NHL: Seiders Wings und Peterkas Mammoth punkten – Wichtige Siege im Playoff-Rennen

Utah Mammoths Nate Schmidt jubelt nach einem Tor beim Sieg in Dallas.
Utah Mammoths Nate Schmidt jubelt nach einem Tor beim Sieg in Dallas.Julio Cortez / CTK / AP

Die beiden Eishockey-Nationalspieler Moritz Seider und John-Jason Peterka haben ihren NHL-Teams zu wichtigen Siegen im Playoff-Rennen verholfen. Verteidiger Seider traf beim 5:2 seiner Detroit Red Wings über die Calgary Flames, Angreifer Peterka lieferte einen Assist zum 6:3 der Utah Mammoth bei den Dallas Stars.

Detroit Red Wings 5:2 Calgary Flames

Bei einem Powerplay im Mitteldrittel erzielte Seider mit einem wuchtigen Schuss von der blauen Linie das 4:2 (32.), sein neuntes Saisontor. Insgesamt steht der 24-Jährige bei 47 Torbeteiligungen in 68 Einsätzen. "Zu dieser Jahreszeit ist jedes Spiel wichtig, daher war dieser Sieg enorm wichtig", sagte Goalie John Gibson, der auf 25 Paraden kam: "Wir müssen dringend Siege einfahren, und das war ein guter Anfang."

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Patrick Kane und Alex DeBrincat zeigten eindrucksvoll, warum sie eines der gefürchtetsten Duos der Liga sind. Während Kane zweimal einnetzte, servierte DeBrincat gleich drei Assists. Besonders wichtig: Die Red Wings mussten die Ausfälle von Dylan Larkin und Andrew Copp kompensieren, und das Altstar-Gespann lieferte genau im richtigen Moment ab.

Detroit liegt damit auf dem ersten der beiden Wildcard-Plätze in der Eastern Conference und zog an den Boston Bruins vorbei. Die Columbus Blue Jackets, die zwei Spiele weniger bestritten haben, liegen drei Punkte hinter Detroit auf Platz drei.

New Jersey Devils 4:3 (OT) Boston Bruins

Die vom ehemaligen Bundestrainer Marco Sturm trainierten Bruins erlebten unterdessen einen echten Krimi: Paul Cotter wurde zum Helden der Nacht für die New Jersey Devils, als er nur sieben Sekunden vor dem Ende der Verlängerung den entscheidenden Treffer markierte. Nach einem wilden Hin und Her in der Overtime nutzte Cotter einen Breakaway-Pass von Jack Hughes, um den Bruins den Zusatzpunkt zu entreißen. Die Devils-Bank feierte ausgelassen, während Boston sich einmal mehr fragen muss, wie sie eine frühe 2:0-Führung noch aus der Hand geben konnten.

Abseits des Dramas gab es historische Momente zu feiern: Jack Hughes erreichte als schnellster Spieler in der Geschichte der Devils die Marke von 400 Karrierepunkten – er brauchte dafür lediglich 414 Spiele. Auf der Gegenseite knackte David Pastrnak trotz der Niederlage ebenfalls Meilensteine: Er überholte Phil Esposito für die meisten Bruins-Tore in den ersten fünf Spielminuten und ist erst der zweite Tscheche nach Jaromir Jagr, der sieben Spielzeiten mit mindestens 80 Punkten vorweisen kann.

Dallas Stars 3:6 Utah Mammoth

Ebenfalls den ersten Wildcard-Platz haben Peterka und Utah nach dem neuerlichen Sieg in der Western Division inne. Peterka legte im Schlussdrittel das 5:2 durch Michael Carcone auf (57.) und steht damit bei 41 Torbeteiligungen.

Alles hat ein Ende – auch die beeindruckende Punkteserie der Dallas Stars. Nach 15 Spielen ohne Niederlage in regulärer Spielzeit (14-0-1) wurden sie von den Mammoth unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Utah zeigte im dritten Drittel eine Effizienz, die fast schon unheimlich war: Sie trafen in Unterzahl, bei Gleichzahl, im Powerplay und schließlich ins leere Netz. Ein "Grand Slam" der Tor-Arten, der Dallas völlig überrumpelte.

Obwohl die Stars durch Sam Steel früh in Führung gingen und Wyatt Johnston im zweiten Drittel ausgleichen konnte, wirkte die Defensive im Schlussabschnitt ungewohnt löchrig. Utahs Coach Andre Tourigny lobte vor allem die mentale Stärke seines Teams, das sich auch von der Kulisse in Dallas nicht beeindrucken ließ. Vitek Vanecek im Tor der Mammoth vernagelte mit 27 Paraden den Kasten, während Dallas-Coach Glen Gulutzan feststellte, dass sich verlieren nach 55 Tagen immer noch genauso schlecht anfühlt wie früher.

New York Rangers 1:4 Los Angeles Kings

Emotionen pur im Madison Square Garden: Artemi Panarin kehrte zum ersten Mal als Gegner an seine alte Wirkungsstätte zurück. "Breadman", der sieben Jahre lang das Gesicht der Rangers war, wurde mit einem Video-Tribute und tosendem Applaus empfangen. Doch auf dem Eis kannten seine neuen Teamkollegen keine Gnade. Die Kings dominierten vor allem das zweite Drittel, in dem sie innerhalb von nur 28 Sekunden zweimal trafen und den Rangers jeglichen Wind aus den Segeln nahmen.

Panarin selbst steuerte einen Assist zum Sieg bei, gestand aber nach dem Spiel, dass er den ganzen Abend über extrem nervös war. Während die Kings durch diesen Erfolg im Kampf um die Playoff-Plätze im Westen wertvollen Boden gutmachen, endete für die Rangers eine Serie von vier Siegen in Folge. Verteidiger Adam Fox brachte es trocken auf den Punkt: 30 schlechte Minuten haben in der NHL eben ihren Preis, egal wie emotional die Rückkehr eines Ex-Stars gefeiert wird.

Colorado Avalanche 2:7 Pittsburgh Penguins

Die Rückkehr des Königs – oder zumindest die von Evgeni Malkin. Nach seiner Sperre von fünf Spielen kehrte "Geno" mit einer Wut im Bauch zurück aufs Eis und zerlegte die Colorado Avalanche fast im Alleingang. Mit zwei Toren und einem Assist führte er die Penguins zu einem Kantersieg in der Ball Arena. Besonders beeindruckend: Malkin überholte mit seiner Leistung Mario Lemieux in der teaminternen Statistik für die meisten Torbeteiligungen beim Führungstreffer.

Für die Avalanche war es ein Abend zum Vergessen. Goalie Scott Wedgewood wurde bereits nach 13 Minuten und drei Gegentoren ausgewechselt, doch auch Mackenzie Blackwood konnte den Sturmlauf der Pens nicht stoppen. Nathan MacKinnon punktete zwar erneut, übte nach dem Spiel aber scharfe Kritik an der Einstellung seines Teams. Während Pittsburgh nun wieder leise von den Playoffs träumen darf, muss Colorado schleunigst seine defensive Stabilität wiederfinden, bevor es am Mittwoch zum Kracher gegen Dallas kommt.

Die reguläre Saison endet in der NHL in einem Monat (17. April). Die Playoffs beginnen wenig später, die Finalserie findet im Juni statt.