NHL: Colorado macht als erstes Team die Playoffs klar - Hurricanes jubeln in Overtime

Die Carolina Hurricanes haben den Vorsprung in der Metropolitan Division ausgebaut.
Die Carolina Hurricanes haben den Vorsprung in der Metropolitan Division ausgebaut.Dan Hamilton-Imagn Images via REUTERS

Eishockey-Nationalspieler John-Jason Peterka hat im Endspurt in Richtung NHL-Playoffs die nächste Niederlage mit Utah Mammoth kassiert. Das Team aus Salt Lake City verlor am Freitagabend ein lange Zeit enges Duell mit den Anaheim Ducks mit 1:4, Angreifer Peterka lieferte einen Assist zur ganz frühen Führung seiner Mannschaft durch Dylan Guenther (2.).

Utah Mammoth 1:4 Anaheim Ducks

Im Delta Center zeigten die Ducks, dass sie im Kampf um die Vorherrschaft im Pazifik keine Gefangenen machen. Alex Killorn führte sein Team mit einem Tor und zwei Vorlagen zum Sieg. Damit festigten die Ducks ihre Spitzenposition in der Pacific Division und hielten die heranstürmenden Edmonton Oilers auf Distanz. Besonders schmerzhaft für Utah: Anaheim traf gleich zweimal ins leere Tor, nachdem die Gastgeber alles auf eine Karte gesetzt hatten.

Trotz der Niederlage gab es für die Fans in Salt Lake City einen kleinen Grund zum Jubeln: Dylan Guenther erzielte den frühen Führungstreffer und erreichte damit die Marke von 61 Toren in den ersten zwei NHL-Jahren des Franchise – eine Leistung, die ihn in einen elitären Kreis um Spieler wie William Karlsson und Jared McCann befördert. Doch individuelle Rekorde helfen wenig, wenn man fünf der letzten sieben Spiele verliert.

Die Lage im Playoff-Rennen ist auf den ersten Blick aber weiter komfortabel: Das Team belegt mit noch recht großem Vorsprung den ersten Wildcard-Platz der Western Conference. Die Verfolger, darunter auch Seattle Kraken mit Nationaltorwart Philipp Grubauer, haben aber allesamt zwei bis drei Spiele weniger absolviert.

Chicago Blackhawks 1:4 Colorado Avalanche

Colorado Avalanche löste indes als erstes Team der NHL das Ticket für die Meisterrunde. Bei den Chicago Blackhawks gelang ein 4:1, es war auch das Ende einer kleinen Ergebniskrise: Das Team aus Denver hatte zuletzt dreimal in Folge verloren, erreichte nun aber als erste Franchise der Saison die 100-Punkte-Marke. Angeführt wurde die Lawine einmal mehr von Nathan MacKinnon, der mit drei Assists seine Punkteserie auf fünf Spiele ausbaute und sich in den Geschichtsbüchern der Franchise immer weiter nach oben schraubt.

Martin Necas glänzte mit einem Tor und zwei Vorlagen und stellte damit einen neuen persönlichen Karrierebestwert auf. Chicago, das am Vorabend noch gegen Minnesota gewonnen hatte, wirkte gegen das Tempo der Gäste schlichtweg überfordert. Zwar keimte nach Wyatt Kaisers Anschlusstreffer im zweiten Drittel kurz Hoffnung auf, doch Nazem Kadri und Valeri Nichushkin machten im Schlussabschnitt schnell klar, warum Colorado momentan das Maß der Dinge in der Central Division ist.

Toronto Maple Leafs 3:4 (OT) Carolina Hurricanes

In Toronto bewies ein russischer Rookie, dass Taten mehr sagen als Worte. Alexander Nikishin hämmerte den Puck bereits nach 41 Sekunden in der Verlängerung per Handgelenkschuss in die Maschen und besiegelte damit den Sieg der Hurricanes. Sein Kapitän Jordan Staal schwärmte nach dem Spiel von Nikishins "Kanonenschlag" und betonte, wie beeindruckend der junge Verteidiger trotz Sprachbarriere einschlug – sein zehntes Saisontor war ein echtes Ausrufezeichen im Kampf um die Metropolitan Division.

Dabei sah es für die Maple Leafs zwischenzeitlich gar nicht so schlecht aus, als William Nylander spät im dritten Drittel den Ausgleich zum 3:3 erzwang, indem er die Scheibe frech über den Schläger des Goalies ins Netz mogelte. Doch am Ende machten die Special Teams den Unterschied: Carolina traf sowohl per Penalty-Shot durch Eric Robinson als auch in Unterzahl durch K’Andre Miller. Während die Hurricanes ihren Vorsprung an der Tabellenspitze ausbauen, rutschen die Leafs mit der elften Niederlage aus den letzten 13 Spielen tiefer in die Krise.

Washington Capitals 2:1 New Jersey Devils

In der US-Hauptstadt wurde die Capital One Arena zum Gehäuse von Logan Thompson. Der Capitals-Goalie parierte 30 Schüsse, davon allein 17 im brenzligen Schlussabschnitt, und hielt den knappen Sieg gegen die Devils fest. Ryan Leonard sorgte früh für die Führung und reihte sich in eine exklusive Liste von Washington-Rookies (neben Namen wie Ovechkin) ein, die 15 Tore in einer Saison erzielten. Ein hart erkämpfter Erfolg, der die Playoff-Träume der Hauptstädter am Leben hält.

Die Geschichte des Abends hätte fast Alex Ovechkin geschrieben, der kurz vor der historischen Marke von 1.000 Karrieretoren (inklusive Playoffs) steht. Doch Devils-Keeper Jake Allen verwehrte ihm den Meilenstein mit einem spektakulären Fanghandschuh-Save. Trotz eines späten Treffers von Jesper Bratt und einer Schlussoffensive der Devils reichte es für New Jersey nicht mehr – sie stehen nun zwölf Punkte hinter einem Wild-Card-Platz, die Playoffs sind in weite Ferne gerückt.

Calgary Flames 4:1 Florida Panthers

Der "Olofsson-Effekt" ist in Calgary angekommen. Der erst kürzlich verpflichtete Schwede Victor Olofsson erzielte mit einem krachenden Schlagschuss seinen ersten Treffer im Trikot der Flames und trug maßgeblich zum 4:1-Erfolg gegen die Florida Panthers bei. Für Calgary scheint das Scotiabank Saddledome gegen Florida eine uneinnehmbare Festung zu sein: Es war der siebte Heimsieg in Folge gegen die Raubkatzen aus dem Sunshine State.

Der Sieg hatte jedoch einen bitteren Beigeschmack, da beide Teams schmerzhafte Verluste hinnehmen mussten. Calgarys Connor Zary wurde nach einem harten Check kopfüber in die Bande befördert, während Floridas Verteidiger-Dauerbrenner Niko Mikkola das Eis nach einer Knie-Kollision nur mit Hilfe verlassen konnte. Sportlich machten die Flames den Sack erst spät im Powerplay durch Morgan Frost und Matt Coronato zu, was Trainer Ryan Huska besonders freute, da das Überzahlspiel zuvor sechs Partien lang komplett eingefroren war.

Die reguläre Saison endet am 17. April, wenig später beginnen die Playoffs. Die Finalserie findet im Juni statt.