Vertrauen "vollständig verloren gegangen"
Das Vertrauen in Infantino sei nach den Ereignissen rund um die WM im Sommer "vollständig verloren gegangen", führte Neuendorf aus.
Die Council-Mitglieder der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hatten mehrere Punkte auf die Agenda gehoben: darunter Infantinos Vorhaben, Anteile an FIFA-Turnieren an Personen aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu verkaufen, die Verleihung des FIFA-Friedenspreises an Trump oder der "Fall Balogun" bei der WM.

Er habe nicht Gefühl gehabt, "dass die FIFA oder der Präsident bereit waren, zu kritischen Fragen dezidiert Stellung zu nehmen, was seine Rolle betrifft in den verschiedenen Vorgängen", sagte Neuendorf.
Es sei darauf hingewiesen worden, dass offene Fragen "möglicherweise noch schriftlich" vor der nächsten Council-Sitzung im Dezember in Doha beantwortet würden. Bis dahin soll laut Neuendorf auch eine Entscheidung über den Friedenspreis getroffen werden.

Die englische Verbandschefin Debbie Hewitt teilte mit: Infantino habe "durchaus reumütig" geklungen, an ihrer Haltung habe sich aber nichts geändert. "Ich habe keine neuen Informationen erhalten, die mich meine Haltung anders beurteilen lassen als vor der Sitzung", sagte die 63-Jährige.
Beschlossen wurde die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die sich mit möglichen Reformen im Weltverband beschäftigen soll. Für diese gebe es keinen Zeitplan, Infantino dürfe aber nicht "derjenige sein, der in einer solchen Arbeitsgruppe jetzt neue Maßstäbe setzt", betonte Neuendorf.
