NHL: Sturms Bruins schlagen Detroit – Caufield mit drittem Karriere-Hattrick

Cole Caufield (2. v. l.) feiert seinen Hattrick gegen die Islanders mit seinen Teamkollegen.
Cole Caufield (2. v. l.) feiert seinen Hattrick gegen die Islanders mit seinen Teamkollegen.Graham Hughes / CTK / AP

Der frühere Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm hat mit den Boston Bruins einen wichtigen Sieg im Kampf um die NHL-Playoffs gefeiert. Der sechsmalige Stanley-Cup-Sieger gewann bei den zuvor punktgleichen Detroit Red Wings um Nationalspieler Moriz Seider mit 4:2 und holte gegen einen direkten Konkurrenten um einen Wildcard-Platz wertvolle Punkte.

Detroit Red Wings 2:4 Boston Bruins

Nationalspieler Lukas Reichel blieb zwei Tage nach seinem Traum-Debüt gegen die Winnipeg Jets diesmal ohne Punkt für Boston, Verteidiger Seider steuerte bei den Red Wings einen Assist bei. Jeremy Swayman war die menschliche Mauer in Detroit. Mit 41 Paraden, darunter einer spektakulären Rettungstat gegen Alex DeBrincat kurz vor Schluss, sicherte er den Bruins den Sieg. Sturm adelte ihn nach dem Spiel als den besten Swayman, den er je gesehen habe. Boston drehte das Spiel mit drei Toren im letzten Drittel und festigte damit seinen Playoff-Platz.

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Die Red Wings müssen sich trotz einer starken Leistung und Toren von Raymond und DeBrincat über ihre eigene Disziplinlosigkeit ärgern. Zwei Strafen innerhalb von nur acht Sekunden schenkten Boston ein langes 5-gegen-3-Powerplay, das David Pastrnak prompt zum Ausgleich nutzte. Pastrnak sammelte in diesem Spiel zudem seinen 500. NHL-Assist – als viertschnellster Spieler der Bruins-Geschichte.

Ottawa Senators 5:2 Toronto Maple Leafs

Nur weitere drei Punkte dahinter liegen die Ottawa Senators im Wild-Card-Ranking auf dem vierten Platz. Das Team um den deutschen Stürmer Tim Stützle gewann das "Battle of Ontario" gegen die Toronto Maple Leafs in der Nacht auf Sonntag mit 5:2, Stützle erzielte den ersten Treffer der Partie.

Los ging das Drama allerdings bereits vor dem ersten Bully: Torontos geplanter Starter Anthony Stolarz wurde beim Aufwärmen von einem Puck am Hals getroffen und musste ins Krankenhaus. So musste Joseph Woll zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden ran. Die Senators nutzten die Unruhe bei den Maple Leafs eiskalt aus.

Trotz der widrigen Umstände stemmte sich Toronto gegen die Niederlage und kam durch Easton Cowan im letzten Drittel noch einmal auf 2:3 heran. Doch Ottawa blieb ruhig, erhöhte durch Michael Amadio und Ridly Greig und sicherte sich zwei extrem wichtige Punkte im Kampf um den letzten Wildcard-Platz im Osten, auf den sie nun nur noch drei Punkte Rückstand haben.

Edmonton Oilers 2:5 Tampa Bay Lightning

Die Edmonton Oilers mussten derweil erneut eine Niederlage hinnehmen. Ohne ihren deutschen Superstar Leon Draisaitl, der den Rest der Hauptrunde mit einer Unterkörperverletzung verpassen wird und aktuell zur Behandlung in München weilt, verloren die Kanadier mit 2:5 gegen Tampa Bay Lightning. Als Sechster im Westen haben die Oilers ihre Playoff-Teilnahme noch nicht sicher.

Das Gigantenduell zwischen Nikita Kucherov und Connor McDavid ging klar an den Russen. Kucherov sammelte zwei Tore und zwei Vorlagen, womit er nicht nur den Sieg der Lightning sicherte, sondern McDavid auch die Führung in der NHL-Scorerliste abnahm (118 zu 116 Punkte). Besonders sehenswert war sein Short-Handed-Goal direkt nach dem Verlassen der Strafbank.

