Trotz Aberkennung: Senegal präsentiert Afrika-Cup bei Sieg über Peru in Paris

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Edouard Mendy feiert mit der Trophäe in Paris
Edouard Mendy feiert mit der Trophäe in ParisReuters

Ungeachtet der nachträglichen Aberkennung haben Senegals Fußballer in Paris den vermeintlichen Gewinn des Afrika-Cups gefeiert. Bei einer Ehrenrunde durch das Stade de France und einem Konzert eines senegalesischen Künstlers präsentierte das Nationalteam stolz die Trophäe vor dem Länderspiel gegen Peru (2:0). Der Verband nutzt den Auftritt, obwohl der Kontinentalverband CAF Senegal den Titel aberkannt und Marokko nachträglich zum Sieger erklärt hatte. Das finale Urteil obliegt dem Internationalen Sportgerichtshof CAS.

"Raubüberfall"

Kapitän Kalidou Koulibaly und Torhüter Edouard Mendy stellten die Trophäe nach der Ehrenrunde auf der Tribüne bei Verbandspräsident Abdoulaye Fall ab. Schon ab 14 Uhr waren Tausende senegalesische Fans ins Stadion geströmt. Das erste Länderspiel seit dem umstrittenen Finale des Afrika-Cups im Januar gewann Senegal im Anschluss. Bayern-Profi Nicolas Jackson traf zur Führung (41.), Ismaila Sarr erhöhte nach der Pause (54.)

Zum Match-Center: Senegal vs. Peru

Die Pläne waren am Donnerstag bekannt geworden. Verbandspräsident Fall sprach auf einer Pressekonferenz in Paris von einem "administrativen Raubüberfall, dem gröbsten in der Geschichte unseres Sports". Zugleich kündigte er an, dass der Senegal sich weigert, "das als gegeben hinzunehmen."

Ein Anwalt des senegalesischen Verbandes erklärte zudem, es gebe keine Entscheidung, die zur Rückgabe von Medaillen oder der Trophäe verpflichte, die Verbandsseite kündigte eine Korruptionsbeschwerde gegen mehrere Personen an.

CAS will sich Zeit lassen

Senegal hatte das Finale ursprünglich gewonnen, nachdem das Team zwischenzeitlich aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung den Platz verlassen hatte. Die CAF wertete die Partie in der Vorwoche als Niederlage und gab einer Berufung Marokkos statt. Der senegalesische Verband legte daraufhin am Mittwoch offiziell Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS ein.

Der CAS möchte eine möglichst zeitnahe, aber sorgfältige Entscheidung treffen. "Wir verstehen, dass Teams und Fans gespannt auf die endgültige Entscheidung warten, und wir werden sicherstellen, dass das Schiedsverfahren so zügig wie möglich durchgeführt wird, wobei das Recht aller Parteien auf ein faires Verfahren gewahrt bleibt", sagte CAS-Generaldirektor Matthieu Reeb.