert mit einer Quote von 50 Prozent und profitierte von Buntings Schwierigkeiten auf den äußeren Feldern. Im Viertelfinale trifft er nun auf Humphries.
Im rein walisischen Duell setzte sich Gerwyn Price nach einem echten Nervenkrimi mit 4:3 gegen Jonny Clayton durch. Nach einem 0:2-Rückstand drehte Price die Partie mit vier High-Finishes. Trotz fünf verpasster Matchdarts im letzten Satz behielt er die Ruhe und entschied das Sudden-Death-Leg in 14 Darts bei einem Gesamtschnitt von 102 für sich.
Gian van Veen setzte seinen starken Lauf mit einem 4:2-Erfolg gegen Nathan Aspinall fort. Der Niederländer überzeugte vor allem auf die Doppel und verwandelte 56 Prozent seiner Chancen, während Aspinall nur auf 19 Prozent kam. Nachdem der Engländer stark gestartet war und zu Beginn einen Average von über 110 spielte, kämpfte sich van Veen eindrucksvoll zurück.
Nun wartet James Wade, der einen 0:2-Rückstand gegen Gary Anderson noch in einen 4:3-Sieg verwandelte – inklusive eines typischen 120er-Finishes und eines folgenschweren Busts von Anderson im Entscheidungssatz.
Chris Dobey komplettiert das Viertelfeld nach einem hart erkämpften 4:3 gegen Damon Heta. Dobey stand kurz davor, eine 3:1-Führung aus der Hand zu geben, ehe ein entscheidendes 127er-Finish auf dem Bull die Wende brachte. Am Ende machte der Spieler aus Bedlington den Sieg perfekt und trifft nun auf Price.
Der Finaltag der World Masters steigt am Sonntag in der Arena MK. Am Nachmittag werden die Viertelfinals ausgetragen, ehe am Abend die Halbfinals und das Endspiel folgen. Ab dem Halbfinale wird im Modus "Best of 9 Sets" gespielt, das Finale erfolgt im Modus "Best of 11". Dem Sieger winkt ein Preisgeld von 100.000 Pfund.