Connor McDavid erzielte in Abwesenheit seines verletzten Co-Stars Draisaitl zwar sein 399. NHL-Tor und brachte die Oilers zunächst in Führung, doch Tampa Bay antwortete mit einer gnadenlosen Effizienz. Anthony Cirelli steuerte ebenfalls zwei Treffer bei, während Goalie Andrei Vasilevskiy mit 25 Paraden den Grundstein für den Sieg legte.

Pittsburgh Penguins 5:4 (PEN) Winnipeg Jets

Erik Karlsson ist aktuell einfach nicht zu stoppen. Mit seinem zweiten Treffer des Abends rettete er die Penguins knapp sieben Minuten vor dem Ende in die Verlängerung und markierte damit sein fünftes Tor in nur drei Spielen. Trotz einer Phase, in der Pittsburgh laut Karlsson "nicht ihr bestes Hockey" spielte, bewies das Team Nervenstärke und Routine, um einen 3:4-Rückstand noch auszugleichen.

Im anschließenden Penaltyschießen behielten Sidney Crosby und Rickard Rakell die Nerven, während Torhüter Arturs Silovs den Sieg mit Paraden gegen Jonathan Toews und Gustav Nyquist festhielt. Für Sidney Crosby war es der 327. Comeback-Sieg seiner Karriere, womit er sich auf Platz neun der ewigen NHL-Bestenliste schob. Die Jets hingegen mussten die dritte Niederlage in Folge einstecken und verlieren den Anschluss an die Wildcard-Plätze.

Nashville Predators 4:1 Vegas Golden Knights

Steven Stamkos hat die Vegas Golden Knights fast im Alleingang zerlegt. Mit zwei Toren und einer Vorlage führte er seine Predators zu einem wichtigen 4:1-Erfolg in der Bridgestone Arena. Besonders beeindruckend war sein Blitzstart: Nur 40 Sekunden nach dem ersten Bully hämmerte er den Puck nach einem gewonnenen Anspiel von Ryan O'Reilly in die Maschen.

Während Nashville durch den dritten Sieg in Folge auf einen Playoff-Platz kletterte, herrscht bei den Golden Knights Krisenstimmung. Trotz eines massiven Torschuss-Übergewichts von 20:4 im ersten Drittel gelang ihnen nur ein einziger Treffer durch Shea Theodore. Predators-Goalie Justus Annunen war mit 39 Paraden der Fels in der Brandung und ließ die verzweifelten Ritter immer wieder auflaufen.

Los Angeles Kings 1:4 Buffalo Sabres

Die Buffalo Sabres reiten weiterhin auf einer Erfolgswelle und feierten gegen die Kings ihren vierten Sieg in Serie. Der entscheidende Mann war Sam Carrick, der im dritten Drittel mit einem sehenswerten Backhand-Tor die Weichen auf Sieg stellte. Buffalo führt damit die Atlantic Division an und unterstreicht ihre Ambitionen als eines der heißesten Teams der Liga mit zwölf Siegen aus den letzten 13 Partien.

Für die Kings war es ein Abend der verpassten Gelegenheiten, obwohl Anze Kopitar Geschichte schrieb: Mit seiner Vorlage zum zwischenzeitlichen 1:0 durch Artemi Panarin sammelte er seinen 700. Punkt in Heimspielen und zog mit Legende Marcel Dionne gleich. Doch am Ende fehlte L.A. die Puste, um gegen die defensivstarken Sabres und ihren Goalie Ukko-Pekka Luukkonen (26 Saves) zu bestehen.

Minnesota Wild 2:1 (OT) Dallas Stars

Die Minnesota Wild sind die neuen Könige der Extra-Zeit. Gegen die Dallas Stars feierten sie ihren elften Overtime-Sieg der Saison – Ligabestwert. Der Held des Abends war Vladimir Tarasenko, der in der Verlängerung nach Vorarbeit von Bobby Brink eiskalt blieb und seinen 20. Saisontreffer markierte. Damit bewies Tarasenko einmal mehr seinen Wert, nachdem er in der letzten Saison noch mit seiner Form zu kämpfen hatte.

Dallas musste sich trotz einer starken Leistung von Jason Robertson, der sein 38. Tor erzielte, geschlagen geben. Zwar punkteten die Stars im 14. Spiel in Folge, in dem Jake Oettinger startete, doch gegen das starke Penalty-Killing der Wild fanden sie im entscheidenden Moment kein Mittel. Minnesota verkürzte durch den Sieg den Rückstand auf Dallas in der Central Division auf fünf Punkte.

