Christian Kofane verehrt Samuel Eto'o. So wie jeder Kameruner in seinem Alter. Als er Ende Oktober sein Kindheitsidol traf, hörte der Stürmer von Bayer Leverkusen also genau zu. "Samuel hat mir gesagt: Sohn, du musst in wichtigen Spielen mehr Entscheidungen treffen. Daran erkennt man große Spieler", erzählte der Senkrechtstarter nach dem Einzug ins Viertelfinale des Afrika-Cups.
Kofane hat den Rat offensichtlich befolgt. Der 19-Jährige läuft in Marokko erstmals für die "unzähmbaren Löwen" auf, erzielte im letzten Gruppenspiel gegen Mosambik den sehenswerten Siegtreffer zum 2:1 und traf auch im Achtelfinale gegen Südafrika (2:1).
"Für mich ist ein Kindheitstraum wahr geworden. Jetzt wollen wir so weit kommen wie möglich", sagt der Stürmer.
Match-Center: Kamerun vs. Marokko
Duell gegen Gastgeber
Die nächste Aufgabe wird aber die bislang kniffligste: Am Freitag (20 Uhr/Sportdigital) geht es in Rabat gegen Gastgeber und WM-Halbfinalist Marokko. Dort trifft Kofane auf seinen Leverkusener Klubkollegen Eliesse Ben Seghir, der nur ein Jahr älter ist.
Kaum zu glauben: Noch 2024 spielte Kofane in seiner Heimat Kamerun für AS Nylon – ein Klub, dessen Wappen dem von Bayer 04 erstaunlich ähnelt. Von dort ging es zum spanischen Zweitligisten Albacete, wo er nach acht Toren in 20 Spielen sofort nach Leverkusen weiterzog. Bei der Werkself stand er bislang zehnmal in der Startelf, traf gegen Borussia Dortmund und in der Champions League gegen die PSV Eindhoven.
Lohn war die Berufung ins Nationalteam, wo Kofane nun den Spuren großer Namen wie Roger Milla, Patrick Mboma oder François Omam-Biyik folgt – oder eben Eto'o, der heute Präsident des nationalen Verbandes ist. "Er ist eine Legende. Nicht nur in Kamerun, sondern in ganz Afrika", sagt Kofane.

Eto'o gewann 2000 und 2002 den Afrika-Cup, so wie Milla 1984 und 1988. Große Vorbilder, mit denen Kofane sich (noch) nicht messen will. "Ich bin ein Spieler in der Entwicklung. Ich kann mehr Tore schießen, ich vergebe noch zu viele Chancen", sagt er selbstkritisch. Immerhin: Zweitjüngster Torschütze Kameruns bei einem Africa-Cup ist er bereits. Platz eins gehört aber einem gewissen Samuel Eto'o.
