Maradona, Pelé und Messi: Die 10 größten WM-Spiele aller Zeiten

Maradona sprang im WM-Finale 1986 über den deutschen Torwart Harald 'Toni' Schumacher
Maradona sprang im WM-Finale 1986 über den deutschen Torwart Harald 'Toni' SchumacherSVEN SIMON / picture-alliance / dpa Picture-Alliance via AFP / Profimedia

Ob der erste und einzige englische Titel 1966, das Genie von Diego Maradona im Azteca oder Lionel Messis Magie in Katar – es sind die großen Spiele, die eine Weltmeisterschaft unsterblich machen. Manche Duelle wurden durch pure Dramatik legendär, andere durch spielerische Brillanz oder historische Kontroversen. Flashscore präsentiert zehn WM-Partien, die aus unserer Sicht die Geschichte des Turniers für immer geprägt haben.

10) Dänemark 6:1 Uruguay, 1986, Gruppenphase

Dänemark darf mit Fug und Recht als einer der spektakulärsten WM-Debütanten aller Zeiten gelten. Im wohl ikonischsten Trikot der Turniergeschichte avancierten die Skandinavier dank ihres kompromisslosen Offensivfußballs zu den "Brasilianern des Nordens".

Nach Siegen über Schottland und Westdeutschland war es vor allem das 6:1 gegen Uruguay, das sie endgültig zu Geheimfavoriten machte. Verona-Stürmer Preben Elkjaer schnürte einen Dreierpack, während Michael Laudrup die südamerikanische Defensive nach Belieben auseinandernahm.

9) Niederlande 1:1 Argentinien, 1978, Finale (Argentinien siegte 3:1 nach Verlängerung)

Schon vor dem Anpfiff war dieses Endspiel von Kontroversen begleitet. Die Niederländer behaupteten, auf dem Weg ins Stadion absichtlich fehlgeleitet worden zu sein, während Argentinien das Spiel mit Verzögerungstaktiken hinausgezögert habe. Die Gastgeber betraten schließlich mit Verspätung den Platz – das Spielfeld war von Konfetti bedeckt, die Atmosphäre elektrisierend.

Mario Kempes brachte Argentinien in Führung, Dick Nanninga glich kurz vor Schluss per Kopf aus. In der Verlängerung entschied Kempes mit einem typischen Solo die Partie vor, ehe Daniel Bertoni den 3:1-Endstand besorgte.

8) Argentinien 3:0 Kroatien, 2022, Halbfinale

Über die Geschichte der Weltmeisterschaft zu sprechen, ohne Lionel Messi zu erwähnen, ist unmöglich. Im WM-Halbfinale 2022 in Katar absolvierte der argentinische Superstar sein 25. WM-Spiel – und lieferte eine Gala.

Messi erzielte das 1:0 selbst und bereitete das 2:0 von Julian Alvarez mit einem Geniestreich vor: Mit einem unwiderstehlichen Dribbling ließ er Josko Gvardiol stehen und servierte mustergültig. Argentinien zog souverän ins Finale ein.

7) Brasilien 4:1 Italien, 1970, Finale

In diesem Endspiel wurde die Jules-Rimet-Trophäe endgültig Brasiliens Eigentum. Pelé eröffnete den Torreigen per Kopf, ehe Roberto Boninsegna für Italien ausglich.

Nach der Pause stellte Brasilien seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis: Gerson traf wuchtig zum 2:1, Jairzinho erhöhte nach Vorlage von Pelé, und Carlos Alberto krönte eine der schönsten Kombinationen der WM-Geschichte mit einem legendären Treffer zum 4:1.

6) Argentinien 3:2 Deutschland, 1986, Finale 

Im Azteca-Stadion von Mexiko-Stadt stand alles im Zeichen von Diego Maradona. Jose Luis Brown und Jorge Valdano brachten Argentinien scheinbar komfortabel in Führung.

Doch Westdeutschland kämpfte sich zurück: Karl-Heinz Rummenigge und Rudi Völler glichen aus. Sieben Minuten vor dem Ende zeigte Maradona seine ganze Klasse und schickte Jorge Burruchaga mit einem perfekten Pass zum Siegtreffer auf die Reise.

