
Torwart
Mohamed El Shenawy (Ägypten) 7,1
Während die ägyptische Offensive oft im Fokus stand, absolvierte El Shenawy ein ruhiges, aber äußerst souveränes Turnier. Der 37-Jährige bestritt bereits seinen vierten Afrika-Cup und bewies erneut seine enorme Erfahrung.
Sein herausragender Auftritt gelang ihm im Achtelfinale gegen Südafrika, als er alle sechs gegnerischen Abschlüsse entschärfte und mit einer Bewertung von 8,6 zum Spieler des Spiels gewählt wurde. El Shenawy organisierte seinen Strafraum mit großer Autorität und hielt Ägypten trotz taktischer Einschränkungen bis auf Rang vier im Turnier. Sollte dies sein letzter großer AFCON-Auftritt gewesen sein, verlässt er die Bühne mit erhobenem Haupt.
Abwehr
Krepin Diatta (Senegal) 7,5
Einer von drei Spielern des späteren Turniersiegers in dieser Elf. Diatta ist vielleicht kein Starname, doch sein Wert für das senegalesische Spiel war enorm. Bis zu seiner unglücklichen Verletzung beim Aufwärmen vor dem Finale stand er in jeder Partie auf dem Platz.
Der 25-Jährige verteidigte konstant auf hohem Niveau gegen einige der gefährlichsten Offensivspieler des Kontinents und setzte auch nach vorne Akzente – unter anderem mit einer Torvorlage in der Gruppenphase gegen Benin. Sein verpasstes Finale dürfte nur ein kleiner Makel in einer vielversprechenden internationalen Karriere bleiben.
Yasser Ibrahim (Ägypten) 7,5
Ägyptens defensiv geprägter Turnieransatz spiegelt sich auch in der Auswahl wider. Ibrahim war der Abwehrchef der "Pharaonen" und ein zentraler Baustein auf dem Weg ins Halbfinale.
Seinen größten Moment erlebte er im Achtelfinale gegen Benin, als er in der Verlängerung per Kopf traf und seinem Team den Einzug ins Viertelfinale sicherte (belohnt mit einer herausragenden Bewertung von 9,5). Darüber hinaus überzeugte er mit kompromissloser Defensivarbeit und führte mit 26 erfolgreichen Tacklings die gesamte Statistik des Turniers an.
Rami Rabia (Ägypten) 7,3
Gemeinsam mit Ibrahim bildete Rabia das Herz der ägyptischen Defensive. Auch er glänzte nicht nur mit Stabilität, sondern steuerte wichtige Offensivmomente bei, etwa seinen Kopfballtreffer beim 3:2-Sieg gegen die Elfenbeinküste.
Sein leidenschaftlicher Einsatz, insbesondere in der Defensive, machte ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Mannschaft und rechtfertigt seinen Platz in der Top XI.
Noussair Mazraoui (Marokko) 7,6
Trotz der bitteren Finalniederlage darf Mazraoui auf ein starkes Heimturnier zurückblicken. Der Linksverteidiger war bei Marokko gesetzt und beeindruckte mit enormer Laufbereitschaft sowie Konstanz über die gesamte Turnierdauer.
Bereits im Auftaktspiel gegen die Komoren bereitete der Ex-Münchner ein Tor vor, und seine beste Leistung zeigte er im Halbfinale gegen Nigeria: sechs Klärungen, eine starke Passquote im letzten Drittel und elf gewonnene Zweikämpfe in 120 Minuten. Mazraoui war defensiv wie offensiv unverzichtbar und einer der herausragenden Spieler der Gastgeber.
Mittelfeld
Ademola Lookman (Nigeria) 7,5
Kein Spieler war produktiver als Lookman. Mit insgesamt sieben Torbeteiligungen, darunter die meisten Assists des Turniers, war er der kreative Motor der "Super Eagles".
Nigeria spielte phasenweise den attraktivsten Fußball des Turniers, und Lookman war als Spielmacher das Herzstück. Trotz eines leichten Formabfalls gegen Ende des Wettbewerbs gehört er zweifellos in diese Auswahl.
Pape Gueye (Senegal) 7,5
In den Geschichtsbüchern wird sein Name für immer stehen. Gueyes Siegtreffer im Finale nach einem energischen Solo gegen Achraf Hakimi und einem Abschluss im Fallen war der Höhepunkt eines herausragenden Turniers.
Doch auch zuvor überzeugte er mit unermüdlichem Einsatz und Torgefahr, etwa mit zwei Treffern beim 3:1 gegen den Sudan. Mit seinem Finaltor bescherte er Senegal den zweiten Stern auf dem Trikot.
Angriff
Brahim Diaz (Marokko) 7,2
Ein einziger Moment kann alles verändern. Für Brahim Díaz war es der Elfmeter in der 24. Minute der Nachspielzeit im Finale: ein gewagter Panenka-Versuch, der scheiterte und letztlich Marokkos Titeltraum beendete.
Dieser Fehlschuss wird sein Turnier überlagern, doch er sollte nicht darüber hinwegtäuschen, wie stark Díaz zuvor spielte. Mit Treffern in fünf Spielen in Folge bis zum Halbfinale sicherte er sich den Goldenen Schuh. Seine Dynamik über die rechte Seite war eine der größten Waffen der Gastgeber. Wie er mit diesem Rückschlag umgeht, wird seinen weiteren Weg prägen.
Sadio Mane (Senegal) 7,6
Der Druck auf den Nationalhelden war enorm, doch Mané wuchs erneut über sich hinaus. Zwar erzielte er im Finale nicht das entscheidende Tor, doch seine Führungsstärke war sinnbildlich für Senegals Triumph.
Besonders bemerkenswert war sein besonnener Auftritt nach dem späten Elfmeter-Protest, als er sein Team zurück auf das Feld führte und für Ruhe sorgte. Mané wurde zum Spieler des Turniers gewählt und war wie schon 2021 der emotionale und sportliche Anführer seiner Mannschaft.
Mohamed Salah (Ägypten) 7,3
Erneut ruhte Ägyptens Hoffnung auf Salah, doch auch diesmal blieb der große Titel aus. In einem defensiv ausgerichteten System konnte er nicht immer glänzen, erzielte dennoch vier Tore und wurde Zweiter im Rennen um den Goldenen Schuh.
Gemeinsam mit Omar Marmoush sorgte er für konstante Gefahr und führte die Pharaonen bis ins Halbfinale. Trotz der Enttäuschung unterstrich Salah einmal mehr seinen Status als einer der gefährlichsten Offensivspieler der Welt.
Victor Osimhen (Nigeria) 7,3
Der klassische Mittelstürmer in Reinform. Osimhen erzielte vier Tore in sechs Spielen, gab die meisten Torschüsse des Turniers ab und harmonierte hervorragend mit Lookman.
Sein stärkstes Spiel zeigte er gegen Algerien beim 2:0-Sieg mit einem Tor und einer Vorlage. Auch wenn seine Form zum Turnierende etwas nachließ, bleibt er einer der prägendsten Angreifer dieses Afrika-Cups.
