NHL: Stützle gelingt Traumtor – Nächster Rückschlag für Seider und Detroit

Aktualisiert
Moritz Seider und die Red Wings mussten eine weitere Niederlage hinnehmen
Moritz Seider und die Red Wings mussten eine weitere Niederlage hinnehmenČTK / AP / Paul Sancya

Eishockey-Nationalspieler Moritz Seider hat im Kampf um die erste Playoff-Teilnahme der Detroit Red Wings in der NHL seit zehn Jahren einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Der Vizeweltmeister von 2023 verlor am Ostersonntag mit dem Traditionsklub gegen die bereits qualifizierten Minnesota Wild trotz einer furiosen Aufholjagd 4:5. Nach vier Niederlagen in den letzten fünf Spielen sind die Red Wings aus den Playoff-Plätzen herausgerutscht.

Detroit Red Wings 4:5 Minnesota Wild

Detroit war durch ein Tor des Schweden Albert Johansson schon nach 100 Sekunden in Führung gegangen. Doch der amerikanische Olympiasieger Matt Boldy (21.) sowie die Russen Kirill Kaprisow (22./33.) und Wladimir Tarassenko (28.) drehten das Spiel.

Der Schwede Axel Sandin-Pellikka (48.), der Amerikaner J.Z. Compher (52.) und Altstar Patrick Kane (55.) sorgten aber noch für den Ausgleich der Gastgeber. Mit seinem 43. Saisontor entschied Kaprisow in Überzahl das Spiel für die Wild (59.). Bei Minnesota kam der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Nico Sturm nicht zum Einsatz.

Ottawa Senators 6:3 Carolina Hurricanes

Auch dank eines Traumtores von Eishockey-Nationalspieler Tim Stützle haben die Ottawa Senators einen großen Schritt in Richtung Playoffs gemacht. Die Kanadier gewannen 6:3 gegen die Carolina Hurricanes und kletterten wenige Spiele vor dem Ende der regulären Saison auf den zweiten Wild-Card-Rang in der Eastern Conference.

Stützle hatte großen Anteil am Erfolg. Zunächst gab er im ersten Drittel den Assist zum 1:1 durch Dylan Cozens, bevor er mit einem sehenswerten Solo das 2:1 für Ottawa erzielte. "Es war ein Superstar-Moment", sagte Stützles US-amerikanischer Teamkollege und Olympiasieger Brady Tkachuk.

Philadelphia Flyers 2:1 (OT) Boston Bruins

Marco Sturms Boston Bruins verloren 1:2 nach Verlängerung bei den Philadelphia Flyers. Das Team des deutschen Cheftrainers liegt mit 95 Punkten weiterhin vor Ottawa (90 Punkte) auf dem ersten Wild-Card-Platz im Osten. Nationalspieler Lukas Reichel blieb ohne Torbeteiligung für die Bruins.

In Philadelphia wurde unterdessen ein neuer Held geboren: Der 19-jährige Porter Martone entschied die Partie in der Verlängerung. In seinem erst vierten NHL-Spiel staubte der Rookie bei einem 5-gegen-3-Powerplay zum 2:1-Sieg ab. Damit ist Martone der zweitjüngste Spieler der NHL-Geschichte, dem ein Overtime-Siegtreffer als erstes Karrieretor gelang – nur Alexis Lafrenière war 2021 noch ein paar Tage jünger.

Dieser Sieg katapultierte die Flyers auf den dritten Platz der Metropolitan Division, womit sie erstmals seit Januar wieder auf einem direkten Playoff-Platz stehen.

Die Boston Bruins hingegen stecken in einer kleinen Ergebniskrise und kassierten die dritte Niederlage in Folge. Zwar rettete Pavel Zacha sein Team mit einem Powerplay-Tor zu Beginn des dritten Drittels zumindest in die Overtime, doch offensiv blieb der Tabellenführer der Atlantic Division blass. Torhüter Joonas Korpisalo hielt sein Team mit 29 Paraden lange im Spiel, konnte den Geniestreich des jungen Martone am Ende aber nicht verhindern.

Pittsburgh Penguins 5:2 Florida Panthers

Der "Next One" ist nun endgültig der "Eternal One": Sidney Crosby schrieb beim 5:2-Sieg gegen Florida Geschichte. Mit einem Tor und zwei Assists sicherte sich der 38-jährige Center sein 21. Jahr in Folge mit einem Punkteschnitt von mindestens 1,0 pro Spiel – ein einsamer NHL-Rekord vor Wayne Gretzky (19).

Während Crosby bescheiden auf seine großartigen Mitspieler verwies, untermauerten die Penguins ihre Ambitionen in der Metropolitan Division. Neben Crosby glänzte Rickard Rakell mit einem Doppelpack und schraubte seine Tor-Serie auf fünf Spiele, während Bryan Rust mit seinem Treffer zum 5:1 die Marke von 501 Karriere-Punkten knackte.

