Der große Moment der Liga-Teilung rückt näher – und das bringt jede Menge Spannung an allen Ecken und Enden. In Salzburg wurde die (An)spannung zu groß, und so musste ein Trainerwechsel her. Daniel Beichler übernahm, setzte an den richtigen Punkten an und zeigte, wie ein erfolgreicher Trainereffekt aussehen kann. Blöd für den LASK, dass ausgerechnet die Linzer unter diesem Effekt leiden mussten und sich von ihrer zwölf Spiele andauernden ungeschlagenen Serie verabschiedeten.
Apropos zwölf Spiele in Serie: So lange hatte der SK Rapid mittlerweile nicht mehr gewonnen. Im Heimspiel gegen den WAC war es endlich wieder so weit. Enttäuschte Auswärtsfans gab es dieses Mal in Hartberg. Dort verabschiedeten unzufriedene GAK-Fans ihre Mannschaft mit fliegenden Schneebällen. Zum Abschluss zeigte sich Altach auch gegen die Wiener Austria heimstark und sorgte für zusätzliche Spannung rund um den gefürchteten Strich zwischen oberem und unterem Playoff. Es ist also definitiv an der Zeit, sich diese Geschichten aus der ADMIRAL Bundesliga etwas genauer anzusehen!
TOP – Maximaler Trainereffekt bei Salzburg
Vier Trainingstage, ein neues System und ein 5:1 im Topspiel. Daniel Beichler hat bei seinem Debüt als Salzburg-Coach einen Einstand hingelegt, der kaum eindrucksvoller hätte ausfallen können. Da musste selbst LASK-Trainer Didi Kühbauer feststellen, dass Salzburg wieder wie in alten Zeiten aufgetreten ist, die einem kaum Zeit lässt und ständig Druck ausübt. Tatsächlich wirkte Salzburg wie ausgewechselt: spielfreudig, zielstrebig, effizient.
Beichler setzte nicht auf einen Komplettumbau, sondern auf gezielte Hebel. Klare Vorgaben, neue Konkurrenzsituation und vor allem ein angepasstes 4-3-3-System brachten mehrere Offensivspieler auf ihre Idealpositionen. Alajbegovic und Baidoo agierten klassisch über außen, Kitano rückte ins Zentrum und plötzlich passte die Dynamik.
Auch bei Standards war sofort ein Effekt sichtbar. Das Eckballtor von Karim Konate nach einer einstudierten Variante freute Beichler besonders. Zudem zeigte Winterneuzugang Damir Redzic mit einem Traumtor, wie viel individuelle Qualität im Kader steckt. Trotz kleiner Schwächen in der Restverteidigung überwog ein positiver Eindruck. Damit bleibt vorerst nur mehr die Frage: War dieser Auftritt eine Ausnahme oder kann Salzburg diesen neuen, alten Stil durchziehen?
FLOP – LASK-Serie geht zu Ende
Zwölf Spiele lang blieb der LASK unter Dietmar Kühbauer ungeschlagen. Im letzten Spiel in Ried konnten die Linzer noch in letzter Sekunde eine Niederlage verhindern. Im 13. Spiel setzte es nun doch eine schmerzhafte Bruchlandung. Das 1:5 im Spitzenspiel gegen Salzburg beendete die Erfolgsserie abrupt und zeigte die Grenzen des Höhenflugs auf.
Dabei wirkt das Ergebnis deutlicher, als es der Spielverlauf phasenweise war. Die Linzer hatten ihre Momente, ließen aber die entscheidenden Szenen liegen – allen voran Moses Usors Chance auf das mögliche 2:2. Kurz darauf stellte Salzburg auf 3:1, später auf 4:1 – die Partie war entschieden. Dabei sprachen die xG-Werte klar für den LASK. Darauf angesprochen meinte Kühbauer im Sky-Interview allerdings nur, dass die ohnehin „für die Fisch‘“ wären.
Besonders ärgerlich aus LASK-Sicht: der wiederholte Fehlstart. Früh in Rückstand zu geraten, zog sich bereits zuletzt durch mehrere Spiele. Trotz der klaren Niederlage blieb Kühbauer nüchtern und stellte klar, dass nun nichts über den Haufen geworfen wird. Auch Sasa Kalajdzic sah im Dämpfer etwas Positives: eine „Watschn zur rechten Zeit“.
