Am Ende waren es beinahe wieder sieben Gegentore. Elfeinhalb Monate nach der dreifachen 0:7-Klatsche sind die Kölner Haie in Berlin erneut untergegangen. Und doch war bei der missglückten Revanche für die Finalpleite vieles anders.
"Ich glaube, dass wir über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht haben", sagte Stürmer Maximilian Kammerer nach dem 3:6 zum Halbfinal-Auftakt bei den Eisbären bei MagentaSport, "wir haben leider die Tore nicht gemacht, und Berlin war wirklich eiskalt."
Gnadenlose Effizienz
In der Tat war der Hauptrundensieger 348 Tage nach dem krachend verlorenen Finale bei weitem nicht so chancenlos und überfordert wie damals.
Im Gegenteil: Köln dominierte zeitweise das erste Halbfinalduell mit dem Rekordmeister und Titelverteidiger, schoss mehr als doppelt so oft aufs Tor, doch die Berliner waren ein Muster an Effizienz. Nach sieben Minuten stand es schon 2:0, die bisher so starke Defensive der Haie zerbröselte.
"Normalerweise sind wir bekannt dafür, dass wir hinten echt gut stehen und wenig zulassen", sagte Kammerer, "das war heute ein bisschen zu viel." Fünf Gegentore hatten die Kölner in ihren vier Viertelfinalspielen gegen die Schwenninger Wild Wings nur kassiert. Im ersten Spiel gegen die Berliner Playoff-Könige war es gleich noch eins mehr – trotz nur 17 Torschüssen.

Kretzschmar schnürt Doppelpack
Janne Juvonen – Spieler des Jahres in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und der herausragende Torhüter in der Hauptrunde wie im Viertelfinale – patzte gleich beim ersten Gegentreffer. Seine Vorderleute um Kapitän Moritz Müller ließen den Eisbären viel Platz.
So wurde ein Youngster zum Helden: Der 19-jährige Moritz Kretzschmar erzielte seine allerersten beiden DEL-Tore, erst zum wegweisenden 2:0 (7.), dann zum entscheidenden 5:2 (36.).

"Für mich ist das ein sehr schöner Moment, den ich nicht vergessen werde", sagte der U20-Nationalspieler, "aber der Fokus liegt darauf, dass wir dieses Spiel gewonnen haben." Weil es am Freitag (19:30 Uhr/MagentaSport) in Köln bereits weitergeht, denke er "gar nicht so viel darüber nach", betonte Kretzschmar, "ich glaube, das realisiert man erst, wenn man die Saison irgendwann Revue passieren lässt."

