Weiter böses Blut im bayerischen Playoff-Derby: "Nicht kapiert"

Fabio Wagner sorgte mit seinem üblen Foul für viele Diskussionen
Fabio Wagner sorgte mit seinem üblen Foul für viele Diskussionen ČTK / imago sportfotodienst / Stefan Bösl

Die Adler Mannheim folgen Köln ins DEL-Halbfinale, beim bayerischen Derby zwischen München und Ingolstadt schlägt das brutale Foul von Fabio Wagner immer noch hohe Wellen.

Für die Adler Mannheim ist das Viertelfinale abgehakt, der Mitfavorit ist den Kölner Haien in die nächste Playoff-Runde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gefolgt. Doch im bayerischen Derby gibt es auch Tage nach dem Horrorfoul von Fabio Wagner noch böses Blut. Ingolstadts Manager Tim Regan legte am Rande der 3:6-Niederlage des ERC im fünften Duell bei Red Bull München noch einmal verbal nach.

Sein Vorwurf: Münchens Trainer Oliver David trage Mitschuld an der Eskalation im vierten Spiel. Zu "1000 Prozent" sei der Coach verantwortlich "für die Spieler und die Disziplin", sagte der Deutsch-Amerikaner bei MagentaSport. Ingolstadt habe bei der klaren Führung am vergangenen Dienstag ein Zeichen gesetzt: "Wir haben in Überzahl unseren nominell vierten Block aufs Eis geschickt", erklärte Regan, "im Eishockey ist das eine alte Regel, ein Zeichen an den Gegner, dass das Spiel gelaufen ist und wir das Ergebnis nicht hochschrauben wollen." David habe "das entweder nicht kapiert und nicht kapieren wollen".

Wagner für lange Zeit gesperrt

Die vierte Partie war völlig eskaliert, als die Münchner beim 2:7 in Ingolstadt laut David "ein Statement" abgeben wollten und mit insgesamt 125 Strafminuten deutlich über die Stränge schlugen. Gleich drei Spieler wurden vom Schiedsrichtergespann vorzeitig in die Kabine geschickt. Immerhin konnte Ingolstadts Edwin Tropmann nach dem brutalen Foul von Nationalspieler Wagner am Donnerstag das Krankenhaus wieder verlassen.

Mit "einem Gehirnschädeltrauma", wie Regan berichtete, "aber es steht immer noch infrage, wie sich seine Gesundheit entwickelt". Wagner war von der DEL für 14 Spiele gesperrt worden; sollte München ins Finale kommen, könnte sich die Sperre verlängern, denn in den Playoffs darf er nicht mehr spielen.

Ein Telefonat zwischen Regan und Münchens Sportchef Christian Winkler trug zumindest auf dem Eis zur Deeskalation bei. Das erste Drittel ging seltsam emotionslos über die Bühne. Im zweiten Durchgang, als die Ingolstäder einen 0:2-Rückstand aufholen, kehrte die Playoff-Intensität zurück - aber auf sportlicher Ebene. Am Ende setzten sich die Münchner durch, die mit einem Sieg am Samstag (14.00 Uhr/MagentaSport) in Ingolstadt die Serie beenden könnten.

Zum Match-Center: München vs. Ingolstadt

Köln & Mannheim warten auf Gegener

Dann haben die Mannheimer frei. Das Team um den zweimaligen Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl holte am Donnerstag mit 4:3 gegen die Fischtown Pinguins nach zweimaligem Rückstand den notwendigen vierten Sieg - und wartet nun wie Hauptrundensieger Köln auf seinen Halbfinalgegner.

Es könnten neben München und Ingolstadt auch die Straubing Tigers werden, die gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin mit einem 2:1 nach Verlängerung auf 2:3 in der Best-of-seven-Serie verkürzten und am Samstag (16.30 Uhr/MagentaSport) in der Hauptstadt gegen das Aus kämpfen.

"Es wird auf jeden Fall Bayern sein, das ist nicht so weit für die Familie", meinte der Landshuter Kühnhackl lachend. Doch vorerst hat der Familienvater anderes vor: "Vielleicht nehme ich den Kleinen mal und gebe meiner Frau einen komplett freien Tag."

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