Sandro Wagner hat keine Lust (mehr) auf Personenkult. "Das ist hier keine One-Man-Show. 96 steht im Vordergrund", sagt der Trainer von Hannover 96. Wagner schlägt vor seinem Debüt bei seinem neuen Arbeitgeber betont leise Töne an.
Vor der Partie beim 1. FC Magdeburg am Samstag (13 Uhr/Sky), seinem mit Spannung erwarteten Comeback auf dem Trainerstuhl, blockt der 38-Jährige Fragen zu seiner Person ab, der Fokus soll auf dem Sportlichen liegen. "Jeder, der mitreißt, hat Gefühle", sagt Wagner, angesprochen auf sein Innenleben. Er persönlich will "meine Gefühle weniger teilen, es geht um die Mannschaft".
Match-Center: 1. FC Magdeburg vs. Hannover 96
Seinem Team spendierte Wagner zum Einstand in der Länderspielpause Burger und Eis, nun soll es auf dem Platz etwas zu feiern geben - obwohl der Trainer vor überzogenen Erwartungen warnt. "Ich weiß, dass das Geschäft immer schnell Ergebnisse sehen will, auf der anderen Seite weiß ich auch, dass Prozesse ein Stück weit Zeit brauchen. Und zwischen diesen beiden Welten versuchen wir uns zu bewegen", so der Ex-Nationalspieler.
Jeder soll für jeden "durchs Feuer gehen"
Knapp ein Jahr nach seinem unrühmlichen Aus beim FC Augsburg scheint Wagner geläutert, ist vom Lautsprecher zum verbalen Leisetreter geworden. Ausgestattet mit einem Vertrag bis 2028 soll er die Niedersachsen zurück in die Bundesliga führen. Seit dem Abstieg 2019 warten sie in Hannover auf den Heilsbringer - Wagner soll diese kniffelige Mission nun gelingen.
Als "heißeste Traineraktie" des Sommers wurde Wagner bezeichnet, als er 2025 beim FC Augsburg eingestiegen war. Doch nach nur elf Spieltagen folgte dann schon wieder die recht unehrenhafte Trennung vom früheren Assistenten von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Als Nachfolger des kürzlich entlassenen Christian Titz will Wagner ein Team mit Leidenschaft an den Start bringen. "Unabhängig vom Taktischen will ich, dass unsere Zuschauerinnen und Zuschauer, die mitfahren, sehen, dass da jeder für den anderen durchs Feuer will. Wenn jeder alles für das Trikot gibt, bin ich schon meistens zufrieden", sagt er.
Als Spieler stürmte Wagner unter anderem für Bayern München, Werder Bremen oder Hertha BSC, auch als Trainer denkt Wagner offensiv. "Wir werden uns jetzt nicht hinten verbarrikadieren und nur verteidigen, sondern wir haben schon Bock, mit Ball gute Ideen zu haben", so Wagner bei seiner Amtseinführung am 21. September. Diese Lust soll schon am Samstag zu sehen sein.