TOP – Rapid gewinnt Widerständen zum Trotz
Nicht nur in Linz, auch im Westen Wiens ist eine lange Serie im 13. Spiel zu Ende gegangen: Der SK Rapid konnte nach zwölf Pflichtspielen ohne Sieg tatsächlich wieder gewinnen. Und das einigen Widerständen zum Trotz. Nach dem erneuten Derby-Skandal distanzierte sich die Fanszene „in aller Deutlichkeit von diesen sportlichen Leistungen“ und ließ den Block West zu großen Teilen leer. Sie bezogen sich dabei auf eine Aussage von Präsident Alexander Wrabetz, der sich zuvor ebenfalls deutlich von den Vorfällen beim Derby distanziert hat. So ging Rapid gegen den WAC ohne organisierten Support ins Spiel.
Sportlich lief er weiterhin holprig und erst nach und nach fand Rapid ins Spiel. Schwierig wurde es auch durch die eine oder andere Entscheidung von Schiedsrichter Ebner. Vor allem kurz vor der Pause gab es reichlich grün-weiße Aufregung, also der bereits Gelb-belastete Cheick Diabate Lukas Grgic hart abräumte und nicht mit Gelb-Rot vom Platz musste.
Die erste Hälfte war damit noch alles andere als ein Befreiungsschlag. Rapid blieb offensiv harmlos, wirkte verunsichert, der WAC hatte die klarere Struktur. „Es war eine schwierige erste Hälfte für uns“, gestand Hoff Thorup offen – und übernahm Verantwortung für das nicht funktionierende Pressing.
Der Umschwung kam von der Bank. Petter Nosa Dahl brachte Tempo und Tiefe ins Spiel, bereitete das 1:0 durch Joker Matthias Seidl vor und veränderte die Dynamik. „Dahl ist eine wichtige Waffe für uns. Er ist ein Gamechanger“, so der Rapid-Coach. In der Schlussphase setzte Daniel Nunoo per Konter mit seinem Premierentor den Deckel drauf.
FLOP – Schneebälle gegen eigene Spieler beim GAK
Sportliche Enttäuschung ist das eine – Schneebälle aus den eigenen Reihen das andere. Nach dem Auswärtsspiel in Hartberg wurden die GAK-Spieler bei der Verabschiedung von ihren mitgereisten Fans ausgepfiffen und mit Schneebällen beworfen. Bilder, die symptomatisch für die angespannte Lage im Abstiegskampf stehen.
Kapitän Daniel Maderner zeigte sich getroffen, brachte aber auch Verständnis auf: „Das tut mir als Kapitän natürlich auch weh. Wenn man ins Stadion geht und dann so ein Spiel von der eigenen Mannschaft sieht, verstehe ich den Unmut zu 100 Prozent.“ Gleichzeitig kritisierte er die eigene Leistung deutlich.
Trainer Ferdinand Feldhofer versuchte zu beruhigen und mahnte Realismus ein: „Wir sind nicht überall Favorit.“ Der GAK müsse bodenständig bleiben und sich seiner Situation bewusst sein.
Die sportliche Krise ist Herausforderung genug. Wenn sich Frust jedoch gegen die eigene Mannschaft richtet, wird aus Druck schnell eine zusätzliche Belastung. Für den GAK geht es nun darum, sportlich Antworten zu liefern und das Verhältnis zu den eigenen Fans wieder zu stabilisieren.
TOP – Altach sorgt mit Sieg für noch mehr Spannung rund um den Strich
Mitten in der Austria-Euphorie setzte Altach ein starkes Zeichen – und mischte das Rennen um die Top Sechs noch einmal kräftig auf. Der 2:1-Heimsieg gegen die formstarken Wiener war nicht nur ein Achtungserfolg, sondern ein Statement im Kampf um die Meistergruppe.
Binnen drei Minuten fiel die Entscheidung in einer wilden Phase: Milojevic brachte Altach per Eckball in Führung, Eggestein glich postwendend aus – ehe Ouedraogo nach einem langen Ball die erneute Führung besorgte. Danach verteidigten die Vorarlberger leidenschaftlich und diszipliniert.
„Als SCR Altach muss man für jeden Punkt ans Leistungsmaximum gehen“, betonte Trainer Ognjen Zaric. Seine Mannschaft setzte genau das um. Gegen eine Austria, die mit drei Siegen im Rücken angereist war, hielt Altach nicht nur mit, sondern brachte die eigenen Spieler immer wieder in Aktion und ließ defensiv wenig zu.
Die Wiener fanden trotz mehr Ballbesitz keinen Rhythmus. „Den richtigen Flow haben wir nie erreichen können“, analysierte Stephan Helm. Altach hingegen blieb unter Zaric weiter ungeschlagen und schob sich zumindest vorübergehend auf Rang sieben.
Zwei Runden vor der Ligateilung ist damit rund um den Strich alles offen. Altach lebt und sorgt dafür, dass das Rennen um die Meistergruppe bis zum Schluss hochspannend bleibt.
