"Es fühlt sich wirklich an wie ein Traum", sagte Kane, den goldenen Ballon d'Or in seinen Händen, am nächsten Morgen stolz bei Sky: "Ich versuche immer noch, das alles zu verarbeiten." Mit 33 Jahren ist der Stürmer am bisherigen Höhepunkt seiner Karriere angekommen.
Kane, schrieben Englands Prinz William und Prinzessin Kate bei Instagram, sei ein "außergewöhnlicher Spieler". Sein Triumph, so die Daily Mail, "ein Sieg für einen Spieler, der der Inbegriff eines Profis ist, der alles getan hat, um sein Talent voll auszuschöpfen und der nun die Früchte seiner Arbeit erntet."
König Harry im goldenen Glanz
Doch nicht nur in England, auch darüber hinaus wurde der neue Weltfußballer glamourös gefeiert. In München erstrahlte die Allianz Arena in Gold, genauso wie das Empire State Building in New York. Kane selbst ließ den wohl bedeutendsten Abend seiner bisherigen Karriere mit Freunden und Familie in einem Londoner Nachtclub ausklingen, bevor es am Dienstag mit dem Flieger zurück nach München ging. Die Arbeit rief.
Vor den Spielen im DFB-Pokal gegen den 1. FC Magdeburg am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) und dem Liga-Klassiker gegen Borussia Dortmund am Samstag soll Kane vor den Fans im Stadion noch einmal gebührend gefeiert werden. Auch die Bayern werden den Erfolg ihres Starspielers voll auskosten - zu stark ist für den deutschen Rekordmeister das Zeichen, das mit der Krönung von Kanes Fabelsaison aus London in die Welt ging.
Lobeshymnen auf Kane
Ohne seine Teamkollegen, hatte der 33-Jährige in seiner Dankesrede betont, wäre sein Triumph schließlich "nicht möglich gewesen". Für ihn sei es "eine Ehre, für den FC Bayern zu spielen", ergänzte Kane: "Euch zu vertreten, ist ein echtes Privileg. Ich freue mich sehr, diese Trophäe zurück zum FC Bayern zu bringen."
45 Jahre lang, seit Karl-Heinz Rummenigge, hatte kein Bayern-Profi bei der begehrten Auszeichnung triumphiert. Nun, in einem WM-Jahr und ohne eigenen Champions-League-Titel, steht wieder ein Münchner an der Spitze des Weltfußballs. "Das", betonte Präsident Herbert Hainer dementsprechend, "ist ein stolzer Tag für den FC Bayern". Der Rekordmeister, sagte Sportvorstand Max Eberl, sei "eine Bühne für Weltklasse".
Und Kane, der trotz seiner unfassbaren 73 Tore in 65 Pflichtspielen für die Bayern und England mittlerweile so viel mehr ist als "nur" ein Torjäger, füllt diese seit seinem Wechsel von Tottenham Hotspur im Sommer 2023 vorbildlich aus. Nicht zuletzt als Gegenentwurf in einem von Selbstinszenierung durchzogenem Geschäft.
Mehr als ein Torjäger: Kane überzeugt durch Haltung
Kane, schrieb die Gazzetta dello Sport anerkennend, habe es geschafft, "normal zu bleiben in einer Welt voller Superstars mit Talent, aber auch enormen Egos". Der 33-Jährige sei "wahrscheinlich die am meisten unterschätzte Persönlichkeit des Weltfußballs im vergangenen Jahrzehnt", schrieb die spanische El País. Vor allem Kylian Mbappé und Lamine Yamal, die Kane auf die Plätze zwei und drei verwies, hatten in den vergangenen Wochen bis zur Schmerzgrenze Eigenwerbung betrieben.
Kane hielt sich dagegen immer zurück. "Arbeite hart und still", schrieb er nach seiner Krönung in den Sozialen Medien und ergänzte: "Lass den Erfolg für dich sprechen."
