Der echten Königin kam Emma Aicher schon mal ganz nah. Als Gastrednerin und Stimme der Jugend bei einer Stiftungsfeier unterhielt sich die gebürtige Schwedin angeregt mit Silvia von Schweden.
"Richtig lieb war sie, war schon richtig cool mit ihr", berichtete Aicher vom Treffen mit Hennes Majestät Drottningen. Geplaudert wurde auf Deutsch und auf Schwedisch. "Sie hat gewusst, wer ich bin", erzählte Deutschlands beste Ski-Rennläuferin, "aber ich glaube, sie wurde gebrieft, dass ich da bin."

Im alpinen Weltcup muss Aicher nicht mehr vorgestellt werden. Nach zweimal Silber bei Olympia und einem packenden Endspurt im Kampf um den Gesamtweltcup weiß allen voran die Ski-Königin, mit wem sie es da zu tun hat.
Gerade mal 87 Punkte Vorsprung vor Aicher rettete Mikaela Shiffrin (USA) im Kampf um die große Kristallkugel ins Ziel. "Emma, es war mir eine riesige Ehre, mit dir zu kämpfen", schrieb die größte Ski-Rennläuferin der Geschichte danach an die 22 Jahre alte Kronprinzessin: "Du hast eine glänzende Zukunft vor dir."
Aicher: Große Kristallkugel "ein Ziel"
Diese Zukunft ist jetzt, sie beginnt am Samstag beim Auftakt des Weltcups in Sölden (Riesenslalom am Samstag, 10 und 13 Uhr/ARD und Eurosport). Die Chancen, dass Aicher am Ende der Saison den Thron von Shiffrin übernimmt, sind groß.
Die Amerikanerin hat angekündigt, im Slalom und damit in ihrer Spezialdisziplin auch mal ein paar Rennen auszulassen, Abfahrt fährt sie ohnehin nicht.

Aicher dagegen will das volle Programm durchziehen – 40 Rennen an 20 Orten. Dass deshalb der Gesamtweltcup "ein Ziel" für sie ist, das sei, sagt Aicher, ja "sehr deutlich".
Beim Deutschen Skiverband (DSV) sind sie freilich um Zurückhaltung bemüht. "Die Emma muss auf sich schauen, nicht auf das, was die Shiffrin macht", sagt Sportvorstand Wolfgang Maier. Er weiß aber auch: Wenn Aicher "so fährt und sich so weiterentwickelt wie bisher, dann ist sie sicher ein Thema für den Gesamtweltcup."
Als bislang letzte Deutsche hielt Maria Riesch die große Kristallkugel in den Händen (2011), davor Legenden wie Katja Seizinger (1996 und 1998) und die verstorbene Rosi Mittermaier (1976).