5) England 2:2 Argentinien 1998, Achtelfinale (Argentinien siegte 4:3 im Elfmeterschießen)

Zwölf Jahre nach der "Hand Gottes" kam es zur Neuauflage des Klassikers. Gabriel Batistuta, traf früh per Elfmeter, doch Michael Owen drehte mit einem herausgeholten Elfmeter und einem herausragenden Solo zwischenzeitlich die Partie.

Javier Zanetti glich nach einem raffinierten Freistoßtrick aus. England musste nach David Beckham Platzverweis lange in Unterzahl spielen – und verlor schließlich einmal mehr im Elfmeterschießen.

4) England 4:2 Deutschland, 1966, Finale 

England gewann 1966 seinen bislang einzigen WM-Titel. Nach frühem Rückstand drehten Geoff Hurst und Martin Peters das Spiel, ehe Wolfgang Weber in letzter Minute ausglich.

In der Verlängerung fiel das wohl umstrittenste Tor der WM-Geschichte: Hursts Schuss prallte von der Latte auf die Linie – oder dahinter? Der Treffer wurde gegeben. Hurst machte mit seinem dritten Tor alles klar – das "Wembley-Tor" war geboren.

3) Frankreich 1:1 Brasilien, 1986, Viertelfinale (Frankreich siegte 4:3 im Elfmeterschießen)

Dieses Duell wird oft auch als "Kampf des Jahrhunderts" bezeichnet  – eines der packendsten Duelle der Fußballgeschichte, mit Spielern wie Joel Bats, Manuel Amoros, Jean Tigana, Michel Platini, Socrates und in Topform. Careca brachte Brasilien im Viertelfinale in Führung, Platini glich aus.

Zico verschoss in der regulären Spielzeit einen Elfmeter. Im Shootout behielt Frankreich die Nerven, Torhüter Joël Bats avancierte zum Helden, und Luis Fernandez verwandelte den entscheidenden Versuch.

2) Deutschland 3:3 Frankreich, 1982, Halbfinale (Deutschland siegte 5:4 im Elfmeterschießen)

Unvergessen bleibt das brutale Foul von Torhüter Harald Schumacher an Patrick Battiston, bei dem der Deutsche dem Franzosen mit voller Wucht die Hüfte ins Gesicht rammte – Battiston verlor zwei Zähne und brach sich drei Rippen Sportlich entwickelte sich ein episches Drama.

Frankreich führte in der Verlängerung 3:1, doch Rummenigge und Klaus Fischer per Fallrückzieher erzwangen das Elfmeterschießen. Dort avancierte Schumacher mit Paraden gegen Didier Six und Maxime Bossis  zum Matchwinner, im Finale verlor das DFB-Team dann aber gegen Italien.

1) Argentinien 3:3 Frankreich, 2022, Finale (Argentinien siegte 4:2 im Elfmeterschießen)

Das Endspiel von Katar 2022 wird von vielen bereits als das größte WM-Finale aller Zeiten bezeichnet. Im Lusail-Stadion entwickelte sich ein Drama, das an Intensität, Wendungen und individueller Klasse kaum zu überbieten war – ein echtes Vermächtnisspiel.

Argentinien dominierte die erste Halbzeit, Messi verwandelte einen Elfmeter zur Führung, Angel Di Maria erhöhte nach einem mustergültigen Konter auf 2:0. Alles schien entschieden – bis Kylian Mbappé binnen 97 Sekunden mit einem verwandelten Strafstoß und einem spektakulären Volleyschuss ausglich.

In der Verlängerung traf Messi zum 3:2 und wähnte sein Land abermals am Ziel, doch Mbappé vollendete seinen Hattrick per Handelfmeter zum 3:3. Im Elfmeterschießen behielt Argentinien schließlich die Nerven: Torhüter Emiliano Martinez avancierte einmal mehr zum Helden, ehe Gonzalo Montiel den entscheidenden Strafstoß verwandelte.