"Ich war heute im dritten Satz einfach physisch besser", sprach Davidovich Fokina nach dem 5:7, 6:4, 6:3 in der Sauna von Shanghai das ohnehin deutlich Sichtbare aus. Für die Nummer 26 der Welt war es das 48. Tour-Match der Saison - Zverev hat 30 Matches mehr bestritten, beim French- und US-Open-Sieger ist am Ende einer Traumsaison die Leichtigkeit der Mühsal gewichen.
Für den 29 Jahre alten Zverev wäre es der erst zweite Endspiel-Einzug in Shanghai gewesen. 2019 war Zverev beim 4:6, 1:6 gegen Daniil Mededev chancenlos. Der unbequeme Russe könnte nun der Final-Gegner von Davidovich Fokina werden, der Zverev im achten Duell zum zweiten Mal bezwang (zuvor Toronto 2023). Medwedew spielt im zweiten Halbfinale gegen Spaniens Jungstar Rafael Jodar.
Durch die Halbfinal-Niederlage steht nun fest, dass Zverev noch nicht beim kommenden Turnier in Wien den Sprung an die Spitze der Weltrangliste schaffen kann. Bei einem Final-Einzug hätte er mit einem Turniersieg in Österreich am 2. November erstmals Weltranglistenerster sein können. Dass er die Nummer eins in diesem Jahr werden wird, ist seit Montag Gewissheit.
Match-Center: Alexander Zverev vs. Alejandro Davidovich Fokina

Frischer Davidovich Fokina liest Zverev die Leviten
Bei schwülen 29 Grad und geöffnetem Hallendach in der Qizhong Forest Sports City Arena spielte Davidovich Fokina in seinem vierten Masters-Halbfinale - nur 2022 in Monte Carlo hatte er zuvor das Endspiel erreicht (Niederlage gegen Stefanos Tsitsipas) - von Beginn an sehr stabil und ließ nur wenig zu. Bei 5:5 war Zverev dann aber voll da und nahm dem Spanier sehr dominant entscheidend den Aufschlag ab.
Im zweiten Satz wackelte Zverev mehrmals und kassierte das entscheidende Break zum 4:6. Davidovich Fokina wirkte nun deutlich frischer und spielte sich phasenweise in einen Rausch. Schnell führte der Mann aus Málaga 3:0 und 4:1, Zverevs Widerstand schien nur noch halbherzig. Zwei Matchbälle wehrte der Hamburger noch ab, den dritten dann nicht mehr.