San Jose Sharks 1:4 Philadelphia Flyers

Die Philadelphia Flyers entwickeln sich zu wahren Road Warriors. Mit dem 4:1-Sieg in San Jose feierten sie ihren siebten Auswärtssieg in Folge – eine Marke, die in dieser Saison zuvor nur Boston und Tampa Bay erreicht hatten. Christian Dvorak war mit dem Führungstor im Powerplay und einem Assist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Flyers, die damit Kurs auf die Wildcard-Plätze halten.

Bei den Sharks gab es trotz der vierten Niederlage in Folge einen Lichtblick: Top-Talent Macklin Celebrini sammelte seinen 96. Scorerpunkt der Saison. Damit überholte der Teenager Bryan Trottier in der Liste der erfolgreichsten Teenager-Saisons der NHL-Geschichte. Dennoch reichte der Kampfgeist der Sharks nicht aus, um die abgezockten Flyers zu gefährden, die das Spiel durch zwei Empty-Net-Tore am Ende klarmachten.

Columbus Blue Jackets 5:2 Seattle Kraken

Zach Werenski legte los wie die Feuerwehr und zauberte bereits im ersten Drittel drei Assists aufs Eis. Dank dieser frühen Offensive und einer geschlossenen Teamleistung feierten die Blue Jackets einen 5:2-Sieg gegen die Seattle Kraken. Columbus ist damit seit zwölf Spielen ungeschlagen in regulärer Spielzeit (8-0-4) und zeigt eine beeindruckende Spätform, die sie bis auf einen Punkt an die Penguins heranbringt.

Die Seattle Kraken hingegen wirken zunehmend verzweifelt. Trotz eines Powerplay-Tores von Kaapo Kakko, das die Hoffnung kurzzeitig zurückbrachte, fanden sie kein Mittel gegen das physische Spiel der Blue Jackets. Trainer Lane Lambert musste eingestehen, dass seine vierte Reihe gegen die Veteranen aus Columbus überfordert war, was die Chancen Seattles auf die Playoffs weiter schwinden lässt.

Montreal Canadiens 7:3 New York Islanders

Cole Caufield lieferte im Bell Centre eine Show für die Geschichtsbücher ab. Mit seinem dritten NHL-Hattrick und insgesamt fünf Punkten zerstörte er die New York Islanders fast im Alleingang. Die Top-Reihe der Canadiens, bestehend aus Caufield, Slafkovsky und Suzuki, kombinierte für unglaubliche 13 Punkte und ließ Islanders-Goalie Ilya Sorokin, der nach sechs Gegentoren entnervt vom Eis ging, keine Chance.

Die Islanders hielten bis zum Beginn des dritten Drittels noch wacker mit und glichen durch das Powerplay-Tor des 18-jährigen Matthew Schaefer zum 3:3 aus. Doch danach brachen alle Dämme. Montreal erzielte vier Tore in Folge und zeigte, warum sie aktuell die "beste Version ihrer selbst" sind, wie Trainer Martin St. Louis nach dem Spiel stolz zu Protokoll gab.

Vancouver Canucks 1:3 St. Louis Blues

In Vancouver herrscht Tristesse: Die Canucks kassierten gegen die St. Louis Blues ihre 23. Heimniederlage in regulärer Spielzeit – ein neuer, trauriger Franchise-Rekord. Pius Suter und Pavel Buchnevich sorgten mit einem Doppelschlag innerhalb von nur 79 Sekunden im zweiten Drittel für die Vorentscheidung. Die Blues zeigten sich defensiv extrem diszipliniert und ließen Vancouver kaum zur Entfaltung kommen.

Zwar keimte bei den Canucks durch den Anschlusstreffer von Filip Hronek im letzten Drittel noch einmal Hoffnung auf, doch Jordan Kyrou machte mit einem Empty-Net-Tor alles klar. Besonders bitter für Vancouver: Sie wurden in den ersten beiden Dritteln förmlich dominiert und fanden laut Stürmer Marco Rossi erst viel zu spät zu ihrem Spiel, was gegen die abgeklärten Blues nicht reichte.