Match-Center: Deutschland vs. Lettland
Vor der WM hagelte es Absagen. Doch bei einem konnte Eishockey-Bundestrainer Harold Kreis sicher sein: Dominik Kahun ist dabei – wie immer. "Als kleiner Junge habe ich davon geträumt, bei Weltmeisterschaften und Olympia auf dem Eis zu stehen", sagte der 30-Jährige dem SID, "deshalb ist es fast ein Automatismus."
In Zürich bestreitet der ehemalige NHL-Stürmer seine neunte WM seit 2016. Nur einmal musste er noch nach der Generalprobe wegen einer Fußverletzung passen. "Ich würde nie auf die Idee kommen, nicht hinzufahren, egal wie müde ich bin", sagte Kahun, der im deutschen Team der letzte verbliebene doppelte Silbermedaillengewinner von Olympia 2018 und der WM 2023 ist, eine WM-Teilnahme sollte "keine Frage der Motivation" sein.

Olympia-Frust noch immer spürbar
Die besteht für den Angreifer des HC Lausanne bei der WM in seiner Wahlheimat Schweiz darin, mit der Nationalmannschaft einiges geradezurücken. Die Olympischen Spielen in Mailand mit allen NHL-Profis um Superstar Leon Draisaitl lösten bei ihm trotz Platz sechs "riesige Enttäuschung" aus, "wir hatten die beste Mannschaft aller Zeiten, aber wir konnten es das ganze Turnier über nicht aufs Eis bringen".
Zuvor hatte das DEB-Team schon mit dem WM-Aus in Dänemark in der Vorrunde einen Tiefpunkt unter Kreis erreicht. "Man muss ehrlich sein, die Leistungen sind zurückgegangen", gab Kahun zu. Drei Jahre nach dem sensationellen WM-Silber von Tampere zum Kreis-Einstand.

Für die Schweiz zählt nur Gold
Seitdem sind die Schweizer – die 2023 noch an Kahun und Co. im Viertelfinale scheiterten – vorbeigezogen. Dass die Eidgenossen nach zwei Silbermedaillen in den letzten beiden Jahren bei ihrer Heim-WM nach Gold greifen, ist für ihn keine Überraschung.
"Da sind wirklich alle mit dabei, deshalb sind sie brutal eingespielt. Das ist ihre Stärke", sagte Kahun, der am Montag (20:20 Uhr/ProSieben und MagentaSport) mit der DEB-Auswahl auf die Gastgeber trifft, die mit Siegen gegen die USA (3:1) und Lettland (4:2) ins Turnier starteten.

Ihre jahrelange Rolle als Schweizer Angstgegner ist die deutsche Mannschaft nach zwei WM-Niederlagen in Folge los, aber: "Sie haben immer noch enormen Respekt."
Niemand im deutschen Team kennt Roman Josi, Nico Hischier oder Timo Meier besser als Kahun, der seit seiner Rückkehr aus der NHL 2021 in der Schweiz spielt. "Es sind unglaubliche Spieler, gleichzeitig auch super Charaktere."
