Das deutsche Herren-Tennisjahr 2025 im Review: Viel Mittelklasse und kaum Highlights

Sowohl Zverev (l.) als auch Struff blieben im Jahr 2025 hinter den Erwartungen zurück
Sowohl Zverev (l.) als auch Struff blieben im Jahr 2025 hinter den Erwartungen zurückLairys Laurent/ABACA / Shutterstock Editorial / Profimedia

Mit lediglich drei Spielern in den Top 100 der Weltrangliste schließen die Herren des DTB die aktuelle Saison ab. Man muss bis 1983 zurückgehen, um am Jahresende weniger deutsche Tennisspieler in der Eliteklasse des ATP-Rankings zu finden. Doch auch wenn dieses Endergebnis desolat wirkt, gab es 2025 vereinzelte Lichtblicke wie einen neuen Top 50-Spieler sowie einen Grand Slam-Titel bei den Junioren. Flashscore blickt nochmals auf das Tennisjahr 2025 der deutschen Herren zurück.

Kein Grand-Slam-Titel für Zverev

Dass es nicht das Jahr des Alexander Zverev sein wird, war eigentlich schon vorher klar. Zu schwankend waren seine Leistungen in der Vorsaison. Dazu stellte er sein Spiel an einigen Stellen wie der Vorhand und dem Aufschlag um. Solche Maßnahmen benötigen Zeit, die er sich auch nahm. Daher wurde es wieder nichts mit dem ersehnten Grand Slam-Titel, auch wenn er bei den Australian Open mit einem Finaleinzug ganz nah dran war. Trotzdem ist der 28-Jährige, der in München seinen einzigen Saisontitel gewann, weiterhin die Nummer 3 der Weltrangliste.

Der Hamburger hat aber nach wie vor das Problem, dass er zu oft gegen Topspieler verliert. Allein 22 seiner insgesamt 26 Niederlagen in der abgelaufenen Saison kassierte er gegen aktuelle Top 30-Spieler. Gegen seine Top-10-Kollegen trat er 14 Mal an und gewann davon nur zwei Matches. Eins gegen Novak Djokovic, weil dieser im Halbfinale der Australian Open nach einem Satz aufgeben musste, das andere gegen den unerfahrenen Ben Shelton bei den ATP Finals.

Auf der anderen Seite gibt sich der beste deutsche Tennisspieler aber selten eine Blöße, wenn er der klare Favorit ist, womit er dann insgesamt nach den beiden Überfliegern Jannik Sinner und Carlos Alcaraz "The Best of the Rest" ist.

Überraschende Siege und unnötige Niederlagen

An diese Eliteklasse tastet sich Daniel Altmaier langsam heran. Der Kempener schließt das Jahr auf seinem karrierehöchsten Rang von 46 ab, hat aber noch eine Menge Luft nach oben. Mit insgesamt 14 Niederlagen in einer ersten Runde in 2025 kann er im nächsten Jahr viele Punkte sammeln.

In dieser Saison hat der 27-Jährige auf der einen Seite hochkarätige Spieler wie Felix Auger-Aliassime, Arthur Fils, Taylor Fritz, Stefanos Tsitsipas, Denis Shapovalov, Casper Ruud und Arthur Rinderknech besiegt, andererseits hat er aber auch einige unerwartete Niederlagen gegen teilweise weit hinter ihm platzierte Gegner kassiert.

Zenit überschritten - oder Pech mit Verletzungen?

Es ist Jan-Lennard Struff zu verdanken, dass es für den DTB nicht das schlechteste Jahr seit über 40 Jahren wurde. Der Warsteiner hat sich im November mit einem Titel beim Challenger in Lyon im letzten Moment wieder in die Top 100 hochgespielt und beendet die Saison auf Platz 84.

Auch Yannick Hanfmann legte nach einer schwachen ersten Jahreshälfte einen guten Endspurt mit 17 Siegen in seinen letzten sechs Turnieren hin. Aber der Karlsruher schrammte mit Rang 103 knapp an der magischen Grenze vorbei. Beide sind zwar immer für solide Ergebnisse auf der ATP-Tour gut, aber haben mit 35 und 34 Jahren ihren Zenit wahrscheinlich bereits überschritten.

Dazu hatten zwei andere deutsche Profis viel Pech mit Verletzungen, denn Dominik Koepfer (31) und Maximilian Marterer (30) konnten beide in dieser Saison kaum mehr als 15 Matches bestreiten und sind daher in der Weltrangliste dramatisch abgestürzt. Ob sie jemals wieder zu ihrer Form zurückfinden werden, ist fraglich.

Nur ein Talent macht Hoffnung für die Zukunft

Also müssen die so hochgelobten DTB-Talente in 2026 liefern, allerdings scheint davon lediglich Justin Engel auf einem Level zu sein, dass für die ATP-Tour reicht. Der 18-Jährige gewann im Oktober in Hamburg seinen ersten Challenger-Titel und hat sich dank einer Absage für die Next Gen Finals qualifiziert, wo er allerdings mit drei Niederlagen klar in der Gruppenphase gescheitert ist. Im ATP-Ranking steht er inzwischen auf Rang 175.

Bereits im Januar kann der Nürnberger in der Qualifikation der Australian Open zeigen, ob die Tendenz weiter nach oben geht. Dahinter sieht es allerdings eher dünn aus. Niels McDonald (17), French Open-Sieger der Junioren, Max Schönhaus (18), dessen Finalgegner in Roland Garros, sowie der 17-jährige Diego Dedura haben zwar in diesem Jahr für etwas Aufmerksamkeit gesorgt, aber alle sind noch hauptsächlich auf der ITF-Tour oder im Juniorenbereich beschäftigt. Somit droht für den DTB im Jahr 2026 der Herren ein weiteres Jahr ohne viel zum Feiern.