DEL: "Keine Angst" – Berliner Playoff-Könige fordern Hauptrundensieger Köln

Marcel Noebels und seine Kollegen der Eisbären haben das Halbfinale der DEL-Playoffs erreicht.
Marcel Noebels und seine Kollegen der Eisbären haben das Halbfinale der DEL-Playoffs erreicht.ANDREAS GORA / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Nach dem Sieg in der Verlängerung hielten sich die Playoff-Könige der Eisbären Berlin nicht lange mit ihrer 13. gewonnenen Serie in Folge auf. Der Blick des Rekordmeisters der Deutschen Eishockey Liga (DEL) richtete sich gleich auf den nächsten Gegner - das überragende Team der Hauptrunde. "Wir haben großen Respekt vor den Kölner Haien, aber keine Angst", sagte Stürmer Lean Bergmann nach dem entscheidenden 6:5 im sechsten Viertelfinale gegen die Straubing Tigers am Samstag. "Wir haben jetzt den Dritten der Vorrunde rausgeschmissen. Das zeigt schon alles."

Der Titelverteidiger, der sich mitunter mehr schlecht als recht durch die reguläre Saison schlug, läuft in der "Crunch Time" wieder zur Hochform auf - auch wenn Berlin erstmals seit 2022 in einer Playoff-Serie zwei Spiele verlor. Doch am Ende setzten sich das Team von Meistermacher Serge Aubin, der im siebten Jahr in der Hauptstadt noch immer keine einzige Serie verloren hat, wieder durch. Nur Corona 2020, als die Playoffs ausfielen, und das Verpassen der Meisterrunde 2023 stoppten den Kanadier bisher.

Köln ist ab Mittwoch (19.30 Uhr/MagentaSport) in der Neuauflage der letztjährigen Endspielserie der ultimative Meistertest. Denn die Haie spielten sich mit einer Rekord-Siegesserie und Rekord-Punkteausbeute in die Favoritenrolle. Und sie haben etwas gutzumachen: Vor einem Jahr kassierten sie drei 0:7-Klatschen in Folge im Finale gegen Aubins Eisbären.

Zur Revanche bereits im Halbfinale kommt es nur, weil die Berliner - auch aufgrund großer Verletzungsprobleme - lediglich Sechster in der Hauptrunde wurden. Diese Platzierung zeige "nicht unbedingt das, was wir auf dem Eis abliefern können, wenn wir einigermaßen vollzählig sind", meinte Bergmann, "deswegen ist für mich die Tabelle nach der Hauptrunde nicht repräsentativ."

Ganz so souverän wie in den vergangenen Jahren stürmten die Berliner gegen ihren Lieblingsgegner Straubing, der auch seine sechste Playoff-Serie gegen den DEL-Rekordmeister verlor, nicht in die nächste Runde. Am Samstag verspielte das Aubin-Team zweimal einen Zwei-Tore-Vorsprung und musste in die Overtime, in der Markus Vikingstad nach Bergmann-Vorlage nach insgesamt 76:30 Minuten für die Entscheidung sorgte.

Zum Match-Center: Eisbären Berlin vs. Straubing Tigers

Diskussionen um "überhartes" Wagner-Foul

Dennoch sind die Berliner von der zwölften Meisterschaft seit 2005 überzeugt. "Wir machen weiter, das große Ziel ist es, den dritten Titel in Folge zu holen", sagte der Stürmer. Mit Blick auf die zahlreichen Ausfälle während der Saison fügte der 27-Jährige an: "Die Verletzungsmisere hat uns als Mannschaft noch mehr zusammengeschweißt. Alle wollen mit Macht den Titel."

Auch Red Bull München zog ins Halbfinale ein - zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren. Doch das brutale Foul von Nationalspieler Fabio Wagner war nach dem 7:3 im sechsten Duell beim ERC Ingolstadt am Samstag noch immer ein Thema. Ex-Nationalspieler Daniel Pietta kritisierte die Münchner noch einmal deutlich für ihre "überharte" Spielweise im vierten Spiel am vergangenen Dienstag. "Jeder will Meister werden, jeder will Spiele gewinnen, klar. Aber wenn das der Preis sein muss, um sowas zu erreichen, kann ich auch gerne drauf verzichten", sagte der 39-Jährige bei MagentaSport.

Vor allem Red-Bull-Trainer Oliver David knöpfte sich der ERC-Stürmer vor: "Da kann man nicht davon reden, dass das Teil des Spiels ist. Sollte das Teil des Spiels sein, habe ich keinen Bock mehr auf dieses Spiel." Wagner hatte den Ingolstädter Edwin Tropmann mit einem Check gegen den Kopf niedergestreckt, der 20-Jährige, der erst im Rettungswagen wieder zu Bewusstsein gekommen war, konnte am Donnerstag mit einem Gehirnschädeltrauma aus dem Krankenhaus entlassen werden.