Seinen Kindheitstraum blendet Moritz Seider gerade aus. Die Winterspiele stehen vor der Tür, nur noch eineinhalb Wochen bis zur großen Eröffnung, das Olympia-Fieber steigt. Doch an das bevorstehende Spektakel in Mailand denke er derzeit "relativ wenig, um ehrlich sein", gestand der deutsche Eishockeystar: "Ich versuche, immer im Hier und Jetzt zu bleiben."
Red Wings "performen unheimlich gut"
Natürlich freut sich auch Seider "unheimlich auf die Zeit", schließlich werde "ein Kindheitstraum in Erfüllung gehen", betonte der Verteidiger. Der Fokus, so Seider, liege aber auf dem Alltag in der NHL. In diesem spielt der 24-Jährige mit seinen Detroit Red Wings die beste Saison seit vielen Jahren, nach einer Durststrecke von neun Spielzeiten ohne Play-offs liegt der elfmalige Stanley-Cup-Sieger klar auf Kurs.

"Wir performen unheimlich gut, warum sollte man sich das jetzt nehmen, nur weil man mit dem Fokus irgendwo anders hindriftet?", fragte Seider, der in Detroit zu den absoluten Leistungsträgern gehört. Hält der Abwehrchef sein derzeitiges Niveau, dürfte er seinen persönlichen Punkterekord (51 aus der Saison 2023/24) schon bald übertreffen.
Vor dem 54. Hauptrundenspiel, dem fünftletzten vor der Olympia-Pause, in der deutschen Nacht zu Mittwoch gegen die Los Angeles Kings fehlten Seider nur noch acht Zähler zu seiner Bestmarke.
Bester Verteidiger der NHL?
Doch es sind nicht nur die Punkte. Seider überzeugt vor allem mit seiner Abgeklärtheit in der Defensive, fährt harte Checks und ist mittlerweile zu einem absoluten Führungsspieler gereift. Seit seinem Debüt hat Seider kein Spiel in der NHL verpasst, in seiner fünften Saison gelang nun der Schritt in den kleinen Kreis der absoluten Topverteidiger.
Nicht wenige halten Seider für den Nummer-eins-Kandidaten für die Auszeichnung mit der James Norris Memorial Trophy. Er selbst sehe sich aber, so Seider, "auf jeden Fall nicht" als besten Verteidiger der Liga. Er sehe Spieler wie Cale Makar, Quinn Hughes und Zach Werenski in der Favoritenrolle "und das ist auch völlig richtig so."
Im Vergleich zu den Offensivverteidigern ist Seider eher das Gegenstück. Er wäre der erste Deutsche, der die begehrte Trophäe erhalten würde, nachdem Seider schon 2022 die Calder Memorial Trophy für den besten Rookie abgeräumt hatte.