Für die Florida Panthers war es ein Abend zum Vergessen. Nachdem das Team bereits am Samstag mathematisch aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden war, wirkte der Auftritt in Pittsburgh phasenweise wie das Auslaufen einer enttäuschenden Saison. Am Ende stand die fünfte Niederlage aus den letzten sieben Spielen.

Montreal Canadiens 0:3 New Jersey Devils

Kurioser Abend im Bell Centre: Die Montreal Canadiens verloren zwar ihr Heimspiel gegen New Jersey mit 0:3, durften aber trotzdem jubeln. Da die Detroit Red Wings zeitgleich unterlagen, sicherten sich die Habs vorzeitig ihr Ticket für die Stanley Cup Playoffs. Die acht Spiele andauernde Siegesserie der Kanadier riss jedoch krachend an Devils-Goalie Jacob Markstrom, der mit 18 Paraden seinen 25. Karriere-Shutout feierte. Montreals Top-Star Cole Caufield blieb bei seinem Versuch, als erster Habs-Spieler seit 1990 die 50-Tore-Marke zu knacken, diesmal ohne Fortune.

Für die New Jersey Devils ist der Sieg Balsam auf die Wunden einer schwierigen Saison. Timo Meier, Cody Glass und Connor Brown erzielten die Tore, während Jack Hughes mit zwei Assists erneut seine Klasse unterstrich. Mit dem elften Auswärtssieg in Folge in Montreal stellten die Devils zudem einen neuen NHL-Rekord für die längste Erfolgsserie eines Gegners im Bell Centre auf. Auch wenn die Playoffs für New Jersey bei sieben Punkten Rückstand in weiter Ferne liegen, zeigte das Team eine disziplinierte und "erwachsene" Leistung, wie Trainer Sheldon Keefe lobend hervorhob.

New York Rangers 8:1 Washington Capitals

Ein Debakel zur Unzeit erlebten die Washington Capitals im Madison Square Garden. Mit 1:8 gingen die Hauptstädter gegen die bereits eliminierten New York Rangers unter. Besonders bitter: Während Washington jeden Punkt für das Playoff-Rennen benötigt, spielten die Rangers befreit auf.

Will Cuylle gelang sein erster NHL-Hattrick, womit die Rangers das Kunststück vollbrachten, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils einen Debüt-Hattrick zu feiern (nach Gabe Perreault am Samstag). Adam Fox steuerte ein Tor und zwei Vorlagen bei und erreichte damit die 50-Punkte-Marke in nur 51 Saisonspielen.

Die Capitals wirkten physisch und mental am Ende ihrer Kräfte. Trainer Spencer Carbery gab zu, dass seinem Team im entscheidenden Moment "das Benzin ausgegangen" sei.

Nach einem noch ausgeglichenen ersten Drittel (1:1) brachen im zweiten Abschnitt alle Dämme, als New York innerhalb eines Drittels fünf Tore erzielte. Washington rutschte damit drei Punkte hinter die Playoff-Ränge zurück und steht bei nur noch vier verbleibenden Spielen mit dem Rücken zur Wand. "Es war peinlich", bilanzierte Aliaksei Protas treffend.

Colorado Avalanche 2:3 St. Louis Blues

Was für eine Nacht für Robert Thomas! Der Stürmer der St. Louis Blues wählte ausgerechnet die Ball Arena in Denver aus, um seinen ersten NHL-Hattrick zu feiern. In einer Partie, die bis zur letzten Minute auf Messers Schneide stand, war Thomas die Lebensversicherung für die Gäste aus Missouri.

Besonders spektakulär wurde es kurz vor Schluss: Knapp drei Minuten vor dem Ende vollendete er eine sehenswerte Kombination über Jimmy Snuggerud zum entscheidenden 3:2. Damit festigen die Blues ihren Ruf als Team der Stunde, das in den letzten acht Spielen stolze sechs Siege einfahren konnte.

Die Colorado Avalanche, die erst am Vorabend einen prestigeträchtigen Sieg gegen Dallas eingefahren hatten, zeigten sich zwar kampfstark, bissen sich am Ende aber die Zähne aus. Trotz einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung durch Routinier Brent Burns und einem Treffer von Parker Kelly reichte es diesmal nicht für Zählbares. Vor allem die Defensive um Goalie Mackenzie Blackwood konnte den entfesselten Thomas nicht bändigen.

Während Colorado trotz der Niederlage weiterhin komfortabel an der Spitze der Central Division thront, wittern die Blues im Kampf um die Wildcard-Plätze wieder Morgenluft – der Rückstand auf Nashville schrumpft auf magere drei Punkte.